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"Es ist immer eine intensive und schöne Woche"

Der ambulante Hospizdienst für den Landkreis Cloppenburg führt seit 2014 das Projekt "Hospiz macht Schule" durch. Die OM-Mediengruppe unterstützt den Verein mit der MT-Weihnachtsaktion.

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"Hospiz macht Schule": Viele Ehrenamtliche wie Dien Brandsen, Silvia Varnhorn, Elisabeth Bendleb und Hildegard Meyer (von links) engagieren sich bei dem Projekt. Foto: Hermes

"Hospiz macht Schule": Viele Ehrenamtliche wie Dien Brandsen, Silvia Varnhorn, Elisabeth Bendleb und Hildegard Meyer (von links) engagieren sich bei dem Projekt. Foto: Hermes

Mit seinem Projekt "Hospiz macht Schule" möchte der ambulante Hospizdienst für den Landkreis Cloppenburg Kinder sensibilisieren. Rund 20 Ehrenamtliche kümmern sich um das Konzept, das in einer Schulwoche für Dritt- und Viertklässler angeboten wird. Dabei nähern sich die Grundschüler den Themen Tod und Trauer in fünf Tagen an.

"Es ist ein ganz schönes und wichtiges Projekt", erklärt Koordinatorin Hildegard Meyer. Sie registriere seit dem Start 2014 ein immer größeres Interesse der Schulen, nach der Pandemie werden weitere Aktionswochen durchgeführt. Dabei gehe es gar nicht um einzelne Schüler, sondern um das Verhalten und den Umgang innerhalb der Klasse. "Wichtig ist, dass die Lehrer als Bezugsperson auch mit dabei sind", so Meyer weiter. 

Mit sechs Ehrenamtlichen kommt der Hospizverein für eine Woche in die Klasse, es wird gemeinsam und in Kleingruppen gearbeitet. "Es entsteht auch eine Bindung zu den Kindern. Man gibt viel, aber man bekommt auch eine Menge zurück", sagt Silvia Varnhorn, die seit dem Beginn als Ehrenamtliche mit dabei ist. Sie wurde wie die übrigen Helfer extra geschult, die Kosten trägt der Verein selbst. Zudem wurden auch die Materialen in Eigenregie angeschafft. "Das Projekt wird leider nicht gefördert", erklärt Meyer dazu. Entwickelt wurde das Konzept von Therapeuten, Pädagogen, Psychologen, Theologen, Eltern und Lehrern.

Fester Plan für die Aktionswoche in den Schulen

Die Ehrenamtlichen gehen nach einem festen Plan vor. Jeden Morgen gibt es ein Begrüßungsritual, danach stehen verschiedene Themenblöcke pro Tag auf dem Plan. Am ersten Tag geht es um "Werden und Vergehen". Die Schüler lernen, dass aus der Trauer auch etwas Gutes entstehen kann. Die Übungen sind kindgerecht und immer auch mit Spaß verbunden, das Thema an sich soll aus der Tabuzone geholt werden und gehöre schließlich zum Leben dazu. 

Der zweite Tag steht unter dem Motto "Krankheit und Leid". Dabei kommt ein Arzt zu Besuch in die Klasse und die Kinder können ganz persönliche Fragen stellen. "Wir schauen außerdem, was man Gutes tun kann, wenn man selbst oder jemand anders krank ist", erklärt Elisabeth Bendleb, die ebenfalls seit Beginn dabei ist. 

Der emotionalste Teil der Woche findet häufig am dritten Tag mit dem Komplex "Tod und Sterben" statt. Wichtig sei es, im Vorfeld die Situation und möglichen Reaktionen der Kinder abzuschätzen. "Dann ist es auch gut, wenn die Lehrer da sind", sagt Meyer. Wie die Ehrenamtlichen berichten, lösen sich häufig in den Kleingruppen die Emotionen. Auch über den Umgang innerhalb der Klasse und der Familie wird gesprochen, dazu wird die Arbeit des Hospizdienstes kurz vorgestellt. 

"Trost und Trösten" bilden den Abschluss

Einen Tag später folgt ein kreativer Teil, der vierte Abschnitt steht unter dem Motto "Vom Traurigsein". Die Kinder drücken unter anderem ihre Emotionen in selbst gemalten Bildern aus. Außerdem setzen sie eine Pflanze, die als Zeichen für einen Neuanfang stehen soll. 

Den Abschluss bilden die Themen "Trost und Trösten", für das ehrenamtliche Team und die Schüler bedeutet das Abschiednehmen nach einer Woche. Es wird noch einmal gezeigt, wie wichtig Zusammenhalt und Gemeinschaft sind, auch im Klassenverbund. Die Schüler können einen Trostbrief schreiben und mit einem gemeinsamen Tanz lösen sich alle Lasten von den Schultern.

„Man merkt, wie alle Ehrenamtlichen hinter dem Konzept stehen“Koordinatorin Hildegard Meyer

"Man merkt, wie alle Ehrenamtlichen hinter dem Konzept stehen. Es ist immer eine intensive und schöne Woche", sagt Meyer. Man spreche dabei auch nicht die ganze Zeit über den Tod, gemeinsam taste man sich aber langsam an das Thema heran. "Ich habe beim Seminar gleich gemerkt, dass das etwas für mich ist", erzählt Dien Brandsen, die in den Niederlanden als Lehrerin gearbeitet hat. 

Zu Beginn seien die Schulen und auch Eltern noch skeptisch gewesen, dies habe sich aber schnell gewandelt. Zuvor werden die Inhalte bei Informationsveranstaltungen vorgestellt und spätestens beim Abschlussfest mit Lehrern, Eltern und Schülern seien sie begeistert. "Inzwischen kommen Schulen auf uns zu und fragen an", sagt Meyer. Eine nächste Aktion ist vor den Osterferien mit drei Schulklassen geplant. 

  • Info: Der ambulante Hospizdienst für den Landkreis Cloppenburg ist online unter www.hospizdienst-clp.de zu finden. Die OM-Mediengruppe unterstützt den Verein im Rahmen der MT-Weihnachtsaktion. Spenden können auf folgendes Konto überwiesen werden: IBAN DE10 2806 1501 0034 3005 01

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