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Fahrrad-Club teilt Kritik an überwucherten "Holperwegen" im Kreisgebiet

"Mitunter fühle ich mich wie ein Verkehrsteilnehmer 2. Klasse", sagt Michael Bertschik. Der Kreisvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) kennt Beispiele auch außerhalb Cloppenburgs.

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Da war er noch gut gelaunt: Michael Bertschik (in Warnweste) beim Stadtradeln 2018. Inzwischen kritisiert er zu lahmes Tempo bei der Radweg-Entwicklung. Foto: Stadt Cloppenburg

Da war er noch gut gelaunt: Michael Bertschik (in Warnweste) beim Stadtradeln 2018. Inzwischen kritisiert er zu lahmes Tempo bei der Radweg-Entwicklung. Foto: Stadt Cloppenburg

Der Kritik an teils zugewachsenen oder holperigen Radwegen hat sich Michael Bertschik, Kreisvorsitzender  des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), angeschlossen. "Das kann ich voll unterschreiben", meinte der 72-Jährige auf Nachfrage zu der Beschwerde von Wilhelm Gelhaus aus Cloppenburg über herabhängende Äste und schlechte Wegbefestigungen.

"Auf vielen Strecken muss ich in gebückter Haltung fahren", berichtet der Sportlehrer, der selbst fast täglich mit dem Rennrad im Landkreis unterwegs ist. Wie Gelhaus trägt auch Bertschik auf seinen Touren ständig eine Gartenschere bei sich, um herabhängende Zweige zu schneiden oder zugewachsene Verkehrsschilder wieder sichtbar zu machen.

Seitenstreifen mähen: Nur für den Autoverkehr? 

Außerhalb der Kreisstadt sieht es nach Einschätzung des Fahrrad-Lobbyisten nicht besser aus. Entlang der Landesstraße von Kellerhöhe nach Beverbruch wurde der Sicherheitsstreifen neben der Fahrbahn gemäht, doch für die Berme neben dem Radweg reichte es offenbar nicht. "Da sind mit dem Regen die ganzen hohen Gräser auf den Weg geknickt", erzählt er: "Da fühle ich mich mitunter wie ein Verkehrsteilnehmer 2. Klasse."

Lauschig, aber eng: Geh- und Radweg in Cloppenburg an der Soeste. Foto: KrekeLauschig, aber eng: Geh- und Radweg in Cloppenburg an der Soeste. Foto: Kreke

Das Tempo des Radwegeausbaus und der Sanierung schlechter Wegstrecken genügt dem Fahrrad-Enthusiasten schon seit Jahren nicht. Ein Beispiel: die Strecke von Warnstedt nach Elsten. Als Bertschik 1997 zum ersten Mal mit seinem Rennrad in Richtung Vechta aufbrach, entdeckte er nach eigenen Angaben dort das Schild  "Achtung, Radwegschäden!". "Inzwischen ist das Schild schon einmal erneuert worden, aber der Radweg nicht", kritisiert der Cloppenburger. Genauso wenig versteht er, warum der neue Radweg in Hemmelte nicht bis Elsten verlängert werden kann.

Mit amtlichen Hinweisen auf verschiedene Zuständigkeiten, Fördertöpfe und den schwierigen Grunderwerb für breitere Wege will sich Bertschik nicht mehr beruhigen lassen. Sein Eindruck: In den Verwaltungen und der Politik gebe es zu wenig Druck und Willen, diese Zustände zu verbessern.

"Beschämend": Keine 100 Radler nutzten Umfrage 

Druck durch eine öffentliche Umfrage, die der ADFC alle 2 Jahre unter Radfahrern bundesweit organisiert, blieb zumindest 2020 in Cloppenburg aus. Nach einem sehr verhaltenen öffentlichen Aufruf gingen nicht einmal 100 Bewertungen von Radlern aus der Stadt ein – viel zu wenig, um eine statistische Auswertung über die "Fahrradzufriedenheit" vorzunehmen. "Das war beschämend", räumt Bertschik ein: "Da hätte man den ganzen Frust einmal loswerden können."

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