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Endlich mehr Platz: Cloppenburger Tafel eröffnet neuen Standort

Lange hatte die Tafel nach einem neuen Standort gesucht, bis sie in Emstekerfeld "praxistauglichere" Räume fand. Mittlerweile machen etwa die Hälfte der Kunden Flüchtlinge aus der Ukraine aus.

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Umzug gelungen: Elmar Dubber erklärt, wie die neuen Räume genutzt werden. Foto: Niemeyer

Umzug gelungen: Elmar Dubber erklärt, wie die neuen Räume genutzt werden. Foto: Niemeyer

2 Jahre hatte die Cloppenburger Tafel nach einem neuen Standort gesucht, nun wurden am Dienstag die neuen Räume an der Otto-Hahn-Straße 9 in Emstekerfeld offiziell eröffnet. „Es zeigt sich, dass der Umzug richtig war“, sagt Elmar Dubber, erster Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins. Der Innenausbau der Räume, die zuletzt von einer Baptistengemeinde genutzt worden seien, habe 6 Monate gedauert. Die Tafel musste umziehen, weil der Vermieter das Gelände des bisherigen Standorts in der Kirchhofstraße anderweitig nutzen möchte.

Bereits seit dem 11. August hat der neue Standort für die Kunden geöffnet. Auch wenn die Räume in den ersten Tagen und Wochen noch behelfsmäßig eingerichtet gewesen seien, zeige sich nun, dass der Verein vernünftig geplant habe und die Aufteilung der Räume praxistauglicher sei, als in dem 50er-Jahre-Bau an der Kirchhofstraße, sagt Dubber. Die Wege seien kürzer. Die Lager- und Kühlräume bieten dreimal so viel Platz.

10.000 Euro aus Pfandspenden für neues Kühlhaus

Umzug und Umbau habe der Verein größtenteils aus eigenen Rücklagen und Extra-Spenden finanziert. Zudem fließen 10.000 Euro aus dem "Pfandspendenprojekt" des Discounterunternehmens Lidl in die Kassen der Cloppenburger Tafel. Die Cloppenburger Tafel hatte sich um einen Zuschuss für die neuen Kühl- und Lagerräume beworben und eine Zusage erhalten. Der Geschäftsführer der Lidl-Regionalgesellschaft Cloppenburg, Ludger Otten, übergab Elmar Dubber symbolisch einen Scheck.

Das Geld stammt aus den "Pfandspenden" der Lidl-Kunden, die an den Dachverband "Tafel Deutschland e.V." fließen und von dort an die Tafeln vor Ort projektbezogen verteilt werden. Seit 2008 seien so schon 26 Millionen Euro an die Tafeln gegangen, teilt Lidl mit. Etwa 3 Millionen davon an Tafeln in Niedersachsen und Bremen.

Elmar Dubber erklärte darüber hinaus, dass alle Kunden der Tafel  mit umgezogen seien und den neuen Standort gut angenommen hätten. Damit habe er nicht gerechnet. Einige hätten Fahrgemeinschaften gebildet, um auch aus umliegenden Gemeinden zu dem neuen Standort zu gelangen. Weitere Kunden nutzten auch den Rufbus und stiegen an der Bedarfshaltestelle direkt vor der Tafel aus. Lag sie vorher noch sehr zentral in der Kirchhofstraße, liegt die Tafel nun etwas außerhalb am östlichen Rand der Stadt.

70 neue Kunden allein im Laufe des Septembers

Aufgrund von Energiekrise und Inflation sei die Nachfrage nach dem Angebot der Tafel zuletzt wieder gestiegen. Viele "Altkunden" seien zurückgekommen, sagt Dubber. Darunter seien zum Beispiel alteingesessene Cloppenburger aber auch Geflüchtete, die im Zuge der Flüchtlingskrise 2015 nach Cloppenburg gekommen seien, sagt Dubber auf Nachfrage. Etwa 70 neue Kunden seien allein im September dazu gekommen.

Wollen gemeinsam Gutes tun: Neidhard Varnhorn (Bürgermeister), Dr. Robert Berges (Gründer der Cloppenburger Tafel), Elmar Dubber, Ludger Otten und Maria Heier (Schatzmeisterin der Tafel).  Foto: NiemeyerWollen gemeinsam Gutes tun: Neidhard Varnhorn (Bürgermeister), Dr. Robert Berges (Gründer der Cloppenburger Tafel), Elmar Dubber, Ludger Otten und Maria Heier (Schatzmeisterin der Tafel).  Foto: Niemeyer

Seit März habe sich die Zahl der Kunden verdoppelt, besonders aufgrund des Krieges in der Ukraine. Aktuell versorge die Tafel etwa 600 Menschen in und um Cloppenburg, darunter 300 ukrainische Flüchtlinge. Außerdem seien insbesondere Rentner, Hartz-IV-Empfänger, Großfamilien und Geringverdiener auf die Tafel angewiesen, hatte Dubber im Juli gesagt.

In naher Zukunft rechne die Tafel in Cloppenburg mit einer weiteren Zunahme an Kunden. Aktuell könne man noch alle Hilfsanfragen ausreichend befriedigen. Dafür dankte Dubber den Lebensmittelerzeugern für die "großartige Unterstützung" sowie allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. 

  • Info: Wer Lebensmittel an die Cloppenburger Tafel spenden möchte, sollte sich vorab donnerstags zwischen 8 und 16.30 Uhr unter der Telefonnummer 0151/28993828 bei der Tafel melden. Wer Geld spenden möchte, kann den Betrag auf das LzO-Konto mit folgender IBAN überweisen: DE64 2805 0100 0001 2797 85.

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