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EU-weite Regelung wichtig

Thema: Gesetzliches Verbot der Kükentötung - Endlich kommt es dazu, dass die ethisch nicht vertretbare Praxis beendet wird.

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Endlich: Das massenhafte Töten von männlichen Küken in der Legehennenzucht soll gesetzlich verboten werden. Mit dem Bundestagsbeschluss wird ab 2022 eine Praxis beendet, die ethisch nicht vertretbar ist. Das hat auch das Bundesverwaltungsgericht festgestellt. Das Urteil sorgte 2019 für diesen juristischen Klartext: Der Tierschutz wiegt schwerer als wirtschaftliche Interessen.

Bislang müssen in Deutschland etwa 40 Millionen Babyhähne wenige Tage nach dem Schlüpfen sterben, weil sie für die Aufzucht unrentabel sind. Die vergasten Küken werden als Tiernahrung an Zoos verkauft.

Die Richter hatten sich allerdings zugleich branchenfreundlich gezeigt: Die Kükentötung sollte erlaubt bleiben, bis es praxistaugliche Verfahren zur Geschlechtsfrüherkennung im Ei gibt. Das Prinzip: Die männlichen Küken sollen gar nicht erst schlüpfen, weil die entsprechenden Eier zuvor aussortiert werden. Verschiedene Technologien machen es möglich, das Geschlecht des Embryos relativ früh herauszufinden.

Das Gesetz fordert strengere Vorgaben ein

Das Gesetz fordert konsequenterweise strengere Vorgaben ein: Ab 2024 sollen nur Verfahren erlaubt sein, bei denen bis zum sechsten Tag des Bebrütens der Eingriff erfolgt. Eine weitere Übergangsfrist also für die Wirtschaft. Die Fortschritte der Entwickler stimmen derweil zuversichtlich.

Dennoch: Dem Tierschutz ist nicht ausreichend Genüge getan, solange es kein EU-weites Verbot des Kükentötens gibt – und Hennen importiert werden, deren Brüder getötet wurden. Bis zu solch einem Verbot wäre eine EU-Kennzeichnung von Eiern und von Lebensmitteln mit verarbeiteten Eiern zwingend erforderlich. Sie muss ausweisen, ob die Produktion mit oder ohne Kükentötung ablief.

Die Branche steht weiter unter Druck. Tierschützer kritisieren: Die auf Hochleistung gezüchteten Legehennen würden unter schweren Krankheiten leiden. Alternativen gibt es, die Produkte sind teurer. Vorerst entscheidet der Verbraucher.

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