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Eine Schulleiterin, die eigentlich keine sein wollte

Christiane Westermann leitet seit knapp 1,5 Jahren die Barbaraschule in Langenberg. Die Digitalisierung ist für sie das wichtigste Thema für die kommenden Jahre.

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Arbeitsplatzwechsel in den Klassenraum: Die Schulleiterin der Barbaraschule in Langenberg, Christiane Westermann, unterrichtet am liebsten. Foto: Scholz

Arbeitsplatzwechsel in den Klassenraum: Die Schulleiterin der Barbaraschule in Langenberg, Christiane Westermann, unterrichtet am liebsten. Foto: Scholz

Die Barbaraschule in Langenberg strahlt nach der Grundsanierung im vergangenen Jahr wie neu. Nicht mehr ganz so neu ist die Frau, die die Grundschule leitet. Die 49-jährige Christiane Westermann aus Mühlen ist seit knapp 1,5 Jahren Chefin der Schule. Dass es jemals so weit kommen wird, hat die Pädagogin eigentlich nicht geplant. Ihr erstes Jahr war geprägt von der Sanierung der Schule. Im Zuge dieser möchte Westermann die Digitalisierung weiter voranbringen.

"Ich dachte immer, so eine große Verantwortung das ist doch eigentlich gar nichts für dich", erzählt Westermann. Doch dann wurde im vergangenen Jahr die Schulleiterstelle frei und eine Lösung musste her. Nach anfänglicher Ablehnung habe sie sich dann doch überzeugen können, sich das ganze mal anzuhören - und so machte die Mutter von 3 Kindern im Juni 2019 ihre Schulleiterprüfung. Bis heute bereut sie diese Entscheidung keineswegs, wie sie sagt.

"Einer alleine ist nicht so gut wie alle zusammen."Motto von Christane Westermann, Schulleiterin 

Besonders wichtig sei ihr, dass im Team gearbeitet werde. Ihr persönliches Motto und auch das der Grundschule lautet: "Einer alleine ist nicht so gut wie alle zusammen." Westermann gefalle an ihrer Schule, dass sich alle gegenseitig helfen. Das sei ihr besonders bei den Verwaltungsaufgaben aufgefallen, die für die Lehrerin anfangs Neuland waren. "Ich scheue mich aber auch nie, zu fragen", sagt Westermann.

Unterricht im digitalen Format sieht die Schulleiterin als größte Herausforderung für die kommenden Jahre. Foto: ScholzUnterricht im digitalen Format sieht die Schulleiterin als größte Herausforderung für die kommenden Jahre. Foto: Scholz

Christiane Westermann hat an der Liebfrauenschule in Vechta ihr Abitur gemacht und war sich von Anfang an sicher, dass sie Lehrerin werden möchte. "Mein Vater war Grundschulrektor und auch meine Geschwister", erzählt Westermann. Für sie habe auch ziemlich schnell festgestanden, dass sie im Grundschulbereich arbeiten möchte. "Die Kinder im Primarbereich sind immer so leicht zu motivieren", erzählt Westermann. Auch begeistere sie der schnelle Lernzuwachs jedes Mal aufs Neue.  

Manchmal ist sie Hausmeisterin, Sekretärin und Schulleiterin in einem

An der Universität in Vechta studierte sie dann Deutsch, katholische Religion und Werken. Nach dem Abschluss ihres Studiums folgte das Referendariat, welches die 49-Jährige in Schleswig-Holstein begonnen und dann aufgrund ihres ersten Kindes in Steinfeld 1997 beendet hat. In den darauffolgenden Jahren arbeitete Westermann an verschiedenen Schulen in der Region bis sie im Jahr 2009 an die Barbaraschule in Langenberg kam. Nun leitet sie diese Schule.

"Von meinem Lehrerdasein hin zur Schulleiterin hat sich mein komplettes Aufgabenfeld verändert", erzählt Westermann. Als Schulleiterin einer solch kleinen Schule - wie der in Langenberg - sei sie manchmal die Hausmeisterin, Sekretärin und Schulleiterin in einem. Das liege mitunter daran, dass ihre Schule nur an einem Tag in der Woche eine Sekretärin hätte. Ihr gefalle der Job aber dennoch sehr gut, da sie selber auch noch 16 Stunden normal unterrichtet und dort ihrer Leidenschaft - dem Lehrersein - nachgehen kann.

Besonders groß war die Herausforderung der neuen Stelle für sie, als sie während des ersten Corona-Lockdowns neues Inventar für die Schule bestellen musste. Die Grundschule war wenige Monate zuvor saniert worden, nach einem heftigen Asbestbefall. In dem Zuge haben in allen Klassenräumen digitale Tafeln Einzug erhalten. 

Westermann möchte Inklusion voranbringen

"Ich finde es richtig, dass wir die neuen Möglichkeiten nutzen und sie motivieren zudem die Kinder beim Lernen ungemein", sagt Westermann. Gerade auch in der Corona-Pandemie biete dies einen entscheidenden Vorteil. Westermann selber ist Verfechterin des sogenannten Szenarios A, also dem Präsenzunterricht. "Die Kinder brauchen die soziale Gemeinschaft zum Lernen. Das geht zu Hause nur schwer", sagt die Pädagogin. Zumal an ihrer Schule die maximale Klassengröße nur 16 Kinder betrage und die Infektionszahlen im Ort noch im Rahmen seien. 

Für die Zukunft hat Westermann 2 große Projekte vor sich. Zum einen möchte sie die Inklusion voranbringen. "Inklusion ist ein sehr großes und wichtiges Thema, an dem wir arbeiten müssen", sagt die Schulleiterin. Das habe in der Vergangenheit gut geklappt - vor allem aber auch durch die Unterstützung durch eine Förderschullehrkraft.

Zum anderen hat die Schulleiterin vor, das Thema Umweltschule weiter voranzubringen. Das ganze Prozedere habe sich aufgrund der Corona-Pandemie verzögert. Sich selber würde Westermann in 3 Adjektiven beschreiben - typisch Deutschlehrerin halt: Fröhlich, offen und kollegial.

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