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Elisabeth Vodde-Börgerding: 25 Jahre im Einsatz für ein soziales Holdorf

Ganz freiwillig geht die 63-Jährige nicht: Sie hatte bei der Kommunalwahl nicht genügend Stimmen für ein Mandat bekommen. Nun aber hätten Jüngere die Chance, die Gemeinde zu gestalten. Das sei gut.

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Wollte sich immer für Menschen einsetzen: 25 Jahre war Elisabeth Vodde-Börgerding im Holdorfer Gemeinderat. Foto: E. Wenzel

Wollte sich immer für Menschen einsetzen: 25 Jahre war Elisabeth Vodde-Börgerding im Holdorfer Gemeinderat. Foto: E. Wenzel

Für ihre Arbeit im Holdorfer Gemeinderat hat Elisabeth Vodde-Börgerding (63) in ihrer letzten Ratssitzung eine Goldene Ehrennadel erhalten. 25 Jahre war sie Teil des Gremiums. Vor allem die Sozialpolitik war ihr wichtig. Dabei fing die kommunalpolitische Laufbahn der SPD-Frau untypisch an.

Vodde-Börgerding ist in Dinklage aufgewachsen. Zwecks Studiums ging es nach Osnabrück, dann lebte die heute 63-Jährige in Oldenburg und zog von dort nach Holdorf. An einen Einstieg in die Gemeindepolitik habe sie gar nicht gedacht, obwohl sie stets politisch interessiert gewesen sei, erzählt Vodde-Börgerding.

1985 sei sie der SPD beigetreten. 1996 dann habe sie sich für den Gemeinderat aufstellen lassen; 2 Ratsherren hätten sie motiviert. Sofort beim ersten Mal wurde die damals 38-Jährige gewählt. "Ich habe spontan Ja gesagt, ohne zu wissen, was auf mich zukommt", erinnert sich die ehemalige Ratsfrau.

Sie habe das Glück gehabt, dass ihr erfahrene Ratskollegen geholfen hätten. Und ihre Familie habe ihr den Rücken freigehalten. "Die Ratsarbeit ist nicht zu unterschätzen", sagt Vodde-Börgerding. Rückhalt sei daher sehr wichtig für eine Frau mit 2 Kindern und einer Vollzeitstelle, die trotz guter Orts- und noch besserer Plattdeutsch-Kenntnisse schnell merkte: In die Ratsarbeit müsse man erstmal reinwachsen. Aber: Je mehr sie gelernt habe, desto mutiger sei sie geworden.

Besonders wichtig war ihr der soziale Bereich

Ein Anliegen sei ihr dabei immer besonders wichtig gewesen: "Ich hab mich immer im sozialen Bereich eingesetzt. Ich wollte mich um Menschen kümmern, die sonst nicht so im Blick sind." Dabei fließe auch die Erfahrung aus ihrem Beruf ein: Beim Caritas-Sozialwerk in Damme ist Vodde-Börgerding zuständig für zugewanderte Menschen.

Im Rat sei es nicht immer einfach gewesen, eine Mehrheit zu gewinnen. Zum Beispiel, als über flexiblere Kindergarten-Öffnungszeiten gestritten worden sei. Vor allem die Frauen hätten sich hierfür stark gemacht. Die Männer seien das nicht gewohnt gewesen. Aber: Die Frauen-Power im Gemeinderat habe sich durchsetzen können. 

Parteigrenzen verschwinden, wenn es um die Gemeinde geht

Auch wenn der Zwist hin und wieder heftig gewesen sei, viele Entscheidungen seien Mehrheitsentscheidungen gewesen. Geprägt nicht von der Parteipolitik, sondern von dem Willen, den Bürgerinnen und Bürgern etwas Gutes zu tun. Politische Befindlichkeiten hätten da keinen Platz. 

Ohnehin sei Pragmatismus gut. Weil Holdorf noch 2005 ein Jugendtreff fehlte, die Gemeinde eine Trägerschaft aber ablehnte, gründeten Vodde-Börgerding und Olberding den Verein "Zukunft für Jugend Holdorf". Über ihn, erzählt die 63-Jährige, laufen nun die Angebote für Jugendliche. Die Gemeinde unterstütze das übrigens.

Die Zeit im Rat habe immer Spaß gemacht. Sie habe viel gelernt und sich stets akzeptiert gefühlt. "Es geht immer darum, die Gemeinde voranzubringen. Und es sollten alle am Gemeindeleben teilnehmen können und sich wohlfühlen. Das haben wir nicht immer hinbekommen, aber versucht."

Ein wenig wehmütig sei sie nach ihrer Wahlniederlage schon gewesen. Aber: "Nach 25 Jahren ist es gut gewesen", sagt Elisabeth Vodde-Börgerding. Nun sollen andere ihre Chance bekommen. 

Ohnehin hätten die Zeiten sich geändert. Vergessen aber scheinen sie nicht. So meldete sich nach der Verabschiedung von Vodde-Börgerding und Inge Olberding (SPD) ein Ratsherr zu Wort. Er habe die beiden damals, als über die Kindergarten-Öffnungszeiten diskutiert wurde, „Sozialtussis“ genannt. Das nehme er zurück. Er sei Großvater und dankbar für die Öffnungszeiten. Gut, dass damals dafür gekämpft worden sei.

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