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Es blitzt immer seltener in den Kreisen Vechta und Cloppenburg

Im vergangenen Jahr wurden in Südoldenburg nur noch etwa 1.300 Blitze gezählt, 2015 waren es noch mehr als 3.300. Die Ursache: Trockenheit.

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Gewaltiges Naturschauspiel: Im Oldenburger Münsterland waren derartige Blitzereignisse zuletzt aber selten. Foto: dpa/Stratenschulte

Gewaltiges Naturschauspiel: Im Oldenburger Münsterland waren derartige Blitzereignisse zuletzt aber selten. Foto: dpa/Stratenschulte

Erst wird es dunkel und dann für kurze Augenblicke wieder taghell: Gewitter – und damit einhergehend auch Blitze – waren im vergangenen Jahr am Himmel über den Landkreisen Cloppenburg und Vechta allerdings ein sehr selten zu beobachtendes Naturschauspiel. Das geht aus dem neuen Blitzatlas des Technologiekonzerns Siemens hervor.

Demnach wurden 2019 im Kreis Vechta lediglich 443 Lichtbögen erfasst. Das entspricht 0,55 Einschlägen pro Quadratkilometer. Im von der Fläche her fast doppelt so großen Kreis Cloppenburg kamen 885 Blitze zusammen. Daraus ergibt sich eine Blitzdichte von 0,62.

Landesweit hat es nur noch in wenigen anderen Regionen so spärlich vom Himmel gekracht und gezuckt wie im Oldenburger Münsterland. Besonders wenige Blitze gingen den Angaben zufolge im äußersten Nordwesten - direkt an der Nordseeküste - nieder, etwa in der Stadt Wilhelmshaven (Blitzdichte: 0,22) sowie in den Landkreisen Wittmund (0,28) und Aurich (0,32). Die niedersachsenweit höchste Blitzdichte verzeichnete dagegen der Landkreis Goslar mit 1,48 Blitzen pro Quadratkilometer.

Auf derartige Werte kamen die Kreise Vechta und Cloppenburg auch schon. So waren im Jahr 2015 zwischen Visbek und Vörden exakt 1.570 Lichtbögen erfasst worden (Blitzdichte: 1,93). Damit zählte der Raum Vechta in jenem Jahr zu den 100 blitzreichsten Regionen Deutschlands. Gleiches schaffte der Kreis Cloppenburg im Jahr 2013 mit sogar 3,33 Einschlägen je Quadratkilometer.

Im Langzeitvergleich der Jahre von 1999 bis 2015 sind diese hohen Werte in Südoldenburg jedoch ungewöhnlich, heißt es. Hier wurden für Vechta (1,21) und Cloppenburg (1,12) im bundesweiten Vergleich eher durchschnittliche Zahlen erfasst. Das bestätigt sich beim Blick auf den Regionalvergleich der vergangenen fünf Jahre (siehe Balkengrafik). Dabei wies immer der Landkreis Osnabrück die höchste Blitzdichte auf.

"Es war schlicht zu trocken. Denn Gewitter benötigen Hitze und Feuchtigkeit."Stefan Thern, Leiter des Blitz-Informationsdienstes von Siemens

Insgesamt wird aber sowohl regional als auch national deutlich, dass die Menge der Blitze zuletzt rapide zurückging. So ermittelte der Blitzinformationsdienst von Siemens nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr bundesweit gerade noch 329.000 Einschläge. Das ist der bisher niedrigste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. 2007 waren es noch mehr als eine Million.

"Das Jahr 2019 war in Deutschland, Mittel- und Westeuropa ausgesprochen blitzarm, wir verzeichneten wenige Gewitter und deutlich weniger Erdblitze, also Blitzeinschläge", sagt der Leiter des Blitz-Informationsdienstes, Stephan Thern.

Da macht die hiesige Region keine Ausnahme. Die absoluten Zahlen im Kreis Vechta gingen seit dem Höchststand von 1.570 Blitzen im Jahr 2015 kontinuierlich zurück. Nicht anders sieht es im Kreis Cloppenburg aus. Im Jahr 2016 waren noch mehr als doppelt so viele Blitze (2.017) gezählt worden wie 2019.  Die Ursache für diese Entwicklung ist offenbar simpel. "Es war schlicht zu trocken. Denn Gewitter benötigen Hitze und Feuchtigkeit", erklärt Elektrotechniker Thern.

Der Blitz-Informationsdienst von Siemens nutzt rund 160 verbundene Messstationen in Europa, die im Abstand von 350 Kilometern aufgestellt sind, und funktioniert wie folgt: Jeder Blitz sendet ein elektromagnetisches Signal aus. Diese Information wird mit Sensoren registriert und in der Zentrale in Karlsruhe analysiert. Aus den Daten lässt sich den Angaben zufolge bis auf 50 Meter genau ermitteln, wo gerade ein Blitz eingeschlagen hat.

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