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Energiesparen: Friesoyther Kirchengemeinde weicht in kleinere Räume aus

Unter der Woche sollen die Gottesdienste nicht mehr in den großen Kirchen stattfinden. Welche Maßnahmen noch geplant sind und wie er mit Videos in der Krise Mut machen will, erklärt Pfarrer Winkeler.

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Verschlossene Türen? Zumindest unter der Woche sollen die Gottesdienste nicht mehr in den großen Gotteshäusern, wie der Friesoyther St. Marien Kirche, stattfinden. Auch die Außenbeleuchtung soll aus bleiben. Foto: Hahn

Verschlossene Türen? Zumindest unter der Woche sollen die Gottesdienste nicht mehr in den großen Gotteshäusern, wie der Friesoyther St. Marien Kirche, stattfinden. Auch die Außenbeleuchtung soll aus bleiben. Foto: Hahn

„Die aktuellen politischen, gesellschaftlichen, ökonomischen und klimatischen Entwicklungen stellen uns alle vor große Herausforderungen“, schreibt die katholische Kirchengemeinde St. Marien Friesoythe in ihren neusten Pfarrnachrichten. Deswegen hat das Pastoralteam hinter Pfarrer Christoph Winkeler nun Maßnahmen zum Energiesparen beschlossen.

Unter der Woche sollen die Temperaturen in den großen Kirchen im Gemeindegebiet heruntergefahren werden. Die Gottesdienste sollen ab dem 17. Oktober von montags bis freitags in kleinere Räumlichkeiten ausweichen, die energiesparender beheizt werden können. "Die Besucherzahlen sind in der Woche geringer", erläutert der Pfarrer. "Am Sonntag sind die Besucherzahlen höher." Am Wochenende finden die Gottesdienste dann wie gewohnt in den jeweiligen Kirchen statt, ebenso größere Trauerfeiern. 

"Wir wollen auch unseren Beitrag leisten", erklärt Winkeler. Solidarität in der Krise sei der vorrangige Grund, nun den Energieverbrauch zu senken. Aber das Sparen sei zu Zeiten der Inflation auch eine Frage der Finanzen. Alle Gottesdienste wurden auf kleinere Räume im gleichen Ort verlegt, so kommen auch keine weiteren Fahrtwege und damit neue Kosten zustande. 

Pfarrer will auch Mut machen

Bisher betrug die Temperatur in den Kirchen circa 14 Grad, nun könnte es noch ein wenig kühler werden, berichtet der Pfarrer. Die Kirchen wurden schon zuvor nicht enorm geheizt, weil die Orgeln keine hohen Temperaturschwankungen aushalten. Darüber hinaus werde die Temperatur in den Pfarrheimen auf 19 Grad abgesenkt, so sollen die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Auch die Außenbeleuchtung soll aus oder zeitlich deutlich begrenzt bleiben. 

Zuvor hatte das Bischöflich Münstersche Offizialat (BMO) schon Empfehlungen zum Energiesparen ausgesprochen. Die Entscheidung liegt jedoch in den Händen der Kirchengemeinden, das Offizialat machte keine Vorschriften. "Das BMO empfiehlt den Gemeinden unter anderem, zu prüfen, ob in den Wintermonaten alle Kirchengebäude beheizt werden sollen oder ob eine Reduktion der Gottesdienststandorte sinnvoll ist", heißt es in der Pressemitteilung. 

Doch beim Menschlichen soll in der Kirche nicht gespart werden: Der Pfarrer merke spürbar die Sorgen und die Ungewissheit bei den Menschen. "Es werden noch mehr Probleme wie Armut und Not auf uns zukommen", befürchtet Winkeler. Wer die steigenden Kosten kaum schultern kann, dürfe nicht vergessen werden. 

Jeden Sonntag veröffentlicht der Friesoyther Pfarrer ein Video zu den Evangelien auf dem Youtube-Kanal der Kirchengemeinde. Vor 2 Wochen sah man ihn dort dick eingepackt im Kerzenschein. "Wir kommen durch den Winter", nannte Winkeler das Video, in dem er auch dafür sensibilisieren möchte, die Dimension des Kriegs in der Ukraine wegen der eigenen Einschränkungen nicht zu relativieren. "Ich möchte Mut machen", erklärt Winkeler, gemeinsam könne man es schaffen. 


Die Gottesdienste werden werktags wie folgt verlegt:

  • Montags 19.15 Uhr von St. Marien in die Heilig Kreuz Kapelle beim Friedhof in Friesoythe.
  • Dienstags 9 Uhr von St. Josef in das Haus der Begegnung in Kampe; 19.15 Uhr von St. Ludger in das Pfarrheim in Neuscharrel.
  • Mittwochs 9 Uhr von St. Marien in das Franziskushaus in Friesoythe19.15 Uhr von Dreifaltigkeit in die St. Vitus Kirche in Altenoythe.
  • Donnerstags 9 Uhr von St. Marien in die Heilig Kreuz Kapelle in Friesoythe; ebenso 17 Uhr die eucharistische Anbetung; 19.15 Uhr von der Kirche St. Johannes in die Begegnungsstätte in Markhausen.
  • Freitags 9 Uhr von St. Johannes Baptist in das Johanneshaus in Thüle.

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