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Eine schlechte Nachricht kommt selten allein

Kolumne: Die Generation Z zeigt's Ihnen – Tag für Tag erreichen uns Katastrophenmeldungen und schlechte Nachrichten. Dank der Evolution reagieren wir besonders stark auf schlechte Nachrichten.

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Der Welt droht die Apokalypse: So kommt es mir zumindest manchmal vor, wenn ich durch den Nachrichtenfeed auf meinem Smartphone scrolle. Egal ob es um den Ukraine-Krieg, den nächsten Amoklauf in den USA oder den scheinbar nicht aufzuhaltenden Klimawandel geht – ganz zu schweigen von einer drohenden Corona-Welle im Herbst.

Eine schlechte Nachricht folgt auf die nächste. Der Algorithmus macht's möglich. Hype und Empörung im Internet versprechen schließlich die meiste Aufmerksamkeit – und hohe Klickzahlen. Dank medialer Dauerbeschallung ist es inzwischen auch kein Problem mehr, stets auf dem Laufenden zu bleiben. Push-Benachrichtigungen oder Liveticker informieren uns mittlerweile so unmittelbar, dass wir fast das Gefühl haben, hautnah dabei zu sein.

Woher kommt aber diese "Sensationsgeilheit", gerade wenn es um Katastrophen geht? Die Kölner Cyberpsychologin Catarina Katzer meint: "Es ist unser Instinkt, nach negativen Nachrichten zu suchen." Nur wer wisse, welche Gefahren drohten, könne der Steinzeitlogik nach entsprechende Schutzmechanismen entwickeln.

"Die permanenten Informationen und Bilder von Katastrophen sowie die Tatsache, dass man nur machtlos zuschauen kann, belasten auf Dauer:"Meike Wienken

Okay, also ist mal wieder die Evolution schuld. Gut – wenn ich in grauer Vorzeit erfahren hätte, dass meine Sippe von einem Säbelzahntiger angegriffen wurde, hätte vermutlich mein Fluchtinstinkt eingesetzt und ich hätte schnell das Weite gesucht. Aber wie entkomme ich schlechten Nachrichten heute? Schließlich belasten die permanenten Informationen und Bilder auf Dauer und die Tatsache, dass man nur machtlos zuschauen kann, was auf der Welt passiert.

Natürlich, ich könnte mein Handy einfach abschalten. Im Hier und Jetzt leben ist ja auch deutlich angenehmer. Außerdem kann ich als Einzelperson nicht das Leid in der Welt lösen – auch wenn ich noch so viel Empathie für Notleidende aufbringe. Doch die Probleme einfach ausklammern? Das kann nicht die endgültige Lösung sein. Immerhin möchte ich ein mündiger Bürger sein und da gehört es schlichtweg dazu, die Nachrichten zu verfolgen.

Wichtig ist dabei jedoch: Anstatt sich der Angst hinzugeben, etwas Wichtiges zu verpassen, sollte mehr Wert auf die Qualität der Informationen gelegt werden. Eine Reportage zu einem bestimmten Thema liefert mir in der Regel Informationen mit einem echten Mehrwert, anstatt Dutzende von Meldungen zu konsumieren und sich dann für informiert zu halten. Außerdem sind Clickbaits (reißerische Überschriften) ein Problem: Sie stellen Ereignisse zum Teil überspitzt und enorm verkürzt dar. Denn nicht selten verbirgt sich hinter den groß angekündigten Meldungen ein wenig gehaltvoller Text.

Was ist also sinnvoll? Wenn ich mich für ein Thema oder Ereignis besonders interessiere, lohnt es sich, Hintergrundberichte und Reportagen zu verfolgen. Ansonsten hilft es, zwischendurch Abstand zu gewinnen. Hin und wieder das Smartphone zur Seite legen und analog durch die Welt gehen, minimiert den Stress und hilft beim Abschalten.


Zur Person:

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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