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Emstek bekommt Schnellladesäulen

Ein Förderprogramm ermöglicht sechs Standorte im Gemeindegebiet. Binnen höchstens einer Stunde sollen die Batterien aufgeladen sein.

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Vorgestellt wurde das Projekt von Bürgermeister Michael Fischer (von links), Fahrlehrer und Ratsmitglied Walter Lohmann, Bauamtsleiter Franz-Josef Rump, Fahrlehrerin Maria Lohmann sowie Stefan Pommerening und Olaf Middelbeck von der ausführenden Firma „elwateg“.   Foto: Vorwerk

Vorgestellt wurde das Projekt von Bürgermeister Michael Fischer (von links), Fahrlehrer und Ratsmitglied Walter Lohmann, Bauamtsleiter Franz-Josef Rump, Fahrlehrerin Maria Lohmann sowie Stefan Pommerening und Olaf Middelbeck von der ausführenden Firma „elwateg“.   Foto: Vorwerk

Das Ende des Verbrennermotors ist abzusehen und aktuell konzentriert sich die Entwicklung auf elektrisch angetriebene Autos. Doch was fehlt, ist eine flächendeckende Infrastruktur. Auch im Landkreis Cloppenburg ist die Zahl an öffentlich zugänglichen Schnellladestationen noch überschaubar. In Emstek soll sich dieser Zustand im kommenden Jahr ändern. Sechs Ladepunkte mit zusammen 18 Zapfstellen sollen errichtet werden. Dank öffentlicher Fördermittel in Höhe von 200.000 Euro muss die Kommune im Idealfall nicht ans eigene Portemonnaie.

"Wir wollen die Infrastruktur nach vorne bringen", meint Bürgermeister Michael Fischer. Auf dem Marktplatz vor dem Rathaus wurde vor rund sechs Jahren bereits eine klassische Ladesäule installiert und auch im kommunalen Fuhrpark gibt es seither Elektrofahrzeuge. Ratsherr und Fahrlehrer Walter Lohmann beschäftigt sich auf verschiedenen Ebenen mit diesem Thema und hat an seinen Standorten in Emstek und Emstekerfeld bereits nichtöffentliche Ladepunkte installiert. "Ich habe Sorge, dass wir hier auf dem Land abgehängt werden. Wir haben den Öffentlichen Personennahverkehr nicht, brauchen aber die Mobilität", so Lohmann.  

Unkompliziert mit der Geldkarte bezahlen

Das Pferd werde dabei von hinten aufgezäumt. Die Fahrzeuge werden kräftig bezuschusst, aber die Infrastruktur wachse nicht in gleichem Maß. Das Programm zur Förderung privater Wallboxen ist momentan ausgelaufen, nachdem reichlich Aufträge erteilt wurden. Und selbst wenn jeder in der eigenen Garage die Batterie wieder füllen kann, reiche dies für eine Mobilitätswende nicht aus. Wer unterwegs ist, der muss schnell und unkompliziert nachtanken. "Das Ziel ist eine Ladezeit von unter einer Stunde", skizziert Lohmann den Plan. Gleichzeitig müsse unkompliziert mit EC- oder Kreditkarte abgerechnet werden können, ohne besondere Apps auf dem Telefon zu haben oder spezielle Karten von verschiedenen Anbietern.

Und diese Stunde muss gut genutzt werden können, was Einfluss auf die Standortsuche hat. Einkaufsmöglichkeiten und vielleicht ein Restaurant oder Café in der Nähe wären also ideal. Sportanlagen oder ein Fitnessstudio würden sich ebenfalls eignen. Noch stehen die Plätze nicht fest. Drei sollen es aber im Hauptort werden und drei weitere in den Bauerschaften, meint Fischer. 

Mit PV-Anlage wird es besonders günstig

Ideal wäre eine Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage, um besonders nachhaltig unterwegs zu sein. Für Lohmann eine ganz einfache Rechenaufgabe, denn dann kostet die Kilowattstunde in seinem Unternehmen nur noch rund 8 Cent. "Den Strom dafür aus der Sonne zu beziehen, wird eine Aufgabe der kommenden Jahre sein", stellt Olaf Middelbeck, Geschäftsführer der Firma "elwateg" fest, die das Projekt begleitet und sich um die Installation kümmert. Technisch ebenfalls möglich: Wird der vollgeladene Wagen abends ins heimische Carport gestellt, kann die Batterie im Auto als Stromquelle für die Versorgung des Hauses dienen.

Öffentliche Ladesäulen sind ein Baustein für die Mobilitätswende. Stefan Pommerening von "elwateg" sieht aber auch ein großes Potenzial bei den Arbeitgebern. Unternehmen, die ihren Mitarbeitern kostenloses oder zumindest kostengünstiges Laden ihrer Fahrzeuge anbieten können, stärken auch ihre Position im Wettbewerb um Arbeitskräfte. Und auf dem Firmengelände kann Sonnenenergie am effektivsten zum Einsatz kommen, denn über Tag stehen die meisten Autos am Arbeitsplatz. 

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