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Erstes Corona-Drive-in: Vor dem Testen testen sich die Tester selbst

Ab Donnerstag, 12 Uhr, können sich Einwohner aus dem Kreis Cloppenburg einmal wöchentlich in Cloppenburg gratis aufs Virus testen lassen. Die DRK-Helfer warten im Container auf ihren Einsatz.

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Leiten das Testzentrum: Lisa Tabeling und Geschäftsführer Jan Hoffmann beim Aufbau auf dem Marktplatz. Foto: Kreke

Leiten das Testzentrum: Lisa Tabeling und Geschäftsführer Jan Hoffmann beim Aufbau auf dem Marktplatz. Foto: Kreke

Bevor die "Kundschaft" kommt, greifen die DRK-Helfer erst einmal selbst ins Regal: Heute um kurz nach 11 Uhr testen sich die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter im angemieteten Container auf das Virus. Mit dem Negativ-Ergebnis legen die geschulten Mitarbeiter die Schutzausrüstung für den Einsatz an: Ab 12 Uhr werden in der neuen Corona-Test-Straße auf dem Marktplatz vor der "Roten Schule" die ersten Abstriche genommen: Am ersten Drive-in-Schalter im Landkreis Cloppenburg können sich alle Kreiseinwohner einmal wöchentlich kostenlos testen lassen.

Wartezeiten sind nicht vorgesehen

Pflicht ist zuvor eine Online-Anmeldung unter cloppenburg.drk-testzentrum.de. Wer zum vereinbarten Termin kommt, erhält 15 Minuten später das Ergebnis des Antigen-Schnelltests per SMS aufs Smartphone oder per E-Mail. Da niemand in einer Schlange warten müsse, gebe es keine Menschenansammlung, in der sich das Virus verbreiten könnte, erklärt Jan Hoffmann, seit Jahresbeginn Geschäftsführer des Roten Kreuzes im Kreis Cloppenburg. Für Fußgänger wird ein Extra-Weg markiert.  

Schon am Mittwoch stellten die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs die Leitgitter und Absperrungen auf. Autofahrer gelangen über die Zufahrt von der Eschstraße auf das Gelände und werden direkt zum Schalter am Container geleitet. Nach dem Abstrich durchs geöffnete Autofenster verlassen die Fahrzeuge auf einem "Rundkurs" wieder den Platz. Die Stadt hatte das Gelände für den Publikumsverkehr ohnehin gesperrt, weil sich dort immer wieder junge Männer mit ihren Autos versammelt hatten, ohne die Schutzregeln einzuhalten.

Auch nach der Arbeit ist noch Zeit zum Abstrich

Getestet wird dienstags und donnerstags von 12 bis 19 Uhr sowie samstags von 9 bis 16 Uhr. Mitgebracht werden müssen ein Ausweis und die Einverständniserklärung. Sollte das Ergebnis positiv sein, bekommen infizierte Personen zusätzliche Informationen zum weiteren Verfahren zugeschickt. Mit dem DRK hat die Stadt Profis ins Boot geholt. Der Kreisverband und seine örtlichen Bereitschaften betreiben im ganzen Landkreis bereits 12 feste Teststationen. Rund 40 Helfer/innen seien inzwischen für den Abstrich geschult worden, erklärten der Ausbildungsbeauftragte Klaus Engbers und die Leiterin der Testzentren, Lisa Tabeling, am Mittwoch beim Ortstermin.

So werden auch ehrenamtliche Mitarbeiter der Cloppenburger Bereitschaft die hauptamtliche Besatzung im Wechsel unterstützen. "Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht", unterstreicht der Geschäftsführer. Für den Aufbau des ersten Drive-in-Schalters konnte Hoffmann zudem auf Erfahrungen seiner Kollegen in Oldenburg zurückgreifen: Dort wird bereits seit 3 Wochen eine Teststraße betrieben. Der überregionale Verbund des Roten Kreuzes biete zudem Vorteile bei der ausreichenden Beschaffung von Tests und Schutzausrüstungen. "Da sind wir inzwischen krisenerfahren", meint Hoffmann.

"Durch die Schnelltests können Infizierte, die keine oder nur sehr milde Symptome haben, frühzeitig entdeckt werden."Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese

Für die Stadt verspricht sich der Bürgermeister mehr Infektionsschutz. "Durch die Schnelltests können Infizierte, die keine oder nur sehr milde Symptome haben, frühzeitig entdeckt werden. Das hilft, die Infektionskette weiter zu unterbrechen", erklärte Dr. Wolfgang Wiese in einer Pressemitteilung. Mit dem gut erreichbaren Testangebot am Marktplatz "können wir auch hier unseren Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten", glaubt Hoffmann.

Er verweist auf die Erfahrungen aus den schon bestehenden 12  Testzentren, die vor allem vor Ostern komplett ausgebucht waren. Dabei seien mehrfach symptomlos infizierte Menschen erfasst worden. "Das ist genau das, was wir erreichen wollen", betonte der Geschäftsführer. Nur ausreichende flächendeckende Testungen böten eine Chance, die Virusverbreitung einzudämmen, bis überall genügend Impfungen verabreicht worden sind, um auf eine "Herdenimmunität" setzen zu können. Noch einmal die Anmeldeadresse: cloppenburg.drk-testzentrum.de

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