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Entwässerung mit 650 Litern pro Sekunde

Im nördlichsten Schöpfwerk der Friesoyther Wasseracht wird eine defekte Pumpe ausgetauscht. Das neue System führt Wasser aus einem 500 Hektar großen Gebiet zwischen Leda und B72 ab.

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Sonderanfertigung: Martin Windhaus (links) und Norbert Schulte begutachten das neue, 2 Tonnen schwere Pumpsystem, das ins nördlichste Schöpfwerk der Friesoyther Wasseracht eingebaut wird.  Foto: Stix

Sonderanfertigung: Martin Windhaus (links) und Norbert Schulte begutachten das neue, 2 Tonnen schwere Pumpsystem, das ins nördlichste Schöpfwerk der Friesoyther Wasseracht eingebaut wird.  Foto: Stix

Ganz oben, auf dem letzten Flurstück im Landkreis Cloppenburg,  steht direkt an der Grenze zum Landkreis Leer in der Saterländer Ortschaft Ubbehausen das nördlichste Schöpfwerk der Friesoyther Wasseracht. Hier wird über zwei Pumpen Wasser aus dem Bokelescher Graben in die Leda geleitet, um die angrenzenden Flächen zu entwässern. Eine der Pumpen gab im Frühjahr 2021 ihren Geist auf und wird derzeit durch einen 2 Tonnen schweren Nachfolger ersetzt.

Das Gebiet, das durch die Pumpen in dem 1957 gebauten Schöpfwerk entwässert wird, ist 502 Hektar groß. "Die Flächen liegen zum Teil nur 50 Zentimeter über dem Meeresspiegel", erläutert Verbandsvorsteher Norbert Schulte. Der Bokelescher Hauptpumpgraben muss deshalb ständig abgepumpt werden, sonst stehen in dem Areal zwischen Leda und Bundesstraße 72 die Felder und Gebäude unter Wasser. "Hier geht kein Liter Wasser raus, ohne durch das Pumpwerk zu laufen", ergänzt Martin Windhaus, Geschäftsführer der Friesoyther Wasseracht. "Bei dem Regen im Februar hatten wir mit nur einer laufenden Pumpe echt Probleme, weil ja auch das Leda-Sperrwerk geschlossen war und die Leda selbst nicht abfließen konnte."

Fachfirmen diagnostizieren Totalschaden

Mitarbeiter der Friesyother Wasseracht hatten bei einer routinemäßigen Betriebskontrolle im Frühjahr letzten Jahres an einer der beiden Pumpen in dem Schöpfwerk merkwürdige Geräusche wahrgenommen. "Wir haben sie ausgebaut und festgestellt, dass sowohl die Pumpe als auch ihr Standrohr defekt sind", erzählt Windhaus. "Hinzugezogene Fachfirmen haben einen Totalschaden diagnostiziert, da eine Reparatur unwirtschaftlich wäre." An der anderen Pumpe seien keine Auffälligkeiten wahrgenommen worden.

In das Loch im Vordergrund wird die neue Pumpe versenkt. Im Hintergrund ist der blaue Motor der zweiten, im Jahr 1956 hergestellten Pumpe zu erkennen.  Foto: StixIn das Loch im Vordergrund wird die neue Pumpe versenkt. Im Hintergrund ist der blaue Motor der zweiten, im Jahr 1956 hergestellten Pumpe zu erkennen.  Foto: Stix

Für die neue Pumpe nimmt die Friesoyther Wasseracht rund 106.000 Euro in die Hand. „Das ist ja keine Pumpe, die einfach so im Regal steht“, erläutert Windhaus. „Sie wurde extra gebaut und musste genau dem Bauwerk angepasst werden, damit sie ohne größere Umbauarbeiten in das vorhandene System integriert werden kann.“ Auch deshalb ist er froh, dass die Firma, die 1956 auch die erste Pumpe hergestellt hatte, das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hatte und deshalb den Zuschlag bekommen konnte.

650 Liter Wasser laufen pro Sekunde durch die Pumpe

Rund 650 Liter Wasser können pro Sekunde durch die neue Pumpe fließen. Das Gesamtsystem mit Motor, Antriebswelle und Pumpstück wiegt insgesamt 2 Tonnen, für den Aus- und Einbau veranschlagt die beauftragte Firma 4 Arbeitstage. "Eigentlich hätte das schon deutlich früher passieren sollen, aber wir haben im Winter den Wasserstand nicht weit genug runterbekommen", erläutert Windhaus.

Die Wasseracht hofft, einen Teil der Kosten über Fördermittel abdecken zu können. "Wir haben eine Förderung aus dem Hochwasserschutzprogramm des NLWKN und einen vorzeitigen Maßnahmebeginn beantragt", erzählt Windhaus. "Weil Gefahr in Verzug ist, durften wir mit den Baumaßnahmen auch direkt anfangen." Über die Fördermittel selbst habe der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz noch nicht entschieden.

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