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Eine neue Heimat für den Friesoyther Wochenmarkt?

Die Stadt denkt darüber nach, den Wochenmarkt vom Europaplatz in die Innenstadt zu verlegen und zu vergrößern. Während die Marktbeschicker skeptisch sind, spricht der HGV von einer guten Idee.

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Diskussionsbedarf: Marktbeschickerin Christa Albers erläutert Bürgermeister Sven Stratmann ihre Bedenken zu einem Umzug des Wochenmarktes auf den Friesoyther Marktplatz. Foto: Stix

Diskussionsbedarf: Marktbeschickerin Christa Albers erläutert Bürgermeister Sven Stratmann ihre Bedenken zu einem Umzug des Wochenmarktes auf den Friesoyther Marktplatz. Foto: Stix

Die Idee, den Wochenmarkt vom Europaplatz an den Marktplatz vor der Kirche zu verlegen oder dort eine andere Art Markt zu etablieren, ist in Friesoythe schon lange Thema. Mit einem entsprechenden Antrag hat die CDU/FDP-Stadtratsfraktion die Diskussion darüber weiter befeuert.

„Es freut mich, dass CDU und FDP diese Idee jetzt auch unterstützen“, sagt Friesoythes Bürgermeister Sven Stratmann auf Anfrage. „Wir haben ja schon des Öfteren gesagt, dass wir den Marktplatz darauf ausrichten und dafür nutzen wollen.“ Erste Vorarbeiten dazu sind im Zuge der Innenstadtsanierung bereits erfolgt. So sind etwa in allen am Marktplatz installierten Lichtsäulen die erforderlichen Leitungen angelegt, um Stände und Verkaufswagen mit Strom zu versorgen.

Weitere Anbieter sollen für Teilnahme gewonnen werden

Ziel der Stadtverwaltung sei es, für den Wochenmarkt auch lokale Produzenten anzusprechen und so deutlich zu machen, wie viele Produkte im Stadtgebiet hergestellt werden. „Ich bin mir sicher, dass wir den einen oder anderen noch für den Markt gewinnen können“, sagt Stratmann. Die Stadt habe bereits erste Gespräche geführt und sei auf großes Interesse gestoßen.

Bis auf Fisch, so Stratmann, könne man fast alles liefern, was auf einem Markt üblicherweise angeboten werde. „Corona hat vielleicht auch dazu geführt, dass die Leute stärker auf die Regionalität und die Herkunft der Lebensmittel schauen, sagt Stratmann. „Das wollen wir stärken.“

Gespräch mit Marktbeschickern steht an

In diesem Zusammenhang überlege die Stadt, eigene Verkaufsstände anzuschaffen, die lokalen Produzenten bei Bedarf dann zur Verfügung gestellt werden können. „Die könnten dann beispielsweise auch in den Ortschaften genutzt werden“, spinnt Stratmann die Idee weiter. In einem nächsten Schritt werde die Stadt die Marktbeschicker zu einem Gespräch einladen, um mit ihnen die Idee zu diskutieren und zu besprechen, was man machen könnte und wie man es ausgestalten kann.

Schon jetzt zeichnet sich allerdings ab, dass die Diskussion mit den Marktbeschickern nicht einfach wird. „Ich glaube nicht, dass die Kunden da mitspielen, wenn wir umziehen sollen“, sagt Christa Albers, die am Wochenmarkt einen Obst- und Gemüsestand betreut. Schon bei den Umzügen über das Gelände des Europamarktes habe man immer wieder Kunden verloren. Hinzu komme ein rein praktisches Problem. „Wo sollen die Leute in der Innenstadt denn parken?“, will sie wissen.

„Wenn das in einem schönen Ambiente ist und zum Beispiel lokale Anbieter teilnehmen, ergibt das Sinn, über den Standort nachzudenken.“Frank Hanneken, HGV-Vorsitzender

Der Vorsitzende des Friesoyther Handels- und Gewerbevereins hingegen steht der Idee aufgeschlossen gegenüber. „Ich habe von den Überlegungen schon gehört und fände das klasse, sagt Frank Hanneken. „Wenn das in einem schönen Ambiente ist und zum Beispiel lokale Anbieter teilnehmen, ergibt das Sinn, über den Standort nachzudenken.“ Wichtig sei dabei seiner Ansicht nach eine individuelle Handschrift und ein breites, ansprechendes Sortiment. „Die Leute müssen Lust haben, extra dorthin zu fahren“, sagt er.

Zudem sei der Stadtkern ein traditioneller Platz für einen Markt. „In vielen Städten ist der Markt an oder nahe bei der Kirche“, betont er. „Der Standort wäre für alle Nahversorger eine gute neutrale Lage und würde dem Einzelhandel helfen, die Innenstadt weiter zu beleben.“

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