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Essens Regent bleibt länger als 1.000 Tage im Amt

Essens Schützen blicken bei ihrer Generalversammlung auf ein schweres Jahr zurück. Während Stefan Ostermann Präsident bleibt, geben Hans-Günther Fredeweß und Ägidius Diekmann ihre Ämter ab.

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Alte und neue Führung der Essener Schützen: (von links) Christian Wessels, Ägidius Dieckmann, Helmut Engelke, Stefan Ostermann, Martin Alberding, Wolfgang Knopf, Hans-Günther Fredeweß, Ralf Müller und Thomas Dreyer zeigen sich nach den Wahlen zufrieden. Foto: Sperveslage

Alte und neue Führung der Essener Schützen: (von links) Christian Wessels, Ägidius Dieckmann, Helmut Engelke, Stefan Ostermann, Martin Alberding, Wolfgang Knopf, Hans-Günther Fredeweß, Ralf Müller und Thomas Dreyer zeigen sich nach den Wahlen zufrieden. Foto: Sperveslage

Als "außergewöhnlich und denkwürdig" hat Essens Schützenpräsident Stefan Ostermann die erste Freiluft-Generalversammlung auf "Dieckhaus Höhe" bezeichnet. Zu Beginn gedachten die Schützinnen und Schützen nicht nur der verstorbenen Vereinsmitglieder, sondern auch der zahlreichen Todesopfer der Flutkatastrophe.

Nach der Generalversammlung 2019 habe niemand gewusst, was auf den Verein zukommen sollte, sagte Ostermann. Zunächst konnten noch einige Veranstaltungen abgehalten werden, darunter die Teilnahme am 175-jährigen Jubelfest in Bunnen mit 250 Schützen. Eine Woche danach startete das eigene Schützenfest. Es war das bislang letzte. König Martin Alberding ist inzwischen länger als 760 Tage im Amt. "Und wenn wir nächstes Jahr feiern dürfen, wovon ich ausgehe, wird er über 1.000 Tage der König von Essen gewesen sein", sagte Ostermann. Gleiches gelte auch für Kinderkönigin Lisa Westendorf.

Fehlende Einnahmen und wenige neue Mitglieder schädigen den Schützenverein

Im März 2020 platzte mitten in einem Pokalschießen die Bombe: "Lockdown". Das Schießen wurde abgebrochen, die anstehende Generalversammlung fiel aus. "Der Vorstand stand dann vor der wohl schwersten Entscheidung in der Vereinsgeschichte. Das beliebte Schützenfest musste abgesagt werden", bedauerte der Präsident. Das sei bis dahin nur im Jahr 1912 und während der beiden Weltkriege passiert. Die Absage stieß aber auf viel Verständnis. Im Spätsommer sank die Inzidenz. Die Schützen schöpften Hoffnung und nahmen Anfang September den Schießbetrieb wieder auf. Dann folgte der zweite Lockdown. Er sorgte auch für eine erneute Schützenfest-Absage.

Durch die Pandemie habe der fast 1.400 Mitglieder starke Schützenverein Schaden genommen, befand Ostermann. So fehlten wesentliche Einnahmen und auch neue Mitglieder konnten kaum gewonnen werden. Wie andere Vereine auch, verschwanden die Schützen aus der öffentlichen Wahrnehmung. Der Präsident hofft, dass das nicht so bleibt. Insgesamt sei der Verein bisher auch finanziell mit einem "blauen Auge" davongekommen. "Wenn wir nächstes Jahr wieder Schützenfest feiern dürfen, dann hauen wir richtig einen raus", versprach er unter starkem Beifall.

Stefan Ostermann stellte sich anschließend erfolgreich zur Wiederwahl. Auch Schriftführer Thomas Dreyer, Oberst Helmut Engelke, der Vorsitzende der Kinderkommission Martin Alberding, sowie Kassierer Ralf Müller erhielten einstimmige Voten. Oberschießmeister Ägidius Dieckmann stand dagegen überraschend nicht mehr zur Wahl. In seiner Ansprache ging Präsident Ostermann auf die Verdienste des ausscheidenden Vorstandsmitgliedes ein, der 1993 Schießoffizier im dritten Zug, danach stellvertretender Oberschießmeister und 2009 Oberschießmeister wurde. Als "Arbeitspferd des Vereins" war Diekmann zuständig für die Außenanlagen und die Schießhalle sowie Leiter der Schießkommission und Verantwortlicher für den gesamten Schießbetrieb. Er wurde zum Oberschießmeister der Reserve ernannt.

Vizepräsident Fredeweß gibt Amt nach 12 Jahren ab

Auch Vizepräsident Hans-Günther Fredeweß gab sein Amt nach 12 Jahren ab. 1980 war er mit erst 22 Jahren zum Schießoffizier gewählt worden. In seine Zeit als Vereinsvize fallen die Einführung von Vorstandsfahrten und der Umbau der Schützenhalle.

Es habe viel Spaß gemacht, die Ämter zu bekleiden, bekannten beide ehemaligen Vorstandsmitglieder. Zum Nachfolger Diekmanns wählten die Teilnehmer Christian Wessels. Dieckmann überreichte ihm die Schlüssel zur Schützenhalle. Neuer Vizepräsident ist Wolfgang Knopf. Christian Jansen, Marcel Möller, Günter Ortmann, Rolf Rump und Stephen Tapken sowie Manfred Kalvelage, Frank Teschner, Franz Wilken und Michael Breyer wurden zu Mitgliedern der Kinderkommission ernannt.

Präsident Ostermann gab bekannt, dass der Schießbetrieb ab dem 6. August wieder aufgenommen wird. Die Ehrungen für langjährige Mitgliedschaften aus den beiden letzten Jahren sollen im September nachgeholt werden.

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