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Erfolgsgeschichte soll fortgesetzt werden

Die Gemeinde Molbergen will, dass nach dem Ortskern nun auch die umliegenden Orte von der Dorfentwicklung profitieren. Ob das klappt, ist aber noch offen.

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Hoffen auf positiven Bescheid: Witali Bastian (von links), Gregor Paus und Andreas Unnerstall (rechts) überreichten Patricia Bonney den Antrag. Foto: Schrimper

Hoffen auf positiven Bescheid: Witali Bastian (von links), Gregor Paus und Andreas Unnerstall (rechts) überreichten Patricia Bonney den Antrag. Foto: Schrimper

Molbergen will es noch einmal wissen – und erneut mithilfe von Fördermitteln entscheidende Impulse in der Gemeinde setzen: Die Dorfentwicklung soll fortgesetzt werden; allerdings nicht im Ortskern, sondern in den umliegenden Dörfern. Die Verwaltung bittet nun mit dem  Antrag "Pro-Dorf-Region Molbergen-umzu" unter dem Motto "Für ein gemeinsames Morgen" um Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm des Landes Niedersachsen.

Wie bei einem Pressegespräch berichtet wurde, war ein solcher Antrag bereits im vergangenen Jahr eingereicht worden. Dieser hatte sich allerdings nicht gegen konkurrierende Anträge im Geschäftsbereich Weser-Ems des Amtes für regionale Landesentwicklung (ArL) durchsetzen können. Mit einer überarbeiteten Version des Papiers hofft man, im Frühjahr kommenden Jahr einen positiven Bescheid zu bekommen. 

Patricia Bonney, zuständige Dezernatsteilleiterin beim ArL in Oldenburg, betonte, dass das Aufnahmeverfahren in das Dorfentwicklungsprogramm stets "mit vielen Hoffnungen verbunden sei". Im Weser- Ems-Gebiet gebe es allerdings "sehr rührige Kommunen", die mit ihren Anträgen in Konkurrenz zueinander treten. Im Geschäftsbereich seien pro Jahr nur 1 bis 2 Aufnahmeverfahren möglich.

Attraktivitätssteigerung ruft auch private Investoren auf den Plan

In Molbergen sei zu sehen, "wie toll die Dorfentwicklung unterstützen kann", lobte Bonney. "Was das ausgelöst hat, ist Wahnsinn." Die Attraktivitätssteigerung des Ortes habe auch viele private Investoren auf den Plan gerufen. Andreas Unnerstall, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, gab ihr Recht und verwies auf die bereits realisierten Projekte: den Dorfpark, dessen neuen Eingangsbereich mit Verkehrsberuhigung am Kneheimer Weg sowie den Bau des Kreisverkehrs in der Ortsmitte. 2022, also im letzten Jahr der laufenden Förderperiode, soll noch die Straße Hellekamp umgestaltet und verkehrsberuhigt werden. "Das darf sich sehen lassen", resümierte Unnerstall.

Für kommunale Projekte seien rund 2,5 Millionen Euro an Fördermitteln geflossen. Gefördert worden seien außerdem private Maßnahmen wie Dach- und Fassadensanierungen oder der Bau des neuen Pfarrsaals der katholischen Kirchengemeinde. Auch die neuen Gebäude am Kreisel – die Filiale der VR-Bank und die Bäckerei mit Café und Saal der Firma Behrens-Meyer – seien im Rahmen der Dorfentwicklung entstanden, so Unnerstall. Die Gesamtsumme, die  im Ort investiert wurde, bezifferte er auf etwa 15 Millionen Euro.

Dadurch, dass die Bauleitplanung "komplett angepackt" worden sei, habe man "eine neue identitätsstiftende Planung inszeniert", hob Gregor Paus vom zuständigen Planungsbüro Sweco aus Bremen hervor. Es sei schwer, "eine vergleichbare Dorfentwicklung in dieser Qualität zu finden". Synergien zögen sich durch den ganzen Ort. "Alles inszeniert sich, um den Ort nach vorne zu bringen." Unumstritten war die Dorfentwicklung in Molbergen allerdings nicht. "Es gab manche Sitzung, wo es hoch herging", blickte er zurück. Die kritischen Stimmen seien inzwischen verstummt, so Bonney. "Die Leute sind alle zufrieden." 

Bürger als Experten in eigener Sache

Falls die Gemeinde mit ihrem Antrag überzeugen kann, sind wieder die Bürger als Experten in eigener Sache gefragt. In einem Arbeitskreis solle herausgearbeitet werden, was sie brauchen, um sich wohlzufühlen, so Bonney. Denkbare Projekte seien etwa der Erhalt und die Sanierung der Dorfgemeinschaftshäuser, eine Stärkung des Ehrenamts sowie des Tourismus, sagte Bürgermeister Witali Bastian. "Treffpunkte sind ein großes Thema für Vereine", pflichtete Bonney bei. Auch die Nachnutzung aufgegebener Hofstellen könne interessant sein, so Paus – etwa für Mehrgenerationenprojekte oder Coworking.

Eine Entscheidung, ob die Gemeinde Molbergen ihre Dorfentwicklung fortsetzen kann, soll im März kommenden Jahres getroffen werden. Mitbewerber um die Aufnahme ins Dorfentwicklungsprogramm – allein aus dem Landkreis Cloppenburg – sind die Dorfregion Saterland und die Dorfregion "Beidseits der Lethe" (Garrel und Großenkneten).  

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