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Fahrraddemo gegen Atomkraft macht Station in Friesoythe

Auch wenn die Atomkraft ein Auslaufmodell ist, verursacht sie noch genug Diskussionen. Eine davon ist die Endlagersuche – und davon ist auch der Cloppenburger Nordkreis betroffen.

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Mittagspause am Aquaferrum: Helge Bauer (2. von links) von der Anti-Atom-Organisation ".ausgestrahlt" freut sich über den Besuch der Friesoyther Jusos (von rechts) Erik Pünter, Heike Brundiers und Eike Baran beim Stopp in Friesoythe. Foto: Stix

Mittagspause am Aquaferrum: Helge Bauer (2. von links) von der Anti-Atom-Organisation ".ausgestrahlt" freut sich über den Besuch der Friesoyther Jusos (von rechts) Erik Pünter, Heike Brundiers und Eike Baran beim Stopp in Friesoythe. Foto: Stix

Irgendwie wirkt der Tross wie aus der Zeit gefallen. "Atomkraft nein danke", steht auf den Fahnen und Wimpeln, mit denen die meisten Räder geschmückt sind – jener Slogan, mit der die Anti-Atomkraft-Bewegung in den 1980er Jahren ihre große Zeit hatte. Muss man heute noch gegen Atomkraft demonstrieren?

"Als wir die Tour 2021 planten, wollten wir eigentlich unsere Erfolge feiern", sagt Helge Bauer von ".ausgestrahlt", einer seit 2008 bundesweit tätigen Anti-Atom-Organisation – und schiebt ein "aber" hinterher. "Inzwischen tritt die Atomlobby wegen der Gaskrise wieder stärker in die Pedale." Deshalb müsse man gegen die diskutierte Laufzeitverlängerung für die 3 verbliebenen AKW Flagge zeigen.

Auch Kamperfehn auf der Liste der möglichen Endlagerstandorte

Vor allem aber gehe es darum, auf die auch nach dem Ausstiegsbeschluss verbleibenden Probleme hinzuweisen. Und da brennen ihm und seinen Mitstreitern vor allem 2 auf den Nägeln: der nach wie vor andauernde Betrieb der Uran-Anreicherung in Gronau und in der Brennelemente-Fabrik in Lingen sowie die ungeklärte Endlagerfrage.

Und die ist auch für den Cloppenburger Nordkreis nicht uninteressant, denn auf der Karte möglicher Standorte ist auch der Bereich rund um Kamperfehn markiert. Deshalb machte die Fahrraddemo für eine ausgedehnte Mittagspause am Montag Station am Aquaferrum in Friesoythe. "Wir fahren auf unserer Tour vom unsäglichen AKW Tihange in Belgien zum untauglichen Zwischenlager in Gorleben alle Regionen an, in denen das Thema virulent ist", sagt Bauer.

„Die nachfolgenden Generationen müssen damit leben.“Erik Pünter

Dabei geht es ihm nicht darum, ein Endlager grundsätzlich zu verhindern. "Wir wollten den Müll zwar nie", sagt Bauer, "aber jetzt haben wir ihn, und dann hat das Land auch die Verantwortung, ihn unterzubringen." Wichtig sei, dass das Verfahren bei der Standortsuche nicht unter Zeitdruck ablaufe und dass der Bevölkerung eine echte Mitsprache ermöglicht werde, die über eine reine Anhörung hinaus gehe. "Das ist auch ein Thema, das die jüngere Generation anspricht", sagt Bauer.

Deshalb sind auch Heike Brundiers, Erik Pünter und Eike Baran von den Friesoyther Jusos zur Mittagspause der Fahrraddemo gekommen. "Wegen Kamperfehn ist das auch eine lokale Frage", sagt Brundiers. "Aber es wird hier überhaupt nicht diskutiert", ergänzt Pünter. "Es herrscht die Meinung, dass das Thema doch nur anderswo wichtig sei." Aber egal, wo das Endlager hinkomme, sagt er, "die nachfolgenden Generationen müssen damit leben."

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