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Entdeckendes Lernen am CAG: Schüler experimentieren in neuer Chemie-AG

In Zusammenarbeit mit der Universität Osnabrück will das Clemens-August-Gymnasium Schüler für die Naturwissenschaften begeistern. Das Besondere dabei: Die Schüler arbeiten weitgehend selbstständig.

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Auch Kreativität ist gefragt: Die Schüler können eigene Themenideen mit einbringen.    Foto: Niemeyer

Auch Kreativität ist gefragt: Die Schüler können eigene Themenideen mit einbringen.    Foto: Niemeyer

Wie kann man kleinste Mikroplastikteilchen wieder aus dem Meeressand herausfiltern? Das wollten Miriam, Lotta und Marie vom Clemens-August-Gymnasium (CAG) in einem Experiment herausfinden. Die Siebtklässlerinnen nehmen an der neuen Experimentier-AG der Schule teil. Die AG ist Teil des Aktionsprogramms "Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche – Entdecken durch Experimente", die das CAG in Kooperation mit der Universität Osnabrück durchführt. 17 Schülerinnen und Schüler nehmen daran teil.

Nachdem das Experimentieren in den vergangenen zwei Jahren kaum möglich war, soll die AG ein Angebot für die Schüler sein, die Motivation für die Naturwissenschaften wiederzufinden. Die AG behandelt Themen, die über den klassischen Unterricht hinausgehen. Darunter sind neben dem Plastikmüllproblem zum Beispiel die Mobilität der Zukunft und die Klimakrise. Die Schüler sollen auch lernen, wissenschaftlich zu arbeiten, sagt Lehrerin Barbara Dreßler, die die AG ins Leben gerufen hat. Wichtig sei der Weg zum Erkenntnisgewinn. Miriam, Lotta und Marie haben dabei Zahnstocher mit einem Mixer zermalmt und die Plastikteilchen mit Sand vermischt. Anschließend konnten sie mit der Sandprobe experimentieren.

Schüler untersuchen Mortadella und Gartenproben

In weiteren Experimenten sollen die Schüler beispielsweise die Inhaltsstoffe fleischiger, vegetarischer und veganer Mortadella untersuchen sowie eigene Garten- und Gewässerproben analysieren. Alles ohne „den Druck des Unterrichts“, wie die Schule mitteilt. Neben dem CAG nehmen sechs weitere Schulen aus Niedersachsen an dem Aktionsprogramm teil, das Schüler für die Naturwissenschaften begeistern soll. Der Bund hat es mit 50.000 Euro gefördert, wie Professor Dr. Marco Beeken, Leiter des Fachbereichs Chemiedidaktik an der Universität Osnabrück, sagt.

Versuchen, Mikroplastik aus Sand herauszufiltern: Marie (links), Miriam und Lotta.   Foto: NiemeyerVersuchen, Mikroplastik aus Sand herauszufiltern: Marie (links), Miriam und Lotta.   Foto: Niemeyer

In der Vergangenheit sei es schwer gewesen, Schüler für AGs im Bereich der Naturwissenschaften zu motivieren, sagt Schulleiterin Annette Ovelgönne-Jansen. Zudem hätten in den vergangenen 2 "Corona-Jahren" überhaupt keine AGs stattfinden können. Dass nun gleich 17 Schüler an der Experimentier-AG teilnehmen, sei "wirklich überragend". Die AG trifft sich über 3 Monate hinweg einmal in der Woche.

Ein Grund für die rege Teilnahme sei auch, dass die Schüler eigene Ideen mit einbringen können. So wird mit den Schülern erarbeitet, welche Themen für die AG interessant sein könnten. Außerdem sollen sie weitgehend selbstständig experimentieren. "Die Lehrer sollen sich zurückhalten, das ist so gewollt", sagt Beeken. Bei Fragen und Problemen stehen den Schülern gleich drei Lehrpersonen zur Verfügung. "Das ist schon eine Luxussituation", sagt Beeken. Unter den Lehrpersonen sind zwei Studenten sowie ein Doktorand von der Universität Osnabrück.

Aus Fehlern lernen: Scheitern ist kein Problem

So beantwortet Doktorand und Projektkoordinator Henning Amel Fragen von Schülern, die an einem anderen Tisch versuchen, Mikroplastik aus Waschwasser wieder herauszufiltern. Dazu haben sie Handtücher über einem Behälter ausgewrungen und das Gemisch dann in einen Filter gegossen.

Foto: NiemeyerFoto: Niemeyer

Beim „entdeckenden Lernen“ hätten die Schüler auch mehr Zeit als im normalen Unterricht, erklärt Beeken. Im Fokus steht die Entwicklung einer naturwissenschaftlichen Problemlöse-, Meinungsbildungs- und Reflexionsfähigkeit kombiniert mit der Förderung methodischer und bewertender Kompetenzen, teilt das CAG mit. Auch einmal zu scheitern, sei gar kein Problem, sagt Beeken. "Die Schüler sollen aus ihren Fehlern lernen."

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