Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Erweiterung der Grundschule Neuenkirchen: Ausschuss ist für Mutert-Plan

Eine Vorentscheidung ist gefallen. Das in Bramsche ansässige Architekturbüro hat für seinen Vorschlag des Zuschlag des Schulausschusses bekommen. Das allerdings nicht uneingeschränkt.

Artikel teilen:
Wahrscheinlich geht es vorne raus: Nach dem Vorschlag des Architekturbüros Mutert soll die Erweiterung des Gebäudes der Neuenkirchener Grundschule zur Straße Herrengarten hin erfolgen. Dem Ausschuss gefiel die Planung am besten. Foto: Oevermann

Wahrscheinlich geht es vorne raus: Nach dem Vorschlag des Architekturbüros Mutert soll die Erweiterung des Gebäudes der Neuenkirchener Grundschule zur Straße Herrengarten hin erfolgen. Dem Ausschuss gefiel die Planung am besten. Foto: Oevermann

Gleich drei Entwürfe für die notwendige Erweiterung der Grundschule Neuenkirchen standen bei der Schulausschusssitzung am Donnerstagabend im Saal Otte zur Abstimmung. Sämtliche Ratsfraktionen votierten für die Ausbauvariante des Bramscher Architekturbüros Mutert. Die drei Schulleiter sowie die Elternvertreterin, die alle ebenfalls dem Ausschuss angehören, enthielten sich.

Mit dem Votum sei aber noch nichts entschieden, hieß es von der Verwaltungsseite. Die Festlegung auf eine Ausbauvariante sei lediglich Grundlage für die Ausschreibung des Planungsauftrags, welche voraussichtlich EU-weit erfolgen müsse. Erst nach der Vergabe könne mit der Detailplanung begonnen werden, ähnlich wie es bei der Erweiterung der Grundschule Vörden der Fall war, hieß es.

"Kein Entwurf würde eins zu eins umgesetzt werden."Doris Suhrenbrock, Kämmerin

Für den Planungsauftrag könnten sich auch noch andere Architekturbüros bewerben. Und: "Kein Entwurf würde eins zu eins umgesetzt werden." Das sagte Kämmerin Doris Suhrenbrock. Der Entwurf diene nur als Rahmen für die spätere Detailplanung. Eben diese Grundlage für die Detailplanung soll nach dem Wunsch aller Ratsfraktionen der Entwurf des Büros Mutert sein.

"Eigentlich sollte für uns der Satz gelten: Für unsere Kinder ist uns nichts zu teuer."Karlheinz Rohe, CDU-Fraktionsvorsitzender

Dieser war mit geschätzten Kosten in Höhe von 2,34 Millionen Euro auch deutlich günstiger als die Entwürfe des Ingenieurbüro Rechtiens aus Neuenkirchen-Vörden (4,3 Millionen Euro) und des Vechtaer Büros Bocklage und Buddelmeyer (5,57 Millionen Euro). "Eigentlich sollte für uns der Satz gelten: Für unsere Kinder ist uns nichts zu teuer. Das müssen wir uns jedoch auch leisten können", sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Karlheinz Rohe.

Rohe: Politik muss das Ganze im Auge haben

Einstimmig habe sich seine Fraktion für die Mutert-Variante ausgesprochen. "Mehr können wir uns aufgrund unserer aktuellen finanziellen Situation nicht leisten", betonte Rohe und erinnerte daran, dass die Politik noch das "Ganze im Auge" behalten müsse. Schließlich stünden mit dem Neubau des Vördener Feuerwehrhauses und den beabsichtigten Errichtungen von zwei Kindertagesstätten in den Ortsteilen Neuenkirchen und Vörden weitere Investitionen in Millionenhöhe für die Gemeinde aus.

Rohe war zudem verärgert darüber, dass die Ausbauvarianten des Ingenieurbüros Rechtien sowie des Büros Bocklage und Buddelmeyer eine Vergrößerung der Fläche um mehr als 1000 Quadratmeter vorsehen. Die Vorgabe der Gemeindeverwaltung seien etwa 500 Quadratmeter gewesen. "Es war zwar nicht in Stein gemeißelt, aber eine ungefähre Vorgabe", bestätigte ihn Doris Suhrenbrock.

Konzepte lassen keine Doppelnutzung einzelner Räume zu

Im Gegensatz zum Mutert-Entwurf ließen die Raumkonzepte der beiden anderen Büros auch keine Doppelnutzung einzelner Räume zu. Der Entwurf des Bramscher Architekturbüros beabsichtigt dagegen eine Erweiterung in Massivbauweise um knapp 500 Quadratmeter und einen Ausbau in Richtung des vorderen Schulhofs.

Mirko Huesmann (FDP) unterstrich bei der Diskussion, dass bei einem Ausbau in Richtung des vorderen Schulhofs auch keine größere, zusätzliche Flächenversiegelung notwendig sei.

Lisa Haakmann (IGNV) monierte, dass die drei vorgestellten Entwürfe aufgrund ihrer unterschiedlichen Größenordnung nur schwierig zu vergleichen gewesen seien. Zu sehr unterschieden sich die Ausbauvarianten der Büros Rechtien sowie Bocklage und Buddelmeyer in der Quadratmeterzahl von der Mutert-Variante.

Haakmann kritisiert fehlende Clusterbildung

Die IGNV-Ratsfrau lobte, dass beim Mutert-Entwurf "der Mensch im Vordergrund" stehe. Allerdings kritisierte sie die fehlende, von der Schule gewünschte Clusterbildung. Dies bedürfe noch einer Überarbeitung. Alle Ausschussmitglieder stimmten darin überein, dass eine solche Überarbeitung im Mutert-Entwurf noch in der letztendlichen Detailplanung erfolgen könne.

"Die Flurschule war eigentlich immer unser größter Kritikpunkt."Karin Rechtien, Rektorin der Grundschule Neuenkirchen

Die Neuenkirchener Grundschulleiterin Karin Rechtien bemängelte ebenfalls die bedingte Vergleichbarkeit der drei Entwürfe. Sie kritisierte den Mutert-Entwurf jedoch dahingehend, dass dieser die Konstruktion der Schule als Flurschule nicht auflöst und zudem noch kleinere Unterrichtsräume vorweist. "Die Flurschule war eigentlich immer unser größter Kritikpunkt", so Rechtien. Dennoch weise auch dieser Entwurf einige positive Aspekte auf.

Sie hob zudem hervor, dass sich die Schule keineswegs für den Entwurf von Bocklage und Buddelmeyer ausgesprochen habe. Lediglich erscheine dieser in seiner jetzigen Form als "einzig zeitgemäße, der die Umsetzung einer zukunftsfähigen Unterrichtskonzeption ermöglicht". Aber auch dieser Plan sei keineswegs perfekt.

"Ob vorne, hinten oder nach oben ausgebaut wird, ist uns egal."Karin Rechtien, Rektorin der Grundschule Neuenkirchen

Zudem gehe es für die Schule keineswegs  darum, den "teuersten und größten Entwurf zu nehmen". "Ob vorne, hinten oder nach oben ausgebaut wird, ist uns egal", unterstrich Karin Rechtien. Vielmehr gehe es der Schule einzig und allein darum, den bestmöglichen Unterricht für die Kinder sicherstellen zu können.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Erweiterung der Grundschule Neuenkirchen: Ausschuss ist für Mutert-Plan - OM online