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Eine der ältesten Krippenfiguren der Region

Nach insgesamt rund 100 Jahren mit Unterbrechungen im Einsatz, hat die Pfarrgemeinde St. Katharina in Lindern die bisherige Krippe durch eine neue mit Kunstharzfiguren ersetzt.

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Neue Krippe in der Linderner Pfarrkirche: Für den Aufbau und alle anderen anfallenden Arbeiten war das Krippenteam zuständig, zu dem Heinz-Hubert Kaiser, Heinrich Schrandt, Martin Ostermann,  Werner Hespe, Günther Schwerter, Jürgen Essing,  Hans Jürgen Jansen, Helmut Wulfers und Küsterin Sylvia Stevens gehörten. Foto: Wilhelm Kock <br>

Neue Krippe in der Linderner Pfarrkirche: Für den Aufbau und alle anderen anfallenden Arbeiten war das Krippenteam zuständig, zu dem Heinz-Hubert Kaiser, Heinrich Schrandt, Martin Ostermann, Werner Hespe, Günther Schwerter, Jürgen Essing, Hans Jürgen Jansen, Helmut Wulfers und Küsterin Sylvia Stevens gehörten. Foto: Wilhelm Kock

Auch wenn der Gedanke im ersten Moment abwegig ist, unterliegen auch die in den Kirchen aufgebauten Krippen Zeitströmungen, obwohl sie doch   eigentlich die unverrückbare Geschichte von der Geburt Jesu in einem Stall im Bethlehem vor über 2000 Jahren erzählt.

Dafür ist die Geschichte der Darstellung der Geburt Jesu der Kirchengemeinde St. Katharina von Siena ein gutes Beispiel. Denn in den letzten Jahrzehnten wechselten die Darstellungen insgesamt viermal.

Rechtzeitig zum Weihnachtsfest hat ein insgesamt 20-köpfiges Team der Pfarrgemeinde   eine neue, deutlich größere Krippendarstellung mit einer Fläche von rund 30 Quadratmetern geschaffen, die im rechten Kirchenschiff vom Marienaltar bis zum Beichtstuhl reicht.

Bis auf die Figuren ist die Krippe eine Eigenproduktion

Die Figuren selbst aus Kunstharz lieferte ein Unternehmen aus Kevelaer. Der Rest ist Linderner Eigenproduktion: Die Bekleidung der Figuren fertigten Gerda Schrapper und Sylvia Stevens, den neuen Stall und den Unterbau fertigte Zimmermeister Dirk Wulfers, die Stadt Bethlehem als Hintergrund gestalteten Martin Ostermann und Christa Anneken und für die Elektrik war Georg Berssen zuständig.

Über 100 Jahre alt: Bis zum vergangenen Jahr  wurden diese Figuren   der Darstellung von Christi Geburt  in der Pfarrkirche St. Katharina von Siena aufgebaut.   Foto: Wilhelm KockÜber 100 Jahre alt: Bis zum vergangenen Jahr wurden diese Figuren  der Darstellung von Christi Geburt in der Pfarrkirche St. Katharina von Siena aufgebaut.   Foto: Wilhelm Kock

Premiere feierten Maria, Josef, das Jesus-Kind und die übrigen Figuren am Heiligabend, als sie aufgestellt wurden. Die bisherige Darstellung wird aber nicht wie in früheren Zeiten eingemottet, sondern im Seniorenzentrum der Gemeinde aufgebaut.

Die bemerkenswerteste Figur der Linderner Krippengeschichte ist eine Darstellung, die eigentlich nicht zum Canon der Darstellungen gehört.

Die Frau mit dem Apfel ist wahrscheinlich eine der ältesten Krippenfiguren in der Region. Sie wurde 1979 auf dem Dachboden der Kirche gefunden, als man die früher einmal genutzten Figuren wieder benötigte, nachdem die aktuellen durch einen Schwelbrand beschädigt worden waren.

Frau mit Apfel stammt wohl aus dem Mittelalter

Bei der Restaurierung unter Leitung von Dr.Josef Bohland wurden alle alten Farbschichten abgetragen und sie erhielt ihr ursprüngliche, mittelalterliche Bemalung zurück. Das Gesicht der Frau hat eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem Bild der Mutter Gottes von Bethen.

Der Apfel galt und gilt als christliches Symbol und Symbol für Lebenskraft, war er doch Jahrhunderte der einzige Vitaminspender im Winter. Für die Heilige Familie also ein ähnlich willkommenes Geschenk wie Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Die bisherige Krippe ist wahrscheinlich mehr als 100 Jahre alt und hat eine wechselvolle Geschichte. Sie wurde in jüngster Zeit von 1979 bis 2019, also gut 40 Jahre aufgebaut und davor, bis 1967, ebenfalls etliche Jahrzehnte.

Die Frau mit dem Apfel: Diese Linderner Darstellung gehört zu den ältesten  Krippenfiguren der Region. Sie ist 1979 restauriert worden und hat ihre mittelalterliche Bemalung zurückerhalten.  Foto: Wilhelm KockDie Frau mit dem Apfel: Diese Linderner Darstellung gehört zu den ältesten Krippenfiguren der Region. Sie ist 1979 restauriert worden und hat ihre mittelalterliche Bemalung zurückerhalten.  Foto: Wilhelm Kock

Doch 1967 war der damalige Dechant Quatmann der Auffassung, dass mit diesen Gipsfiguren mit, nach seiner Meinung nichtssagendem Ausdruck mehr zu machen sei.

Auch der Platz vor dem Josef-Altar abseits vom Kirchenmittelpunkt wurde so kritisch gesehen, dass die neue Krippe im Zentrum des Altarraums aufgebaut wurde.

Schwelbrand zerstörte Figuren

Dechant Quatmann bildete einen eigenen Krippen-Ausschuss für die Auswahl der neuen Krippe mit Lehrer Krause aus Liener, Frau Moormann, Lindern; dem Lehrer-Ehepaar Remmers, Fräulein Hillen und Elisabeth Brinkmann als Mitgliedern. Dieses Honoratioren-Team setzte sich mit verschiedenen Künstlern in Verbindung, um so eine neue, andere Darstellung der Geburt Jesu auszuwählen.

Diese neuen Figuren existierten dann aber nur 12 Jahre in der Pfarrkirche St. Katharina von Siena, denn 1979 wurden sie durch einen Schwelbrand zerstört und die eingelagerten alten Figuren wurden vom Dach der Kirche wieder hervorgeholt und kamen damit zu neuen Ehren.

1976 gab es einen neuen, vom damaligen Küster Franz Böckmann und Hans Essing gestalteten Stall mit einem spitzen Dach, der den einfachen Bretterverschlag für den Stall ersetzte.

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