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#Elektromobilität

Kolumne: Irgendwas mit # – Alternative Antriebe sind in aller Munde. Auf kurzer Strecke ist das E-Bike ein möglicher Ersatz für das Auto. Auf lange Distanz ergeben sich ungeahnte Probleme.

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Elektromobilität mag nicht das Allheilmittel sein, um den Planeten zu retten, sie wird aber zumindest als ein Baustein gesehen. Wie weit ich mit meinem E-Bike dazuzurechnen bin, vermag ich nicht zu beurteilen, aber immerhin lassen sich pro Jahr die Fahrten zur Arbeit, die ich mit dem Pkw zurücklege, an einer Hand abzählen. 100 Kilometer pro Woche, die ich in der Regel mit Strom unterstützt und nicht von Benzin befeuert in die Redaktion fahre. 

Das Laden an der heimischen Steckdose ist unkompliziert. Was aber tun, wenn man tatsächlich mal längere Strecken fahren möchte? Vor wenigen Tagen hatte ich mir Norderney als Ziel vorgenommen.

136 Kilometer von Emstek bis zur Fähre in Norddeich. Das schaffe ich mit einer Akku-Ladung nicht. Internet und App halfen mir bei der Planung: In Großefehn gibt es eine Ladestation, den Schlüssel bekommt man an der Information des Combi-Marktes. Passt. Mit 20 Kilometern Restreichweite bin ich gegen 13.30 Uhr am Etappenziel. Die erwähnte Ladesäule war nicht einmal verschlossen, nur leider war die Steckdose tot.

Warum nicht einen Kaffee mehr trinken, um die Ladezeit ein wenig zu verlängern?

An der Info war man auf mein Anliegen zunächst nicht vorbereitet. "Die Ladestation nutzt kaum jemand", bekomme ich zu hören. Ein Anruf bei der Markleitung führt zum Ergebnis, dass womöglich eine Sicherung betätigt werden muss. Funktioniert es trotzdem nicht, solle ich mich wieder melden, dann würde man eine Steckdose im Markt finden.

Die Säule war nicht in Gang zu setzen. Also zurück in den Markt, wobei mein Blick in den als Café bestuhlten Bereich der Bäckereifiliale fiel. Essen wollte ich sowieso und warum nicht einen Kaffee mehr trinken, um die Ladezeit ein wenig zu verlängern. Die Verkäuferin und ihre Kollegin fanden meine Idee, die Mittagspause dort zu verbringen, ganz hervorragend. Laden dürfe ich allerdings nicht. Das sei nicht erlaubt. Aha.

"Draußen verzehrte ich das abgepackte Sandwich, während ich die Zeit nutzte, um zwei Mails zu verfassen."Thomas Vorwerk

Die Combi-Mitarbeiterin verhalf mir zum angekündigten Stromanschluss und statt mich mit zwei Schlemmerbrötchen und zwei großen Pötten Kaffee für vermutlich mindestens 12 Euro beim Bäcker zu stärken, füllte ich meine Vorräte selbstverständlich im Markt auf. Draußen verzehrte ich das abgepackte Sandwich, während ich die Zeit nutzte, um 2 Mails zu verfassen.

Die erste ging an die Combi-Zentrale mit dem Hinweis auf sehr hilfsbereite und lösungsorientiert arbeitende Kollegen in dem genannten Markt. Die zweite bekam die Bäckerei zugesandt. Falls es die Richtlinie tatsächlich gibt, solle man sich vielleicht überlegen, wie weit diese noch zeitgemäß ist. Anderenfalls wäre es eine gute Gelegenheit, die Mitarbeiter zu schulen.

Ja, ja, ich weiß. Ein Schlaumeier, Wichtigtuer und Besserwisser mag ich jetzt in einigen Augen sein. Aber wenn es niemand erwähnt, dann ändert sich auch nichts. 


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