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Emsteker Schüler sind ihrer Zeit voraus

"Wir gestalten unsere Zukunft". Mit diesem Titel sind die Projekttage an der Oberschule Emstek überschrieben gewesen. Der Phantasie waren dabei keine Grenzen gesetzt.

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Zukunftsvisionen: Im Schattentheater haben sich die Schüler in unterschiedliche Situationen hineingeträumt. Foto: Thomas Vorwerk

Zukunftsvisionen: Im Schattentheater haben sich die Schüler in unterschiedliche Situationen hineingeträumt. Foto: Thomas Vorwerk

Es ist nicht der klassische Blick in die Glaskugel, den die Kinder und Jugendlichen der Oberschule Emstek geworfen haben, aber mit ihrer Zukunft haben sie sich im Rahmen ihrer Projekttage dennoch beschäftigt. Und das auf ganz unterschiedliche Art. Von Recycling-Aufgaben über Radtouren bis hin zu Zukunftsträumen, die als Schattentheater vorgeführt wurden, reichte die Bandbreite. Und so ganz nebenbei wurden neue Talente entdeckt und der Teamgeist gefördert.

Öfter mal mit dem Fahrrad fahren, statt mit dem Auto gebracht zu werden. Das klingt ganz einfach, erfordert aber besonders in der Gruppe eine erhöhte Konzentration. Und Kondition schadet auch nicht. Diese Erkenntnis reifte  beim Ausflug Richtung "Visbeker Braut" oder nach Amerika in der Gemeinde Garrel. Ein paar Kraft-Reserven waren dann aber doch noch vorhanden, um sich auf dem Spielplatz im Cappelner Dorfpark auszutoben. Zu sehen ist dies – in einer geschlossenen Gruppe – für alle Mitschüler und Eltern im Internet. "Die unterschiedlichen Themen in einem Präsentationstag vorzustellen, wäre zu viel geworden", erklärt Heike Kloster, Didaktische Leiterin der Oberschule. Stattdessen haben sich die Schüler voll auf ihre Aufgaben konzentriert.

Alte Jeans bekommt eine zweite Chance

Zum Beispiel wurde eine Umhängetasche aus Safttüten genäht und dabei zeigten nicht nur die Mädchen ihr Geschick an der Nähmaschine. Alte Jeans bekamen ein zweites Leben als Kosmetiktasche oder Kissen und auch aus Zeltbahnen wurden Taschen, die ein individuelles Design verpasst bekommen haben. Im Schattentheater haben die jungen Leute ihre Träume zum Ausdruck gebracht und sich in die Welt eines FBI-Agenten oder Lehrers begeben. Zwar ebenfalls nur virtuell, aber dafür recht realistisch, hat sich die Gruppe "Finde deinen Traumberuf" mit so genannten VR-Brillen auf den Weg zum ersten Arbeitstag begeben.

Kniffelig: Ein Escape-Room gehörte zum Angebot. Foto: Thomas VorwerkKniffelig: Ein Escape-Room gehörte zum Angebot. Foto: Thomas Vorwerk

"Heute Tralala - morgen Superstar" wird dem Wunsch nach Berühmtheit gerecht. Binnen drei Tagen haben sich ein Dutzend Jugendliche zu einer Band formiert und drei Stücke erlernt. Um überhaupt einen guten ersten Eindruck beim Vorstellungsgespräch zu machen, hieß es in einer anderen Gruppe "Manieren statt blamieren" und dass man die Zukunft auch politisch gestalten kann, vermittelten die Teilnehmer des Jugendparlaments.

Aber was kann die Zukunft noch bringen? Unter anderem mit dem Eschbach-Roman "Black Out" wird der Frage nachgegangen, was Technik möglich macht und wie weit man damit gehen kann oder soll. Ins Hirn implantierte Chips gibt es schon, um Prothesen anzusteuern, in dem Roman geht Andreas Eschbach aber noch weiter und entwickelt eine Welt, in der sich die Menschen vernetzen können, ihre Individualität einbüßen und am Ende auch steuerbar sind.

Virtueller Arbeitstag: Mit Spezialbrillen haben die Jugendlichen verschiedene Jobs kennengelernt. Foto: Thomas VorwerkVirtueller Arbeitstag: Mit Spezialbrillen haben die Jugendlichen verschiedene Jobs kennengelernt. Foto: Thomas Vorwerk

"Work-Life-Balance", auch dieses Schlagwort darf beim Blick in die Zukunft nicht fehlen. Den Ausgleich zur Arbeit durch Ausdauersport und Yoga haben sowohl die jüngeren Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis 7 auf dem Programm gehabt als auch die Klassen 8 bis 10. Yoga allerdings ganz bewusst als rein weibliche Gruppe, denn neben den ungewohnten Bewegungen gab es auch Gespräche zu Frauen-Themen, die sich in ungezwungener Atmosphäre entwickeln sollten.

Und was wird aus all den Träumen? Dieser Bilanz stellt sich die Gruppe "2030" in acht Jahren. Sie haben eine Zeitkapsel gebastelt, in der aktuelle Zeitungsausschnitte, unterschiedliche Gegenstände und ein Logbuch verschlossen wurden. Letzteres ist zweifellos das wichtigste Utensil und wird 2030, wenn der aus einem Kunststoffrohr gefertigte Zylinder geöffnet wird, am meisten Spannung versprechen. Mit Feuereifer haben die Jugendlichen daran geschrieben und sich immer mehr Zeit ausgebeten, um weitere Gedanken festzuhalten. 2030 werden sie sehen, was daraus geworden ist.

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