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Facelifting für Amtsgericht und Pfanni-Turm – mit etwas Fantasie wäre noch mehr möglich

Gästebuch: Er ist das höchste Gebäude der Stadt: der Pfanni-Turm. Und er hat ein Problem: Hinter ihm steht nicht das Justizministerium.

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Über Geschmack lässt sich streiten, sagt man wohl. Über Schönheit sicher auch. Aber trotz allem: Das schönste Gebäude unserer Kreisstadt ist das Amtsgericht. Seiner Bedeutung und architektonischen Schönheit gemäß thront es hoch im Stadtpark, blickt auf die Ruinen der alten Burg, die der Stadt den Namen gab und ist der City zugewandt.

Hier wird Recht gesprochen. Hier bekommt man nicht unbedingt Recht, und hier hat man auch nicht immer Recht. Und natürlich ist es nicht immer schön, was da verhandelt wird. Aber die Probleme lösen sich wohl leichter in gepflegter Umgebung.

Jetzt bekommt die Schönheit ein Facelifting. Schon wieder, möchte man sagen. Denn die letzte Überholung der Fassade ist ja erst ein paar Jahre her. Aber wenn das Geld da ist ….

Drinnen blicken neu gestaltete Niedersachsen-Rosse von den Wänden und künstlerisch modern verfremdete Kruzifixe. Das soll eben Kunst sein und nicht Weltanschauung. Die Toiletten funktionieren beanstandungsfrei. Das war auch nicht immer so, wie Amtsgerichts-Chronist Hermann Moormann weiß, der hier selbst als Amtsrichter tätig war und mit der Geschichte bestens vertraut ist. Als nämlich das Gebäude errichtet wurde, gab es gar keine Toiletten.

„Könnte man nicht oben auf dem Pfanni-Dach eine kultige Bar oder ein Restaurant errichten?“Otto Höffmann

Es ist zwar nicht das schönste Gebäude der Kreisstadt, aber das höchste. Unser guter alter Pfanni-Turm. Ein Wahrzeichen für Knödel und Püree. Wer hat das schon? Eiffelturm? Ja gut. Freiheitsstatue? Okay. Hier ragt 76 Meter hoch ein Betonklotz in den verhangenen Cloppenburger Himmel.

Er hat schon bessere Zeiten gesehen und sieht heruntergekommen aus. Ein Facelifting würde ihm gut zu Gesicht stehen. Aber hinter ihm steht ja nicht das Justizministerium. Und er ist auch nicht so schön wie das Amtsgericht.

Hunderttausende von Kartoffeln werden jährlich hierher gekarrt. Die PS-starken Trecker aus dem Emsland brettern die Fritz-Reuter-Straße hoch und ziehen voll beladene Kartoffelanhänger hinter sich her. Das Geschäft scheint zu brummen.

Hermann Witte, in den 60er Jahren Bürgermeister von Cloppenburg, musste schon mit dem damaligen Unternehmer Eckart so manches geistige Getränk vertilgen, um zum Abschluss des Ansiedlungs-Vertrages zu kommen. Aber das war wohl für beide eine der leichtesten Übungen. So lief eben Unternehmensansiedlung damals. Jetzt ist dringend Überholung angesagt.

Wenn das Geld jedoch nicht reicht, gäbe es da eine Idee. Könnte man nicht oben auf dem Pfanni-Dach eine kultige Bar oder ein Restaurant errichten? Diese Idee hatten auch schon findige Zeitgenossen. Denn wir sind hier in Cloppenburg ja nicht gerade gesegnet mit kultigen Bars oder tollen Dach-Restaurants. Und wer hat das schon, ein Lokal hoch oben über der Stadt?

Vielleicht kann ja die Stadt etwas beisteuern. Für genügend Gäste garantieren wir. Als Alternative stände da noch die Dachterrasse des Amtsgerichts zur Verfügung. Auch hier wäre gastronomisch einiges zu machen. Mit Außenbewirtschaftung und Blick auf den Stadtpark. Fantasie ist gefragt.


Zur Person:

  • Otto Höffmann ist Rechtsanwalt in Cloppenburg.
  • Den Autor erreichen Sie unter der E-Mail-Adresse redaktion@om-medien.de.

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