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Essen: Rennen um Bauplätze ist eröffnet

Bewerber für die mehr als 200 Grundstücke an der Löninger Straße müssen sich bis zum 31. März bei der Gemeinde melden. Ab 2022 sollen die neuen Eigenheime gebaut werden.

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Aus der Luft: Rund um den Resthof entstehen die neuen Bauplätze. Foto: Sperveslage

Aus der Luft: Rund um den Resthof entstehen die neuen Bauplätze. Foto: Sperveslage

Bauwillige in Essen haben bis Ende März Zeit, sich für den Kauf eines Grundstücks im neuen Wohngebiet "Löninger Straße/Am Schützenplatz" zu bewerben. Die Nachfrage sei groß, bestätigte Bürgermeister Heiner Kreßmann während der Sitzung des Planungsausschusses.

Die Gemeinde hat den Interessenten - es sollen rund 300 sein - die Bewerbungsbögen geschickt. Sie hatten sich in den vergangenen Wochen in eine Liste eingetragen. In dem 21 Hektar großen Gebiet westlich vom Schützenplatz werden  217 Baugrundstücke entstehen. Die Käufer müssen sich verpflichten, ihr Grundstück innerhalb von 2 Jahren mit einem Wohnhaus zu bebauen. Mindestens 5 Jahre lang haben sie anschließend selbst darin zu wohnen. "Wir wollen keine Investoren, sondern Eigenheimbesitzer", begründete Kreßmann die Auflagen.

Der Bürgermeister hatte sich bereits in der vergangenen Woche bei OM Online zur aktuellen Eigenheimdebatte geäußert. Angestoßen wurde sie vom Grünen-Bundesfraktionsvorsitzenden Anton Hofreiter. In einem Interview hatte er auf den hohen Ressourcenverbrauch von Wohnhaussiedlungen hingewiesen. Kreßmann betonte erneut, dass Eigenheime für die Bevölkerung in der Region eine große Bedeutung hätten. Auch bei der Altersvorsorge spielten sie eine wichtige Rolle.

Quadratmeter kostet hundert Euro

In Essen soll jedoch sparsam mit dem knappen Gut Boden umgegangen werden. Die durchschnittliche Grundstücksgröße an der Löninger Straße liegt bei etwa 700 Quadratmetern. Der Quadratmeterpreis beträgt hundert Euro, einschließlich Erschließungskosten. Gebaut wird in 4 Abschnitten. Die Plätze in den ersten beiden sollen zeitgleich zum Kauf angeboten werden.

Steht noch: Ob auch die Scheune abgerissen wird, ist derzeit offen. Der Baumbestand soll erhalten bleiben. Foto: MeyerSteht noch: Ob auch die Scheune abgerissen wird, ist derzeit offen. Der Baumbestand soll erhalten bleiben. Foto: Meyer

Kommendes Jahr darf gebaut werden. Zuvor wird das Gelände erschlossen. Ein Resthof am Rand des Baugebietes befindet sich derzeit bereits im Abriss. Nur die Hofscheune steht noch. Bislang ist nicht entschieden, ob sie erhalten bleibt. Es gebe Gespräche über eine mögliche Weiternutzung, erklärte Heiner Kreßmann. Eine neue Anbindung des Gebietes zur Nordwest-Tangente ist laut Bürgermeister aber nicht vorgesehen. Ratsherr Alexander Asenheimer hatte während der Aussprache auf ihren Nutzen für die künftigen Bewohner und die Ortskernentlastung hingewiesen.  

Das neue Baugebiet kommt wie gerufen. Seitdem Anfang 2019 das letzte Grundstück im Wohngebiet Löninger Straße/Auf der Hardt verkauft worden war, musst die Verwaltung Bauwillige abweisen. Freie Plätze in Ortsnähe gab es seitdem in Essen keine mehr. Nach der öffentlichen Auslegung der Planunterlagen waren nur wenige Stellungnahmen  eingegangen. Der Planungsausschuss nahm die Beschlussempfehlung über den Bebauungsplan  einstimmig an. Die Verabschiedung durch den Gemeinderat dürfte jetzt nur noch Formsache sein. Ausschussvorsitzender Jürgen Meyer freute sich sichtlich über den Beschluss. "Wir haben fertig", erklärte der CDU-Politiker fast feierlich. Und: "Das wollte ich schon immer mal sagen."

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