Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Ende einer Ära: Norbert Nobbe blickt auf 18 Jahre als Gemeindebrandmeister zurück

Als Ortsbrandmeister wechselte er 2004 auf den Posten. Das wichtigste Projekt in seiner Amtszeit ist der Neubau des Feuerwehrhauses in Holdorf, dessen Vorgeschichte er bis ins Jahr 2013 zurückführt.

Artikel teilen:
Norbert Nobbe freut sich, nun mehr Zeit zum Lesen und für andere private Projekte zu haben. Foto: Heinzel

Norbert Nobbe freut sich, nun mehr Zeit zum Lesen und für andere private Projekte zu haben. Foto: Heinzel

Es geht eine Ära zu Ende in der Gemeinde Holdorf. 18 Jahre stand Gemeindebrandmeister Norbert Nobbe an der Spitze der Feuerwehren in Holdorf. Sein Stellvertreter während dieses Zeitraumes war Klaus Meyer, der Ortsbrandmeister in Fladderlohausen ist. Das wichtigste Projekt in dieser Zeit: Der Neubau des Feuerwehrhauses, dessen Grundsteinlegung im Oktober 2021 war. Die Nachfolger sollen in der Ratssitzung am Dienstag (22. Februar) ernannt werden.

Der gebürtige Georgsmarienhütter fing 1990 als Quereinsteiger bei der Freiwilligen Feuerwehr in Holdorf an. Norbert Nobbe kam damals aus der Landjugend. „Meine Freunde sind denselben Weg gegangen“, sagt der 59-Jährige und erzählt weiter: „Ich habe mich dafür interessiert und schnell dazu gelernt. Viel gelesen und versucht, den zeitlichen Rückstand aufzuholen.“ Der Diplom-Ingenieur für Werkstofftechnik sah das Engagement als Weg, um im Dorf Anschluss zu finden, und ihn begeisterten die technischen Herausforderungen bei der Feuerwehr. Er bildete sich fort, machte seine Lehrgänge und wurde nur acht Jahre später als Hauptfeuerwehrmann Ortsbrandmeister (OBM) in Holdorf. „In diesem Amt kann man am meisten bewegen. Der Ortsbrandmeister ist die maßgebliche Person für die Dienstgestaltung und der Einsatzverantwortliche.“ Er zeichnet auch dafür verantwortlich, dass seine Wehr einsatzbereit ist. Als Ortsbrandmeister verantwortete Nobbe beispielsweise die Erweiterung des Feuerwehrhauses um eine weitere Fahrzeughalle.

Zu Beginn der Amtszeit als OBM gab es „durch die Autobahn unheimlich viel zu tun“. Gemeint sind Auffahrunfälle, deren Anzahl sich bis heute aber stark reduziert hätte. Die Autos seien im Laufe der Zeit immer sicherer geworden. Das bedeutete aber auch gleichzeitig stets neue Herausforderungen für die Feuerwehr, um Menschen schnell und effizient retten zu können. Aktuell seien E-Autos, Hybridfahrzeuge und Gasbetriebene Kfz ein Thema bei den Feuerwehren. Im Ausbildungsdienst gelte es, entsprechende neue Kenntnisse zu vermitteln. Im Laufe seiner Amtszeit seien die Aufgaben eines Feuerwehrmannes jedenfalls kontinuierlich anspruchsvoller geworden.

2004 wird Norbert Nobbe Gemeindebrandmeister

2004 wechselte Norbert Nobbe in das Amt des Gemeindebrandmeisters. Damals übte er bereits Führungsaufgaben bei seinem Lohner Arbeitgeber aus und merkte, wie schwer es sein kann, Beruf und ehrenamtliches Engagement zu vereinen. „Es war nicht leicht für mich“, sagt der Holdorfer rückblickend. „Da merkt man, wo die Grenzen sind.“ Als Ortsbrandmeister sei man sozusagen permanent im Dienst und bei den Einsätzen gefordert. Als Gemeindebrandmeister sei der Dienst besser planbar, da etwa im Einsatzfall nicht immer eine unmittelbare Präsenz des Gemeindebrandmeisters notwendig sei.

In dieser Funktion sei man vielmehr die Verbindungsperson zur Gemeinde und deren Ansprechpartner in Sachen Brandschutz. Es gehe darum, eine Strategie für die beiden Wehren zu entwickeln und sich um strukturelle Themen zu kümmern. Die Gemeindefeuerwehr besteht aus zwei Feuerwehren mit unterschiedlichen Einsatzschwerpunkten, die sich aber gegenseitig ergänzen. Holdorf habe zwei „gut aufgestellte und ausgebildete Feuerwehren“, deren „Einsatzgeschehen macht Spaß und ist interessant“. Doch die Einsätze können auch belastend sein. „Die psychische Gesundheit der Feuerwehrleute bekommt heute mehr Aufmerksamkeit als früher“, meint Nobbe.

"Ein Mann, dessen Wort Gewicht hat."Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug über Norbert Nobbe

Wichtig für die erfolgreiche Ausübung des Amtes sei ein „vertrauensvolles Verhältnis“ zur Gemeinde und eine gute Zusammenarbeit mit den Ortsbrandmeistern. Innerhalb des Gemeindeführungskommandos sei man respektvoll und kollegial miteinander umgegangen. Laut Norbert Nobbe habe Holdorf mit Dr. Wolfgang Krug zudem einen Bürgermeister, der den Feuerwehren sehr zugewandt sei. Krug spricht von einer ausgezeichneten Zusammenarbeit. Norbert Nobbe sei "ein Mann, dessen Wort Gewicht hat". Der Bürgermeister sagt darüber hinaus, dass die Gemeinde Holdorf Norbert Nobbe ihren tiefen Dank ausspreche. Nobbe habe "die Holdorfer Wehren 18 Jahre lang hervorragend geführt und vertreten".

Das neue Team: Gemeindebrandmeister Matthias Hölzen (rechts) und sein Stellvertreter Jens Wobbeler. Sie sollen vom Rat der Gemeinde in der Sitzung am Dienstag (22. Februar) ernannt werden.   Foto: HölzenDas neue Team: Gemeindebrandmeister Matthias Hölzen (rechts) und sein Stellvertreter Jens Wobbeler. Sie sollen vom Rat der Gemeinde in der Sitzung am Dienstag (22. Februar) ernannt werden.   Foto: Hölzen

Als Gemeindebrandmeister seien laut Norbert Nobbe drei Eigenschaften wichtig: Teamfähigkeit, Entscheidungsfreude und Fachkompetenz. Sein Nachfolger Matthias Hölzen und dessen Stellvertreter Jens Wobbeler besäßen diese Charakteristika. Die beiden hauptberuflichen Feuerwehrleute hätten jede Menge Einsatzerfahrung und verfügten über gute Kommunikationsfähigkeiten. „Ich freue mich, dass es gut weitergeht. Mit den beiden haben wir ein gutes Set-Up.“

Nach 18 Jahren im Amt sei es jetzt Zeit gewesen, Platz für neue Idee zu machen. Der Spagat zwischen Beruf – Norbert Nobbe ist einer von drei Geschäftsführern bei Pöppelmann in Lohne – und ehrenamtlichem Engagement bei der Feuerwehr sei nicht einfach gewesen. Es sei ihm leider nicht gelungen, immer die richtige Balance zu finden. Mit Blick auf seine Amtszeit meint er selbstkritisch, dass er vielleicht mehr hätte erreichen können. Ganz zurückziehen will er sich aber nicht, sondern weiter für die Holdorfer Wehr aktiv sein.

Ohne die Unterstützung seiner Familie wäre all das aber nicht möglich gewesen. Marie-Theres Nobbe hat ihren Mann stets unterstützt. Die selbstständige Physiotherapeutin hielt ihm nicht nur den Rücken frei, sondern half aktiv mit: „Wir haben bei der Feuerwehr auch eine gute Kameradschaft unter den Frauen.“ Abgefärbt hat sein Engagement auf eine seiner Töchter. Mit Antonia Nobbe ist bereits die nächste Generation bei der Freiwilligen Feuerwehr Holdorf aktiv – und zwar als Schriftführerin der aktiven Wehr und als stellvertretende Leiterin der Jugendfeuerwehr.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Ende einer Ära: Norbert Nobbe blickt auf 18 Jahre als Gemeindebrandmeister zurück - OM online