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"Ein vollständiger Lockdown ist nicht nötig"

Der Löninger Gewerbeverein-Vorsitzender Ansgar Sibbel kritisiert eine Unternehmerin. Die hatte gefordert: "Kindergärten, Schulen, alle müssten mal zwei Wochen schließen."

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Lange Schlange: Auch am Donnerstag wurden zahlreiche Schüler in Löningen getestet. Foto: Siemer

Lange Schlange: Auch am Donnerstag wurden zahlreiche Schüler in Löningen getestet. Foto: Siemer

Mit der kompletten Oberstufe und den beiden achten Klassen, die am Mittwoch nicht getestet werden konnten, weil das Gesundheitsamt nicht Teststäbchen in ausreichender Menge mitgebracht hatte, ist am Donnerstag der Massentest von 340 Schülern des Gymnasiums und der Realschule abgeschlossen worden.

Fehlende Teströhrchen waren erst am Abend wieder verfügbar

In einer Pressemitteilung der Kreisverwaltung begründet  der Leiter des Gesundheitsamtes die fehlenden Röhrchen damit, dass aufgrund ungeplanter zusätzlich erfolgter Abstriche am Tag zuvor dem Gesundheitsamt Teströhrchen fehlten. Leider sei es dem Amt erst am Abend möglich gewesen, wieder einen ausreichenden Materialvorrat zu erhalten.

Auf Unverständnis und viel Kritik ist in der Öffentlichkeit und den sozialen Medien, die in mehreren Stellungnahmen  aufgestellte Forderung der Betreiberin eines Modegeschäfts für einen kompletten Lockdown gestoßen. „Kindergärten, Schulen, alle müssten mal zwei Wochen schließen“, hatte sie erklärt. Eine solche Aussage könne er persönlich nicht vertreten, reagiert der Vorsitzende des Gewerbevereins, Ansgar Sibbel. Natürlich sei die Situation in Löningen mit aktuell 72 Infizierten und 346 Personen in Quarantäne ernst. Ziel aller Beteiligten müsse es aber doch sein, so viel öffentliches Leben wie verantwortbar aufrechtzuerhalten. Um die Umsatzrückgänge bei allen Beteiligten so gering wie möglich zu halten.

"Einen Lockdown kann doch niemand wollen."Ansgar Sibbel, Gewerbevereinsvorsitzender

Was ein Lockdown und eine Schließung aller nicht lebensnotwendigen Geschäfte bedeute, hätten doch alle vor wenigen Monaten schmerzvoll erfahren müssen. Gerade eine generelle Schließung von Kindergärten und Schulen habe doch heftige Konsequenzen, denn dann müssten hunderte Beschäftigte zu Hause bleiben, damit die jüngeren Kinder versorgt würden. Neben den erneuten finanziellen Konsequenzen für die Familien fehlten sie dann auch in den Firmen, was den Umsatz senke. Das könne doch niemand wollen, so Sibbel.

Auch die Kreisverwaltung beurteilt die Lage anders als die Löninger Kaufrau. „Für den Kreis Cloppenburg ist ein vollständiger Lockdown in den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft aktuell nicht erforderlich“, erklärt Kreissprecher Frank Beumker. Er verweist auf eine Fülle von zielgerichteten Schritten wie Schulschließungen, die Schließung aller öffentlichen und privaten Sportanlagen sowie Sporthallen im gesamten Landkreis für den Vereins- und Freizeitsport und die Begrenzung auf höchstens sechs Personen in allen privaten und Räumlichkeiten. Unternehmen sollten in der jetzigen Situation nach Möglichkeit nicht geschlossen werden, betont Beumker.  

Altenzentren reagieren mit Berufsverboten

Auf die rasant wachsende Zahl der Erkrankten hatte die St.-Franziskus-Stiftung mit seinen beiden Altenzentren in Löningen und Lindern bereits Anfang vergangener Woche reagiert und die Einrichtungen für Besucher geschlossen. Das bedeutet, dass Kontakt zu den Angehörigen nur durch Telefon und über Bild-Telefonate sowie durch Treffen mit Abstand am Gartenzaun möglich ist. „Wir bewerten die Lage und ziehen die notwendigen Konsequenzen selbst“, betont Geschäftsführer Eberhard Ficker. Die Situation sei zum Beispiel im Nordkreis eine völlig andere, daher sei es wichtig, dass so punktuell wie möglich auf die Situation reagiert werde. In der kommenden Woche findet im Alten Amt Löningen ein weiterer Massentest statt. Dann werden alle Mitarbeiter der stationären Altenpflegeeinrichtungen auf Corona getestet. Einen Termin konnte die Kreisverwaltung am Donnerstag noch nicht nennen.  

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