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Essen: Glasfaserausbau beginnt im Spätsommer

Die Gemeinde hat sich für eine Kooperation mit der Glasfaser Nordwest entschieden. Bürgermeister Kreßmann warnt seine Mitbürger derweil vor Vertragsabschlüssen an der Haustür.

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Schwarz auf weiß: Bürgermeister Heiner Kreßmann (rechts) und Sascha Zink (Glasfaser Nordwest) unterzeichnen die Vereinbarung. Regionalmanager Carsten Höfinghoff (Mitte) wird die Gemeinde Essen betreuen. Foto: G. Meyer

Schwarz auf weiß: Bürgermeister Heiner Kreßmann (rechts) und Sascha Zink (Glasfaser Nordwest) unterzeichnen die Vereinbarung. Regionalmanager Carsten Höfinghoff (Mitte) wird die Gemeinde Essen betreuen. Foto: G. Meyer

Die von Telekom und EWE gegründete Glasfaser Nordwest wird im Ort Essen rund 1900 Haushalte und Unternehmen mit modernen Breitbandanschlüssen ausstatten. Einen entsprechenden Kooperationsvertrag haben Bürgermeister Heiner Kreßmann und Unternehmensvertreter am Donnerstag im Rathaus unterzeichnet. Im Spätsommer sollen die Arbeiten beginnen.

"Die Planungen laufen auf Hochtouren", sagt Sascha Zink, Kommunikationsleiter bei Glasfaser Nordwest. Heiner Kreßmann lobt die gute Zusammenarbeit mit den Oldenburgern. "Wir haben einen erfahrenen und seriösen Partner an unserer Seite. Dass der Glasfaserausbau nun so schnell und ohne öffentliche Fördermittel starten kann, ist ein großartiges Zeichen für unsere Gemeinde." 

Unternehmen verspricht Bandbreiten bis zu 1000 MBit pro Sekunde und freie Anbieterwahl

Ausgebaut wird fast das gesamte Kerngebiet und zwar dort, wo bislang ältere Kupferleitungen für einen mäßig schnellen Datentransfer sorgen. Das Glasfasernetz soll laut Zink bis in die Häuser und Wohnungen verlegt werden. "Es arbeitet nahezu störungsfrei und liefert  stabile Bandbreiten von 1000 Mbit pro Sekunde".  "Homeschooling, Videokonferenzen und Streaming werden kein Problem mehr sein", verspricht Zink.

Datenautobahn: Glasfaserkabel garantieren hohe Bandbreiten. Foto: G. MeyerDatenautobahn: Glasfaserkabel garantieren hohe Bandbreiten. Foto: G. Meyer

Eine Beteiligungspflicht gibt es aber nicht. Wer mit seinem bisherigen Internet-Anschluss zufrieden ist, muss nicht mitmachen. "Wir schaffen aber für jedes Grundstück die  Voraussetzungen auch für einen späteren Anschluss", kündigt Regionalmanager Carsten Höfinghoff an. Als reiner Infrastrukturanbieter vertreibe Glasfaser Nordwest keine Endkundenprodukte. Jeder Anwohner habe die freie Wahl, für welchen Telekommunikationsanbieter er sich am Ende entscheide. 

Glasfaser Nordwest wurde Anfang vergangenen Jahres gegründet. Ziel sei, rund 1,5 Millionen Haushalte mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen, sagt Sascha Zink. Dafür investiert das Unternehmen bis zu zwei Milliarden Euro. Das Joint Venture steht  inzwischen im Wettbewerb mit anderen Anbietern. Heiner Kreßmann warnte die Bürger in Essen davor, mit einem von ihnen Vorverträge an der Haustür abzuschließen. "Wir als Gemeinde haben uns für die Zusammenarbeit mit der Glasfaser Nordwest entschieden." Nur sie dürfe demnächst im Ort die Kabel verlegen.

Auch das künftige Baugebiet an der Löninger Straße soll von der Gesellschaft mit erschlossen werden. Im benachbarten Baugebiet "Auf der Hardt", das bereits Glasfaser hat, waren EWE und Telekom dagegen noch als Konkurrenten angetreten. Für die Verlegung der Leitungen im Ort müssen die Bürgersteige  geöffnet werden. Mit größeren Verkehrsproblemen rechnet Sascha Zink aber nicht. 

Gemeinde bringt auch Richtfunk auf den Weg

Neben dem Glasfasernetz hat die Gemeinde inzwischen auch den  Breitbandausbau  durch Richtfunk auf den Weg gebracht. Eine emsländische Firma wird dafür im gesamten Gemeindegebiet Funkmasten aufstellen. Ein Problem sieht Sascha Zink darin nicht. Er bezeichnet den Richtfunk als "Übergangstechnologie", die dabei helfe, weite Gebiete und Grundstücke in Einzellage schnell zu erschließen. In Orten wie Essen bleibt für ihn das Glasfaserkabel aber die  erste Wahl. "Mit dem, was wir hier verlegen, dürften die privaten Nutzer in den kommenden 40 bis 50 Jahren auskommen", ist er überzeugt.

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