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Evangelische Christen feiern Kirchenjubiläum als Straßenfest

Vor 125 Jahren wurde die Trinitatiskirche eingeweiht. Zunächst lebten nur wenige Protestanten in Löningen. Im 20. Jahrhundert erlebte die Gemeinde gleich zweimal einen Wachstumsschub.

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125 Jahre evangelische Kirche: Der Festausschuss mit (von links) Jürgen Backhaus, Holger Schubert, Regina Hammerschmidt, Pastorin Lina Kohring und Elfrieda Gauk (es fehlt Robert Koch) bereitet die Feierlichkeiten vor. Foto: G. Meyer

125 Jahre evangelische Kirche: Der Festausschuss mit (von links) Jürgen Backhaus, Holger Schubert, Regina Hammerschmidt, Pastorin Lina Kohring und Elfrieda Gauk (es fehlt Robert Koch) bereitet die Feierlichkeiten vor. Foto: G. Meyer

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Löningen feiert am 10. und 11. September (Samstag und Sonntag) das 125-jährige Einweihungs-Jubiläum der Trinitatiskirche. Geplant ist ein buntes Straßenfest für Alt und Jung. Zum Festgottesdienst wird Bischof Thomas Adomeit aus Oldenburg erwartet.

Seit fast 2 Jahren schon bereitet ein Festausschuss den großen Tag vor. Die Pandemie habe die Organisation erschwert, berichtet Jürgen Backhaus. Hinzu kam der Wechsel im Pfarramt. Die neue Pastorin Lina Kohring hat ihren Dienst erst vor wenigen Wochen angetreten. Ihre Vorgängerin – die heutige Kreispfarrerin Martina Wittkowski – wird das Jubiläum aber natürlich mitfeiern. 

Los geht es am Samstag in einer Woche. Um 19 Uhr laden der Kirchenchor und der "ChorAlle" zu einem Musikabend in die Kirche. Eingeladen sind auch verschiedene Instrumentalisten. Gespielt und gesungen werden überwiegend moderne Stücke mit Tiefgang. Nach dem Gottesdienst am Sonntagmorgen verwandelt sich die Haselünner Straße in eine Festmeile. "Für die Kinder haben wir Spiele vorbereitet, es kann gebastelt werden und es gibt auch eine Hüpfburg", zählt Regina Hammerschmidt auf. An das leibliche Wohl wird ebenfalls gedacht. Serviert werden Kaffee und Kuchen, auch der Grill wird angeheizt. Geplant sind zudem Führungen durch das Gotteshaus sowie kurze Orgelkonzerte.

Kapelle brennt 1913 zu großen Teilen nieder

Eingeweiht worden ist die Trinitatiskirche am 18. August 1897 im Beisein des Oldenburger Großherzogs Nicolaus Friedrich Peter. Der  Kirchenrat hatte den Landesvater mutig eingeladen. Möglich geworden war die Errichtung des Gotteshauses, weil Löningen 3 Jahre zuvor zur Kapellengemeinde erhoben worden war. Am 23. Februar 1913 dann der Schock: Dach und Turm der Kapelle brennen an einem Sonntagnachmittag komplett ab.  Mit vereinten Kräften retteten die Löninger Altar, Bänke und Orgelpfeifen aus dem Innern. Die Anzeichen deuteten  auf Brandstiftung hin. Beweisen ließ sie sich aber nicht. Immerhin war die Gemeinde gut versichert, sodass der Wiederaufbau schnell gelang.

Raub der Flammen: Im Februar 1913 brennen Turm und Dachstuhl der Kapelle lichterloh. Foto: Trinitatis KirchengemeindeRaub der Flammen: Im Februar 1913 brennen Turm und Dachstuhl der Kapelle lichterloh. Foto: Trinitatis Kirchengemeinde

Die zahlenmäßig kleine Gemeinde, mitten in der Diaspora gelegen, hatte bis Kriegsende keinen eigenen Pfarrer. Einen Aufschwung erlebte sie, als zahlreiche Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in den Nordwesten kamen. 1947 wurde Löningen selbstständiger Pfarrbezirk. 1966 – die Kapelle war längst zu klein geworden – weihte Pastor Bernhard Schultz den Erweiterungsbau ein. In den 1990er Jahren wuchs die Gemeinde erneut, diesmal durch den Zustrom von Spätaussiedlern. Auch Regina Hammerschmidt und Elfrieda Gauk gehören zu ihnen. Die Integration sei gelungen, befinden beide. Das gilt auch für die Ökumene. "Die Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche wird in Löningen sehr groß geschrieben", hat Lina Kohring zu ihrer Freude festgestellt. Unter anderem bieten beide Kirchen gemeinsame Schulgottesdienste an.

Aktuell besteht die Gemeinde aus 2600 Mitgliedern. Die Kirche fast rund 250 Sitzplätze. Mit der Zahl der Gottesdienstbesucher ist Lina Kohring zufrieden. Die neue Pastorin selbst komme ebenfalls gut an, bestätigen die Mitglieder des Festausschusses. Zum Jubiläum sind aber ausdrücklich alle Löninger eingeladen. "Egal ab evangelisch, katholisch, muslimisch oder gar nichts. Bei uns ist jeder herzlich willkommen", betont Kohring.


Infos:

  • Der musikalische Abend "Querbeet" beginnt am 10. September (Samstag) um 19 Uhr in der Kirche.
  • Am 11. September (Sonntag) findet um 10 Uhr ein Gottesdienst statt. Danach geht es mit dem Straßenfest weiter. Die Haselünner Straße wird an diesem Tag zwischen 8 und 18 Uhr gesperrt sein.
  • Gefeiert wird bis zum Abend. Um 17.30 Uhr folgt eine Abschlussandacht.

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