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Erste Apotheken im Oldenburger Münsterland bieten eigene PCR-Tests an

In Dinklage und Cloppenburg erhalten Betroffene auf diesem Wege von Montag an schnelle Gewissheit, ob eine Corona-Infektion vorliegt. Das Land fördert die Anschaffung der Testgeräte.

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Die Anschaffung des Testgerätes kostete knapp 10.000 Euro. 3000 Euro davon will das Land dem Dinklager Apotheker Sebastian Müller als Förderung zurückerstatten. Foto: M. Niehues

Die Anschaffung des Testgerätes kostete knapp 10.000 Euro. 3000 Euro davon will das Land dem Dinklager Apotheker Sebastian Müller als Förderung zurückerstatten. Foto: M. Niehues

Das ersehnte Gerät hat er am Mittwoch gerade erst ausgepackt. Aber es funktioniert. Das hat Apotheker Sebastian Müller schon ausprobiert. Jetzt fehlen nur noch die Test-Kits. Ab Montag will der Inhaber der Von-Galen-Apotheke in Dinklage und der Marienapotheke in Cloppenburg durchstarten und PCR-Tests anbieten. "Das Ergebnis liegt innerhalb von 24 Stunden vor", verspricht er.

Der 36-Jährige gehört zu den ersten Apothekern in Niedersachsen, die jetzt PCR-Tests anbieten und auf diese Weise die Laborkapazitäten entlasten. Denn bislang mussten, je nach Labor, Betroffene oft tagelang warten, bis das bestätigende oder erlösende Ergebnis eines PCR-Tests bei Corona-Verdacht vorlag. Die mit viel Ungewissheit verbundene Wartezeit muss künftig nicht mehr quälend lang sein.

Erst am 1. Februrar hatte das niedersächsische Gesundheitsministerium mitgeteilt, dass durch eine Änderung der Testvervordnung ermöglicht wird, dass auch Apotheken in die Analyse von PCR-Tests eingebunden werden. Um die Kapazitäten zu erhöhen, fördert Niedersachsen demnach als erstes Bundesland die Anschaffung der Testgeräte mit 3000 Euro pro Apotheke. Insgesamt 3 Millionen Euro stellt das Land hierfür bereit.

Land will mit Förderung auch Testversorgung im ländlichen Raum stärken

"Wir wollen kurzfristig das Potential für PCR-Testungen in den Apotheken in Niedersachsen heben, damit die Priorisierung bei der PCR-Analyse so selten wie möglich stattfinden muss und so viele Menschen wie möglich wohnort- und zeitnah einen PCR-Test erhalten können", erklärte dazu Gesundheitsministerin Daniela Behrens und erhofft sich damit auch eine bessere Versorgung im ländlichen Raum.

Lagern bereits bei tiefen Minusgraden: Diese Enzyme werden für die Laboranalyse mit dem neuen Testgerät benötigt. Foto: M. NiehuesLagern bereits bei tiefen Minusgraden: Diese Enzyme werden für die Laboranalyse mit dem neuen Testgerät benötigt. Foto: M. Niehues

Im Gegensatz zum Corona-Schnelltest sorgt die genaue Laboranalyse eines PCR-Tests für ein sicheres Ergebnis. Hier wird auch eine geringe Viruslast erkannt, auf die ein Schnelltest überhaupt nicht reagieren würde. Deshalb erhalten Betroffene, deren Schnelltest positiv ausgefallen ist oder deren Corona-Warn-App rot anzeigt, nach aktuellen Bestimmungen einen kostenlosen PCR-Test.  

Sebastian Müller ist das kaufmännische Risiko eingegangen, ein Testgerät anzuschaffen und bietet in seinen beiden Apotheken jetzt alles an, Schnelltests, PCR-Tests und Impfungen gegen Corona. "In Zukunft werden wir auch noch zusätzlich einen PCR-Express-Test anbieten", sagt er und denkt dabei schon an Urlaube und Flugreisen. Vorstellbar sei, dass dann solche Tests vorgeschrieben seien. Der normale Test kostet bei ihm 64,90 Euro. Wenn die geschilderten Voraussetzungen vorliegen, werde die Laboruntersuchung jedoch nicht berechnet, versichert er.

Apotheken-Mitarbeiter werden für Tests und fürs Impfen geschult

Bis er am Montag starten kann, haben Sebastian Müller und sein Team aber noch einiges zu tun. Am Freitag gibt es eine Einweisung in die Arbeit mit dem Testgerät. Bis dahin sollen auch die Kits eintreffen. Am Sonntag werden Mitarbeiter von einem Arzt in Sachen Impfen praktisch geschult. Und am Montagmorgen soll das Buchungsportal für die PCR-Tests freigeschaltet werden, damit Interessierte angebotene Termine reservieren können.

Sebastian Müller hat sich unter den Kollegen der Region umgehört. Er geht davon aus, dass er der erste Apotheker im Oldenburger Münsterland ist, der über ein eigenes PCR-Testgerät verfügt. Was er sicher weiß, ist, dass er mit seiner Investition wirtschaftlich von den aktuellen Corona-Bestimmungen abhängig ist. Denn was jetzt als Entlastung gepriesen wird, kann morgen schon nicht mehr gebraucht werden.

"Es kann durchaus sein, dass in 3 Wochen alle Maßnahmen so gelockert werden, dass das Gerät in der Ecke rumsteht", sagt er. Möglich sei aber auch, dass er bald bereue, für Cloppenburg kein eigenes Gerät angeschafft zu haben. Die genommenen Abstriche beider Apotheken sollen jedenfalls gemeinsam untersucht werden. Fahrer bringen die Proben hierfür in sein Labor.

Geplant hat Müller schon jetzt, die vorhandenen Kapazitäten in den nächsten Wochen auszubauen. Gegenüber anderen Laboren habe er einen Vorteil, so Müller. Er müsse die Tests nicht nach Priorisierung durchführen. Wer zuerst komme, erhalte auch zuerst sein Ergebnis.

  • Info: Termine für PCR-Tests in der Von-Galen-Apotheke in Dinklage können ab Montag gebucht werden unter www.dinklage-schnelltest.de , Tests in der Marien-Apotheke in Cloppenburg unter www.termine.marien-apotheke-cloppenburg.de.

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