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Ein Ostfriese war 1922 der allererste Campemoorer

Die Bewohner der Ortschaft feiern am 4. September das 100-jährige Bestehen der Siedlung . Dafür verschicken die Organisatoren 400 Einladungen.

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Da ist die Karte: 400 Einladungskarten will das Organisationsteam der Feier aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums Campemoors verschicken. Zu den Organisatoren gehört auch Schützenpräsident Rainer Duffe. Foto: Lammert

Da ist die Karte: 400 Einladungskarten will das Organisationsteam der Feier aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums Campemoors verschicken. Zu den Organisatoren gehört auch Schützenpräsident Rainer Duffe. Foto: Lammert

Jost Evers: Mit diesem Namen wird Campemoor wohl auf ewig verbunden bleiben. Der Ostfriese war der erste Siedler, der sich 1922 im heutigen Campemoor, das zu zu Vörden gehört, niedergelassen hatte. Mit Pferd und Wagen, letzterer vollbepackt mit Hausrat, erreichte er eine ehemalige Gerätebaracke, nachdem er 3 Tage lang unterwegs gewesen waren. Die Baracke diente als Wohnhaus. Heute gehört das Grundstück der Familie Wiese.

Am 22. April 1922 holte Jost Evers seine Ehefrau, seine vier Kinder und seine Rinder vom Bahnhof in Neuenkirchen ab. Genau diesen Tag vor etwas mehr als 100 Jahren betrachten die Campemoorer als das Gründungsdatum ihrer Siedlung.

Bei der Gründung hieß die allerdings noch nicht Campemoor. Den Namen erhielt sie erst 1931. Damals beschloss der hannoversche Landtag, den Ort nach dem in dem Jahr verstorbenen Dr. Martin von Campe zu benennen. Er war der Leiter der Provinzialleitung Hannover, auf sozialem Gebiet sehr engagiert und ein eifriger Förderer der Landeskultur gewesen. So ist es in der Chronik festgehalten, die vor 25 Jahren aus Anlass des 75-jährigen Bestehens Campemoors erschienen war.

Einladungskarten sollen Ende Juni verschickt werden

Dieses Mal haben die Campemoorer auf eine weitere Chronik verzichtet. Sie wollen das Jubiläum am 4. September (Sonntag) feiern. Beim Vereinshaus wird ein Zelt aufgebaut sein. „Wir werden jeden Campemoorer und jeden ehemaligen noch lebenden Campemoorer einladen“, sagt Rainer Duffe, Präsident des bei der Organisation federführend tätigen Schützenvereins des Vördener Ortsteils und ebenso wie Ortsvorsteher Rene Hemke Mitglied im 10-köpfigen Organisationskomitee. Ende Juni sollen die Einladungskarten rausgehen. Die Organisatoren hoffen auf 350 bis 400 Gäste, die den Einladungen folgen werden. Deshalb auch das Zelt. Das Vereinshaus wäre für diese Zahl zu klein.

Vor 2 Jahren hatte die Planung des Festtages begonnen, nachdem sich die Schützen bei ihrer Generalversammlung 2019 einstimmig für die Jubiläumsfeier ausgesprochen hatten. Dann machte die Corona-Pandemie den Beteiligten einen Strich durch die Rechnung. Treffen waren, wenn überhaupt, nur sehr eingeschränkt möglich. Doch inzwischen ist das Programm festgezurrt. Die zuständigen Campemoorer haben sich darauf verständigt, dass viel Raum für Begegnungen von Campemoorern und ehemaligen Campemoorern bestehen soll. Die Zahl der Ansprachen werde deswegen zum Beispiel begrenzt sein, erklärt Rainer Duffe. Fest eingeplant seien Vechtas Landrat Tobias Gerdesmeyer und Neuenkirchen-Vördens Bürgermeister Ansgar Brockmann. Beide haben ihre Zusage bereits gegeben.

Campemoorer Kinder führen Theaterstück auf

Ganz wichtig ist den Organisatoren, auch Kinder in das Programm einzubinden. Denn, so der Schützenpräsident: „Sie haben einen hohen Stellenwert. Sie sind die Zukunft Campemoors.“ Der Nachwuchs wird im Vereinshaus ein Theaterstück aufführen. Das wollte er eigentlich schon bei der Weihnachtsfeier im vergangenen Jahr präsentiert haben. Doch die Feier fiel wegen der Corona-Pandemie aus. Eigens zum Jubiläum hat es einige textliche Änderungen gegeben.

Ebenfalls das Programm mitgestalten wird der Gemischte Chor Campemoor. Die Sängerinnen und Sänger proben seit Ostern wieder. „Wir wollen zeigen, welche kulturellen Angebote wir im Ort haben“, sagt Rainer Duffe mit Blick auf die beiden Auftritte. Eventuell, ergänzt er, wird es auch noch eine Fotoausstellung geben mit aktuellen Ansichten von Gebäuden und Höfen.

Eng arbeiten die Campemoorer bei dem Fest zusammen mit Oliver Kettlers Unternehmen „Kettler Event“, das das Zelt aufbaut und für den Getränkeservice zuständig ist, sowie mit der Familie Küthe aus Voltlage-Höckel. Sie zeichnet verantwortlich für die Speisen sowie Kaffee und Kuchen.


Fakten:

  • 100 Jahre nachdem Jost Evers der erste Siedler war, leben in Campemoor rund 220 Menschen.
  • Damit stellt der Ort rund 2,5 Prozent der Einwohner Neuenkirchen-Vördens.
  • Von den ehedem in Spitzenzeiten 60 Voll- und Nebenerwerbs landwirtschaftlichen Betrieben sind noch 11 übrig geblieben.
  • In der Fläche misst Campemoor 15,95 Quadratkilometer.

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