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Erdbeerkönigin genießt die ersten Früchte

Pauline Averbeck gibt auf dem Obst- und Gemüsehof Wehenpohl in Calveslage den Startschuss für die Saison. Die Ernte ist vielversprechend, aber die Unterbringung der Helfer bereitet Anbauern Sorgen.

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Frühzeitige Ernte im Folientunnel: Erdbeerkönigin Pauline Averbeck, Hofbetreiber Hubertus und Ann-Kathrin Wehenpohl mit Töchterchen Greta sowie die Fördervereinsvorsitzende Anja Muhle hoffen auf eine erfolgreiche Saison. Foto: Speckmann

Frühzeitige Ernte im Folientunnel: Erdbeerkönigin Pauline Averbeck, Hofbetreiber Hubertus und Ann-Kathrin Wehenpohl mit Töchterchen Greta sowie die Fördervereinsvorsitzende Anja Muhle hoffen auf eine erfolgreiche Saison. Foto: Speckmann

"Mmh, sehr lecker!" – Pauline Averbeck schnalzt mit der Zunge, als sie die frisch geernteten Erdbeeren probiert. Auf diesen genussvollen Moment hat sie lange gewartet. Da greift die Langfördenerin schon kraft ihres Amtes 2- oder auch 3-mal zu, bevor sie das Körbchen weiterreicht. Schließlich hat sie als amtierende Erdbeerkönigin die ehrenvolle Aufgabe, das heimische Anbaugebiet auch über die Grenzen des Oldenburger Münsterlandes hinaus zu vertreten.

Beim offiziellen Saisonauftakt am Freitag auf dem Obst- und Gemüsehof Wehenpohl in Calveslage präsentierte Averbeck die roten Früchte als Vorboten des lang ersehnten Sommers. Es war schon etwas Routine dabei, denn nach ihrem Amtsantritt im Juli 2019 zelebrierte die 20-jährige Langfördenerin bereits zum wiederholten Mal den Starschuss. Dabei lächelte sie in ihrem roten Kleid, geschmückt mit Schärpe und der beerigen Krone, die sie schon fast ihr Eigentum nennen könnte.

In Verbrauchermärkten, Hofläden und Wochenmärkten hat Verkauf begonnen

Normalerweise müsste Averbeck die Insignien in wenigen Wochen abgeben, aber das traditionelle Volksfest in Langförden und der damit verbundene Thronwechsel fallen in diesem Jahr erneut aus. Aus diesem Grund gab der "Förderverein Erdbeerkönigin Oldenburger Münsterland" am Freitag bekannt, dass die Amtsträgerin noch ein weiteres Jahr dranhängt. "Mich freut es, dass Pauline wieder Ja gesagt hat", erklärte Vorsitzende Anja Muhle.

Purer Genuss: Aufgrund der Kälte in den vergangenen Wochen sind die Erdbeeren etwas später reif. Die Qualität soll aber sehr vielversprechend sein. Foto: SpeckmannPurer Genuss: Aufgrund der Kälte in den vergangenen Wochen sind die Erdbeeren etwas später reif. Die Qualität soll aber sehr vielversprechend sein. Foto: Speckmann

Die alte und neue Erdbeerkönigin hatte schon im vergangenen Sommer deutlich gemacht, dass ihr die Rolle als Markenbotschafterin sehr gut gefällt. Allerdings hielten sich die Auftritte aufgrund der Corona-Pandemie in Grenzen. Viele Termine, darunter der Besuch bei der "Grünen Woche" in Berlin, fanden nicht statt. Da war die Präsenz beim Erdbeertag in der Vechtaer Innenstadt, wo die junge Langfördenerin das Glücksrad auf Touren brachte, einer der wenigen  Höhepunkte.

"Durch die Kälte sind wir etwa 2 Wochen später dran als im vergangenen Jahr."Obst- und Gemüseanbauer Hubertus Wehenpohl

"Ich hoffe, dass in diesem Jahr wieder etwas stattfinden kann, auch wenn es nur kleine Aktivitäten sind", erklärte Averbeck, die mit der heimischen Region eng verbunden ist und zurzeit eine Ausbildung zur Kauffrau im E-Commerce absolviert. Einige Anfragen für öffentliche Auftritte soll es bereits geben. Ob die Termine aufgrund der Pandemie stattfinden, steht noch in den Sternen. Sicher ist hingegen, dass in den nächsten Wochen mehr und mehr Erdbeeren in den Handel kommen.

In den Verbrauchermärkten und Hofläden sowie auf den Wochenmärkten hat der Verkauf schon vor einigen Wochen begonnen. Die ersten regionalen Produkte der Saison stammen aus den beheizten Gewächshäusern, wo sie dank des Sonnenlichtes in guten Mengen und ordentlichen Qualitäten reifen können. In diesen Tagen kommen die Früchte hinzu, die im Folientunnel oder unter Vlies angebaut werden und somit einen Verfrühungseffekt haben.

"Durch die Kälte sind wir etwa 2 Wochen später dran als im vergangenen Jahr", berichtete Hofbesitzer Hubertus Wehenpohl. Die niedrigen Temperaturen im April hätten die Ernte verzögert, sich auf die Qualität aber nicht negativ ausgewirkt. Auch die tiefen Temperaturen im Februar mit bis zu minus 20 Grad Celsius hätten keine wesentlichen Schäden hinterlassen, weil die Pflanzen von einer dünnen Schneeschicht überdeckt gewesen seien.

Wohncontainer für Erntehelfer schwer zu bekommen

Am Dienstag hat der Obst- und Gemüseanbauer die ersten Erdbeeren aus dem Tunnel geholt und damit den Erzeugergroßmarkt Langförden-Oldenburg beliefert. In etwa 2 Wochen will er mit der Freiland-Ernte beginnen. Bis Mitte August herrscht dann reger Betrieb auf den Feldern. Das Pflücken übernehmen wieder Erntehelfer. Sie kommen aus Polen und Rumänien. "In der Spitze haben wir bis zu 80 Arbeitskräfte", sagte Ann-Kathrin Wehenpohl.

Die Familie ist zurzeit stark gefordert, um den Einsatz der Erntehelfer zu organisieren. Der Infektionsschutz stellt eine Herausforderung dar. In den betrieblichen Zimmern dürften nur 2 statt 4 Personen untergebracht werden. Wohncontainer seien nur schwer zu bekommen, erklärte das Ehepaar Wehenpohl. Aufgrund der personellen Schwierigkeiten habe sich der Familienbetrieb schon im vergangenen Jahr dazu entschlossen, den Anbau von Erdbeeren um etwa 30 Prozent herunterzufahren.

Was die Qualität der süßen Früchte betrifft, ist Hubertus Wehenpohl recht optimistisch: "Es sieht dieses Jahr sehr vielversprechend aus." Das findet auch Töchterchen Greta, die beim Spaziergang durch den Folientunnel an den Früchten nascht. Das sind doch beste Voraussetzungen für den Posten der Erntekönigin, oder? Um in die Fußstapfen von Pauline Averbeck treten und die schmucke Krone tragen zu dürfen, muss die Zweijährige aber noch etwas warten.

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