Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Eine Weihnachtskarte aus dem Nirwana

Kolumne: Die Generation Z zeigt's Ihnen – Die Post hat um die Weihnachtszeit besonders viel zu tun. Da kann der ein oder andere Brief schon mal verloren gehen. So wie meiner.

Artikel teilen:

Weltweit werden Millionen von Briefen und Päckchen um die Welt gesendet. Besonders zur Weihnachtszeit ist das Aufkommen hoch. Da ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass der ein oder andere Brief mal durch die Lappen geht. So wie auch in meinem Fall. 

Wir haben den 17. November 2022. Meine Mutter schickt mir ein Bild von einer Weihnachtskarte, die anscheinend bei meinen Eltern für mich angekommen ist. Die erste Frage, die ich mir stelle: Wer um Himmels Willen schickt mir eine Weihnachtskarte im November? Zweitens, warum an eine Adresse, bei der ich seit 7 Jahren nicht mehr wohne? 

Als ich mir das zweite Foto, die Rückseite der Karte anschaue, sehe ich den Namen einer guten Freundin darunter. Da ich mit ihr jahrelang zusammen gewohnt habe, müsste gerade sie eigentlich wissen, dass ich schon sehr lange nicht mehr bei meinen Eltern wohne. Als ich allerdings den Text lese, wird mir einiges klar. "Ich wünsche dir viel Gesundheit und Energie für 2021". Ähm excuse me, wir haben 2022, oder wie heißt das?

"So viel zum Thema, der Kirche laufen die Mitglieder weg."Lisa Bernhardt

Nach der anfänglichen Verwirrung schicke ich meiner Freundin das Bild der Karte. Die ist genau so schockiert wie ich. Die Karte war tatsächlich rund 23 Monate verschollen. 

Doch warum die elterliche Adresse? Auch dieses Rätsel löste sich schnell auf. Denn 2020, als ich noch studierte, wurden die Weihnachtsferien traditionell bei den Eltern in der Heimat verbracht.

Manchmal ist es schon interessant, was wir alles in unserem Briefkasten finden können. Ob verschollene Weihnachtskarten oder sonderliche Briefe von der Kirche. Ja, Sie haben richtig gehört. Ich wurde dieses Jahr Opfer zweier kurioser Vorfälle.

Neben meiner leicht verspäteten Weihnachtskarte bekam ich meinen ersten Brief der evangelischen Kirchengemeinde. Nach 1,5 Jahren, die ich bereits im Oldenburger Münsterland wohne, dachte ich: Da ist sie also, die Begrüßung der Gemeinde. Doch zu früh gefreut. Anstatt einer Begrüßung gab es einen Überweisungsträger mit der Bitte um Spende im Umschlag.  So viel zum Thema, der Kirche laufen die Mitglieder weg.

Wo blieb die Karte die letzten 2 Jahre ab?

Eine Frage bleibt am Schluss noch zu klären: Wo blieb die Karte die letzten 2 Jahre ab? Dieses Mysterium ist wohl nicht mehr zu klären. Doch eins lässt sich festhalten, auch mit knapp 2 Jahren Verspätung, habe ich mich schon lange nicht mehr so über eine Karte gefreut. Wann haben wir eigentlich aufgehört, Postkarten oder Weihnachtsgrüße zu senden? Wahrscheinlich haben WhatsApp und Co. ihren Teil dazu beigetragen. Man kann es oldschool nennen, doch eine persönlich geschriebene Karte bereitet deutlich mehr Freude als eine kurze Nachricht auf dem Handy. 

Das Jahr neigt sich bald dem Ende zu und wir stehen kurz vor 2023. Vielleicht ist es ein Jahr, in dem man sich wieder mehr Zeit für persönlichere Dinge nehmen oder einfach mal den Stift in die Hand nehmen kann, um seinen Liebsten mal wieder eine Freude zu bereiten. 


Zur Person:

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Eine Weihnachtskarte aus dem Nirwana - OM online