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Eltern bauen auf Kitas und Tagesmütter

Erziehungsberechtigte möchten ihren Nachwuchs in Kindertagesstätten oder bei Tagesmüttern unterbringen. Und der Drang danach steigt offensichtlich – die Gründe sind vielfältiger Natur.

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Gut aufgehoben: Laut Statistik möchten immer mehr Eltern ihren Nachwuchs in Kindertagesstätten oder bei Tagesmüttern untergebracht wissen. Frühkindliche Bildung wird wertgeschätzt, zudem können die Eltern dann wieder arbeiten gehen. Symbolfoto: Jens Büttner/dpa

Gut aufgehoben: Laut Statistik möchten immer mehr Eltern ihren Nachwuchs in Kindertagesstätten oder bei Tagesmüttern untergebracht wissen. Frühkindliche Bildung wird wertgeschätzt, zudem können die Eltern dann wieder arbeiten gehen. Symbolfoto: Jens Büttner/dpa

Im ersten Lebensjahr in die Krippe oder zur Tagesmutter, mit drei in die Kita und nach der Schule in den Schülerhort, die Eltern haben sich daran gewöhnt. Die Wirtschaft braucht die Arbeitskräfte. Die Haushalte brauchen die Einkommen. Dabei geht es finanziell um Milliarden, und von der Zahl der Kinder her um Millionen: Mehr als 3,9 Millionen (Vorjahr 3,8 Millionen) Kinder im Alter unter 14 Jahren wurden bundesweit zum Stichtag 1. März 2020 in Tages­einrichtungen beziehungsweise von Tageseltern betreut und gefördert.

Im Kreis Cloppenburg waren in der Summe zuletzt 7875 Jungen und Mädchen im Alter von bis zu 14 Jahren tagsüber in einer Krippe, einem Hort, einer Kita oder bei einer Tagesmutter untergebracht (ohne Doppelzählungen), davon hatten 24,2 Prozent ausländische Wurzeln. Im Vorjahr registrierte die Statistik hier noch insgesamt 7492 betreute Kinder (darunter 21,5 Prozent mit ausländischen Wurzeln), davor waren es 7102, und im Jahr 2017 hatte die Zahl bei 6834 betreuten Kindern gelegen.

Der Trend zu mehr Kindern in staatlich-kommunaler Obhut im Bund ist klar, wird gefördert. Und dass eine wichtige Wäh­lergruppe zu befriedigen ist, ist keine Frage: Eltern nutzen verstärkt Kitas und Tagesmütter, deutschlandweit werden immer mehr Kinder im Alter bis zu 14 Jahren fremdbetreut – vor allem immer mehr Kleinkinder, zeigt die Statistik. Zuletzt kletterte die Zahl der betreuten Unter-Dreijährigen bundesweit von 818.427 auf 829.163, die Gesamtzahl aller betreuten Kinder bis 14 Jahre um etwas über 94.000 auf über 3,9 Millionen Kinder – davon 353.493 in Niedersachsen (Vorjahr: 341.086), was hier einem Plus von 0,5 Prozent entspricht.

5,15 Prozent mehr ­Kinder betreut als im Vorjahr

Plätze für die Jüngsten sind begehrt: Im Kreis Cloppenburg besuchten zum Stichtag 1208 Kleinkinder unter drei Jahren einen Kindergarten oder eine Kita, weitere 516 waren (eventuell auch zusätzlich) bei einer Tagesmutter. Unterm Strich gab es 1715 betreute Kleinkinder. Das sind 84 mehr als im Vorjahr (5,15 Prozent).

Die Drei- bis Sechsjährigen, also die Kinder im klassischen Kindergartenalter, bilden bundesweit mit mehr als 2,2 Millionen Kindern die stärkste Gruppe der „Fremdbetreuten“. Im Kreis Cloppenburg besuchten aus dieser Altersgruppe 5070 Jungen und Mädchen Kindergärten beziehungsweise Kitas, weitere 94 waren (eventuell auch zusätzlich) bei Tageseltern untergebracht. Bei den Kindern von sechs bis 14 Jahren sind 983 in Einrichtungen in Betreuung und 77 in Tagespflege (Vorjahr: 981/70).

Mittagessen mit den Eltern wird zur Ausnahme

Wie lange Mutter, Vater, Kind sich werktags nur wenig sehen, wird nicht erhoben. Aber nachzuvollziehen ist, bei wie vielen Kindern Mittagsverpflegung zur Betreuung gehört. Die kommt im Kreis Cloppenburg bei 2966 Kindern oder 37,66 Prozent aller betreuten Kinder auf den Tisch. Gemeinsames Mittagessen mit den Eltern ist bei den Kindern, die in staatlich gemanagte Betreuung gegeben werden, in coronafreien Zeiten also eher die Ausnahme.

Tagesmutter oder Kita? Da favorisieren Eltern landauf, landab den Kita-Platz. Im Kreis Cloppenburg registrierten die Statistiker über alle Altersgruppen hinweg insgesamt 7261 betreute Kinder in Tageseinrichtungen und 687 (teilweise ergänzend) durch Tageseltern betreute Jungen und Mädchen. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Kita-Kinderzahl um 382.

Corona verschärft die Situation in vielen Familien

Für Betreuungsplätze und längere Betreuungszeiten spricht, das frühkindliche Bildung zunehmend positiv gesehen wird, abgesehen davon, dass Mütter frühzeitig in ihren Beruf zurückwollen und dort wiederum zeitlich flexibel sein müssen. Corona bringt dabei alle in die Bredouille, weil das System eng getaktet ist und die Wohnungsgrößen zuweilen eher klein sind. Deswegen auch der Drang der Kultuspolitik, Kitas und Schulen wieder zu öffnen.

Dass die Verbreitung des Corona­virus bei Kindern kein Problem ist, lässt sich allerdings statistisch eher nicht untermauern. Das Robert-Koch-Institut dröselt einmal wöchentlich die aktuellen Zahlen der erkannten Erkrankten auf (nur wer getestet wird, erscheint in der Statistik). Wenn das auch bundesweite Werte sind, sie lassen Rückschlüsse zu: 3111 Kinder bis zu vier Jahren waren in der Kalenderwoche 51 vor Weihnachten mit Corona infiziert, 4207 waren im Alter zwischen fünf und neun Jahren, 5133 zwischen zehn und 14. Mit denen in einer Gruppe zu spielen, in einer Klasse zu sitzen oder Bus zu fahren, kann nicht gesund sein – auch nicht für die Eltern.

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