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Erstkommunion nur im kleinen Kreis gefeiert

In der Herz-Jesu-Kirche in Nikolausdorf galten bei der nachgeholten Erstkommunionsfeier wegen der Pandemie besondere Regeln. Vorab wurde viel diskutiert.

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Abstand statt Gemeinschaft: In Nikolausdorf wurde am Sonntag Erstkommunion gefeiert. Foto: Looschen

Abstand statt Gemeinschaft: In Nikolausdorf wurde am Sonntag Erstkommunion gefeiert. Foto: Looschen

Nur noch acht Wochen, das Kleid oder der Anzug waren gekauft, die Vorbereitung fast abgeschlossen – dann kam Corona und damit das Aus für die Erstkommunionfeiern. Drei Sonntage im Mai waren reserviert gewesen für das Fest der 80 Erstkommunionkinder der Pfarrgemeinde Sankt Johannes Baptist Garrel.

Am Sonntag wurden die ersten 13 Kinder in der Herz-Jesu Kirche in Nikolausdorf zur Erstkommunion geführt. Allerdings musste das Fest ganz anders gestaltet werden, als in früheren Jahren. Denn in der Nikolausdorfer Kirche dürfen nur 52 Personen am Gottesdienst teilnehmen. Pastoralreferentin Melanie Schreiber, die für die Vorbereitung und Begleitung der Kinder und deren Eltern zuständig ist, hatte mit den Eltern über eine Lösung diskutiert. Die Erstkommunionfeier um ein Jahr verschieben? Das fand keine Zustimmung bei den Eltern.

"Heute habt ihr die Kirche ganz für euch allein"

Die Nikolausdorfer Eltern wollten, dass alle Kinder in einer Feier zum ersten Mal zur Kommunion gehen sollten. Das bedeutete: Eltern und Kinder müssen unter sich bleiben. Die 13 Erstkommunionkinder, deren Geschwister und Eltern durften teilnehmen, mehr Plätze bietet die Kirche unter Corona-Bedingungen nicht. „Heute habt ihr die Kirche ganz für euch allein“, gewann Pfarrer Paul Horst den Umständen etwas Gutes ab. Schon beim feierlichen Einzug galt: Abstand halten. Nur vier Sängerinnen des Chores „Voices“ durften singen.

Der um mehrere Monate verlegte Termin brachte manche Mutter in die Bredouille. Kinder wachsen in dem Alter schnell, manches Kleid oder Anzug passten nicht mehr. „Da haben sich die Fachgeschäfte sehr kulant verhalten“, hat Melanie Schreiber erfahren. Kleid oder Anzug hätten ohne Probleme getauscht werden können. Musste die Feier in der Kirche schlichter, weniger feierlich gestaltet werden, gab es für die Begegnung zu Hause oder beim Besuch eines Restaurants weniger Einschränkungen. Auf das Gruppenfoto wollte man nicht verzichten. Das war möglich, besuchen doch alle Kinder eine Klasse der Grundschule Beverbruch/Nikolausdorf.

Statt drei gibt es nun sieben Feiern

In Nikolausdorf konnten gestern alle Kinder gemeinsam während einer Feier zum ersten Empfang der Kommunion geführt werden. Das ist in Garrel bei 65 Kindern nicht möglich. Auch dort wurde im Gespräch mit den Eltern eine Lösung gefunden: Die Kinder einer Schulklasse nehmen jeweils an einer Feier teil. Das bedeutet, dass es fünf Feiern in der Pfarrkirche in Garrel gibt: jeweils zwei am
13. und 20. September und eine am 27. September. Da die Pfarrkirche 130 Gläubigen Platz bietet, kann jedes Erstkommunionkind bis zu zehn Gäste mitbringen. Die Geschwister, Paten und Großeltern können also in der Kirche mitfeiern. Für Falkenberg, wo am 6. September fünf Kinder ihre erste Kommunion feiern, gelten wiederum Beschränkungen.

Statt drei, jetzt also sieben Feiern. Die „Mehrarbeit“ nimmt Pfarrer Paul Horst gern in Kauf. Wenn auch jetzt unter ganz anderen Bedingungen, wolle er gern seinen Part zu einer würdigen, schönen Feier beitragen, die den Kindern trotz der widrigen Umstände in guter Erinnerung bleiben soll.

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