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Ex-Verlobte vergewaltigt?

Wegen dieses Vorwurfs musste sich ein 22-Jähriger vor Gericht verantworten. Das mutmaßliche Opfer, eine Frau aus Vechta, hatte der Mann im Internet kennengelernt. Die große Liebe endete schnell.

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Symbolfoto: dpa

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Nach der Liebe kam der Hass: Weil er seine Ex-Verlobte in Vechta massiv bedroht und übelst beleidigt hat, ist ein 22 Jahre alter Mann aus Süddeutschland für 3 Monate unter Betreuung gestellt worden. Vom zweiten Vorwurf der Vergewaltigung wurde der Angeklagte allerdings freigesprochen. Ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichtes in Vechta ist vor dem Oldenburger Landgericht rechtskräftig geworden.

Der Angeklagte hatte seine spätere Verlobte, die aus dem Raum Vechta stammt, im Internet kennengelernt. Daraus wuchs eine Fernbeziehung: Alle paar Wochen verabredete sich das Paar in einem Hotel in Vechta, auch für intime Treffen. Doch dann wendete sich das Blatt: Eine ungewollte Schwangerschaft soll das Paar auseinandergerissen haben.

Das Gericht war davon überzeugt, dass der Angeklagte seine Ex-Verlobte danach massiv bedroht und beleidigt hat. Das gab der 22-Jährige auch zu. Doch es gab einen weiteren, noch schwerwiegenderen Vorwurf: Was vorher mehrmals einvernehmlich war, soll am Tattag erzwungen worden sein. Die junge Frau will dem Angeklagten deutlich zu verstehen gegeben haben, dass sie mit dem Beischlaf nicht einverstanden sei.

Schwierige Konstellation für das Gericht

Was sie dem Angeklagten aber gesagt hatte, blieb im Dunkeln. Ein einfaches „Nein“ hätte ausgereicht. Aber so deutlich soll sie sich nicht geäußert haben. Jedenfalls konnte nicht festgestellt werden, dass der Angeklagte am Tattag wusste, dass die junge Frau mit einem Beischlaf nicht einverstanden war. Die junge Frau hatte den Angeklagten auch erst 5 Monate nach der angeblichen Vergewaltigung angezeigt.

Für die Gerichte ist bei einer derartigen Konstellation prinzipiell schwer, ein Urteil zu fällen. In diesem Verfahren gab es keine eindeutige Aussage der Frau, jedenfalls nicht ausreichend genug, um darauf eine Verurteilung des Angeklagten wegen Vergewaltigung zu stützen. Das hatte auch das Amtsgericht in Vechta so gesehen und den Angeklagten vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Gegen dieses Urteil hatte die junge Frau allerdings Berufung eingelegt. Doch in der jetzigen Verhandlung vor dem Landgericht signalisierten Staatsanwaltschaft und Berufungskammer, dass sie die Überzeugung des Vechtaer Amtsgerichtes teilen würden. Daraufhin zog die junge Frau ihre Berufung wieder zurück.

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