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Er wurde am Tag des Mauerbaus geboren

Sehr persönliche Ansichten, immer dieselben 10 Fragen. Dieses Mal: Ludger Migowski aus Damme. Er ist ein leidenschaftlicher Sammler.

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Er schätzt seine Heimat: Ludger Migowski wandert gerne in den Dammer Bergen und deren Umgebung. Foto: Kristin Migowski

Er schätzt seine Heimat: Ludger Migowski wandert gerne in den Dammer Bergen und deren Umgebung. Foto: Kristin Migowski

Und? Wie ging es in letzter Zeit?
Na ja, habe gerade knapp 2 Wochen Urlaub hinter mir. Wollte eigentlich mit meiner Frau Marion und einem befreundeten Ehepaar, mit dem wir bereits auf dem sog. Mauer-Radweg unterwegs waren, erneut Berlin per Fahrrad – dieses mal von Ost nach West – durchqueren. Aus verschiedenen Gründen wurde die Reise gecancelt, was aber nicht heißt, dass Langeweile angesagt war: Sohn Henrik beginnt im Oktober ein Studium in Hannover. So standen Möbelkauf und Umzug auf der Tagesordnung.

Was haben Sie sich einmal so richtig gegönnt?
Zusammen mit den Dammern aus dem Kreis Vechta konnte ich Ende August erstmalig am offiziellen Städtepartnerschaftswochenende der Eulenspiegel-Stadt Damme in Belgien teilnehmen. Als einzige Nicht-Dammer in der Reisegruppe haben meine Frau Marion und ich die gleichnamige Partnerstadt in Flandern und einige ihrer Bewohner kennen und schätzen gelernt. Die zunächst von mir befürchtete Sprachbarriere war gar keine und aufgrund der fantastischen Atmosphäre während des gesamten Aufenthaltes sind wir nun nicht nur "Vernarrt in Damme" sondern auch "Vernarrt in Damme/Flandern".

Wenn Sie König von Deutschland wären: Was gehört als erstes abgeschafft?
Die hiesige Geschenkkultur, die einen oft nötigt, zu Einladungen und Empfängen Geschenke oder sonstige „Mitbringsel“ zu überreichen. Über die allermeisten Geschenke freut sich eh nur das Blumenfachgeschäft oder der Einzelhandel. Allein die Anwesenheit des Gastes müsste dem Gastgeber Geschenk genug sein. Bei mir jedenfalls ist das so.

Welchen Traum werden Sie sich als nächsten erfüllen (können)?  Zum 25. Ehe-Jubiläum im nächsten Jahr werden meine Frau und ich eine schöne mehrtägige, aufregende und unvergessliche Urlaubsreise unternehmen.

Was tun Sie am liebsten?
Orts- und Heimatkunde von Damme und Umgebung gehören zu meinen Leidenschaften. Gerne nehme ich den bereits vor über 90 Jahren – damals im hiesigen Verkehrsbüro erhältlichen – „Führer durch die Oldenburgische Schweiz“ zur Hand und erwandere mit meinen Freunden vom Junggesellenverein Damme die dort beschriebenen Routen, auch wenn einige Wanderziele inzwischen verschwunden sind und einige Wanderwege im wahrsten Sinne des Wortes "im Sand verlaufen". Besonders spannend wird es, wenn wir – auf den Spuren der Sommerfrischler und Wandervögel der 1930er Jahre – längst vergessene „touristische Highlighs“ in den Dammer Bergen wiederentdecken.

Welche Eigenschaften mögen Sie an sich selbst? Und welche nicht?  
Ich bin ein unverbesserlicher Optimist.  Und: Geht nicht gibt es bei mir nicht! Meine große Sammelleidenschaft, die sich nicht nur auf das Zusammentragen historischer Ortsansichten – meist in Form von Ansichtskarten – bezieht, sondern sich auch auf altertümliche Gebrauchsgegenstände aller Art erstreckt, finde ich grundsätzlich in Ordnung. Da sehe ich mich nicht nur als gemeiner Sammler, sondern als Bewahrer der heimischen Alltagskultur. Allerdings birgt diese Eigenschaft auch ein gewisses Konfliktpotenzial im Hause Migowski, da zunächst reichlich vorhandener Stauraum inzwischen sehr knapp geworden ist.

Welche TV-Sendung mögen Sie am liebsten?
Fernsehen zur reinen Unterhaltung brauche ich nicht. Wenn überhaupt, dann schaue ich spät abends die Tagesthemen oder andere Nachrichtensendungen.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal treffen?
Mit meinen Großeltern väterlicherseits, die in Ostpreußen gelebt und dort eine Windmühle betrieben haben und die ich leider nicht mehr kennengelernt habe. Von ihnen würde ich mir gerne über das Leben meiner Vorfahren erzählen lassen.

Was würden Sie gerne einmal wieder essen?
Königsberger Klopse mit Salzkartoffeln. Meine Frau kriegt die wunderbar hin.  

Welches Thema in der OV hat Sie am meisten beschäftigt?
Die Berichte und Diskussionen über die Fusion der Krankenhäuser Vechta und Lohne. Mit der jetzigen Lösung mit dem Bau des Zentralklinikums am Standort des Marienhospitals inmitten der Kreisstadt kann ich mich gut anfreunden und hoffe, dass das Dammer Krankenhaus St. Elisabeth – in dem ich geboren wurde und auch geheiratet habe – von einer Fusion verschont bleibt und auch in Zukunft wachsen und gedeihen kann.


Zur Person:

  • Ludger Migowski (61), geboren in Damme am Tag des Mauerbaus in Berlin, wuchs in Handorf-Langenberg auf und wohnt mit seiner Frau und 2 seiner 3 Kinder in Steinfeld.
  • Als Verwaltungsangestellter im Amt für Schule und Kultur ist er im Dammer Rathaus tätig.
  • Die für ihn wichtigsten Vereine sind der Junggesellenverein Damme, der Heimat- und Verschönerungsverein „Oldenburgische Schweiz“, die Carnevalsgesellschaft von 1614 und der Schützenverein Steinfeld.

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