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Es gibt viel mehr Hilfe, als man glaubt oder weiß

Kolumne: Recht hat, wer Recht bekommt – Seit mehr als 20 Jahren gibt es die Stiftung Opferhilfe in Niedersachsen. Aber bei Betroffenen ist sie oft noch unbekannt. Das muss sich ändern.

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Opfer von Straftaten und deren Angehörige leiden häufig unter Problemen und Konflikten, die aus der Straftat resultieren. Im Umgang mit Gerichten, Behörden und sonstigen Institutionen fühlen sie sich oft unverstanden und alleingelassen. Im Strafverfahren steht zumeist die Zeugenrolle des Opfers im Mittelpunkt. Opferbedürfnisse gehen jedoch weit über das Strafverfahren hinaus. Als Gerichtsreporter habe ich den Eindruck, dass die Opferhilfe bei den Betroffenen noch weitgehend unbekannt ist. Dabei wurde die Stiftung Opferhilfe bereits 2001 in Niedersachsen gegründet.

Im vergangenen Jahr wurden 2282 Betroffene von den elf regionalen Opferhilfebüros betreut. Trotz der Pandemie blieb diese Zahl weitgehend konstant, im Jahr 2020 waren es 2400 Personen. Die Personen, die um Hilfe nachsuchen, sind zu 83 Prozent Frauen. Einen Anstieg gab es bei der Zahl der zu Betreuenden in den Bereichen "Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung".

Die Opferhilfebüros bieten viele unterschiedliche Hilfen an

Die Opferhilfebüros bieten für Opfer von Straftaten konkret folgende Hilfeleistungen an: Psychosoziale Betreuung und Beratung, Vermittlung zu weitergehenden Hilfs- und Beratungsangeboten wie Traumaberatung oder Traumatherapie, Begleitung zu Gerichts-, Behörden-, Anwalts- und Arztterminen sowie Unterstützung bei Anträgen. Außerdem informieren die Opferhelferinnen über die Stellung des Opfers im Strafverfahren, die Möglichkeiten einer Opferanwältin sowie der Nebenklage und Ansprüche nach dem Opferentschädigungsgesetz.

Die Stiftung Opferhilfe Niedersachsen kann auch finanzielle Hilfe gewähren, insbesondere für den Ausgleich materieller und immaterieller Schäden, Betreuungsmaßnahmen oder Maßnahmen zur psychischen Stabilisierung, die Finanzierung von Traumatherapien oder die Zahlung von Schutzeinrichtungen. Die Hilfeleistungen richten sich am Bedarf des Opfers aus und werden respektvoll in enger Zusammenarbeit mit anderen freien Trägern der Opferhilfe sowie mithilfe von Polizei, Sozialbehörden, Jugendämtern, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten umgesetzt.

Die Stiftung Opferhilfe Niedersachsen hat auch die Möglichkeit, Träger freier Opferhilfeeinrichtungen finanziell dabei zu unterstützen, eigene innovative Opferhilfeprojekte durchzuführen, um das Hilfeangebot für Opfer von Straftaten stetig auszubauen. Opferhilfebüros gibt es in der Nähe – in Osnabrück und Oldenburg. Die Hilfsangebote können die Betroffenen im Internet "Opferhilfe", bei der Polizei und bei den Gerichten erfahren. Leserinnen und Leser sollten die Hinweise an Betroffene und Angehörige weitergeben.


Zur Person:

  • Klaus Esslinger ist Gerichtsreporter und war viele Jahre Lokalchef der Oldenburgischen Volkszeitung.
  • Kontakt zum Autor über: redaktion@om-medien.de.

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