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Einklinken in die Auferstehung

Kolumne: Auf ein Wort – Der November macht schmerzlich bewusst, dass unser aller Leben auf den Tod zuläuft. Und jetzt? Es bleibt die "frohe Botschaft".

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Ja, ich bekenne: Ich bin fast täglich auf Facebook – außer im Urlaub. Dienstlich mache ich das, aber auch privat. Ich habe darüber wieder Kontakt bekommen zu früheren Mitschülern und Mitschülerinnen, zu entfernt lebenden Verwandten.

Und auch darauf möchte ich kaum mehr verzichten: über WhatsApp & Co eine kurze Nachricht zu schicken an die Familie, Freunde oder an den erkrankten Kollegen 180 Kilometer entfernt von Vechta.

Gleichzeitig bekenne ich: Ich habe sie genossen – die sechs Stunden neulich, als WhatsApp und Facebook an jenem Montagabend von 17.30 Uhr bis kurz vor Mitternacht ausfielen. Komplett. Nichts ging mehr. Plötzlich sind alle hier in diesem Raum und nur hier. Es wird an niemandem von außen gezerrt. Weder ich noch sonst jemand hat das Bedürfnis, auf eine Nachricht gleich reagieren zu sollen. Herrlich! Ein genialer Einstieg in den November! Diese oft nebligen, tristen vier Wochen! Der graue, letzte Monat des Kirchenjahres. Die Zeit, in der theoretisch noch keine Adventskerzen leuchten. Die eröffnet wird mit dem Totengedenken an Allerheiligen und Allerseelen. Und über den Volkstrauertag hinführt zum Toten- oder Ewigkeitssonntag an seinem Ende. Ein Monat, der schmerzlich bewusst macht, dass unser aller Leben auf den Tod zuläuft. Durch Krankheit absehbar oder abrupt – wie jetzt erst wieder bei einem meiner Mitsänger.

Im Tod ist nicht alles aus

Und jetzt? Eine Antwort hat der heute 89-jährige, frühere Bischof von Limburg, Franz Kamphaus, mit einem neuen Buch gegeben. Um die „frohe Botschaft“ geht es in dem Werk. Das entscheidende Wort „froh“ ist auf der Titelseite kursiv geschrieben. Bei allem, was in der Welt gerade passiert; bei manchmal kaum zu ertragenden kirchlichen Ereignissen. Bei der Diskussion, ob man „Gott“ mit Gendersternchen schreiben soll oder nicht: Diese eine bleibt. Die frohe Botschaft. Die gute Nachricht.

Zur Frage des Todes besteht sie darin, dass mit ihm nicht alles aus ist. Dass uns vielmehr die Begegnung mit Gott vorausgesagt ist – und das in alle Ewigkeit! „Was vergeht, ist das Werden. Nicht das Gewordene“, tröstet Karl Rahner. Die Schrift beschreibt die Zeit nach dem Tod in Bildern von Ruhe und Frieden, Gastmahl und Herrlichkeit, vom Daheimsein im Haus des Vaters. Das neue Kirchenjahr bietet ab dem ersten Dezember die Möglichkeit, sich in dieses Glaubens-Angebot einzuklinken. Mit dem lesenswerten Buch von Franz Kamphaus. Oder ohne.


Zur Person:

  • Dietmar Kattinger ist Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Landes-Caritasverbandes in Vechta.
  • Sie erreichen den Autor per E-Mail unter redaktion@om-medien.de.

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