Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Ein Netzwerk für die Friesoyther Gesundheitsversorgung

Das "Netzwerk Gesundheit Friesoythe" hofft auf viele Ideen aus der Bevölkerung, um den Gesundheitsstandort zu stärken. Der Netzwerk-Gedanke kommt auch bei Praktikern aus der Medizin gut an.

Artikel teilen:
Netzwerker: Mit dem neu gegründeten Netzwerk Gesundheit Friesoythe wollen (von links) Bernd Rieken, Regina Peters-Trippner, Dr. Matthias Lamping, Jann Christian Hegewald, Georg Litmathe und Bernd Wessels die Gesundheitsversorgung in der Stadt stärken und ausbauen.   Foto: Stix

Netzwerker: Mit dem neu gegründeten Netzwerk Gesundheit Friesoythe wollen (von links) Bernd Rieken, Regina Peters-Trippner, Dr. Matthias Lamping, Jann Christian Hegewald, Georg Litmathe und Bernd Wessels die Gesundheitsversorgung in der Stadt stärken und ausbauen.   Foto: Stix

Geringe Ambitionen kann man den Initiatoren des neu gegründeten Netzwerks Gesundheit Friesoythe nicht vorwerfen. Sie wollen medizinische Fachkräfte für die Stadt gewinnen und binden, die Gesundheitsversorgung sichern, Akteure vernetzen sowie das Angebot ausweiten, um so letztlich die Gesundheitsversorgung in Friesoythe zu stärken und auszubauen. "Das ist kein Sprint, das ist ein Marathon", sagt Jann Christian Hegewald, einer der Initiatoren des Netzwerks.

Entstanden ist die Idee Ende vergangenen Jahres im Friesoyther Ortsverband der CDU, dem Hegewald vorsteht. Inzwischen haben er und sein Parteikollege Dr. Matthias Lamping weitere Mitstreiter für das Netzwerk gewonnen, unter anderem den Chirurgen Dr. Ralf Weise, den Allgemeinmediziner Dr. Thorsten Pancratz, den Zahnarzt Christoph M. Kreilkamp und die Hebamme Regina Peters-Trippner. Auch die Bürgerhospitalstiftung und die Geschäftsführung des Friesoyther Krankenhauses gehören dazu.

„Wir wollen kein Laberverein sein, sondern relativ zügig verschiedene Ideen auf den Weg bringen.“Jann Christian Hegewald

"Wir haben in Gesprächen mit Hebammen, Physiotherapeuten, dem Krankenhaus und vielen anderen festgestellt, dass es zum Thema Gesundheit eine Menge toller Ideen aus vielen Quellen gibt", erläutert Hegewald. "Und da dachten wir uns, dass man da mehr draus machen muss." So sei die Kernidee entstanden, die Ideen zu bündeln und abzuarbeiten. "Wir wollen kein Laberverein sein, sondern relativ zügig verschiedene Ideen auf den Weg bringen", versichert er.

Um den Ideenpool weiter zu füllen, wird sich das Netzwerk auf den Maitagen am kommenden Wochenende der Öffentlichkeit vorstellen. Dabei sollen dann Postkarten ausgegeben werden, auf denen Friesoytherinnen und Friesoyther ihre Ideen für den Gesundheitsstandort aufschreiben können. "Jeder Friesoyther hat eine Idee, was man in der Gesundheitsversorgung verbessern kann", ist sich Hegewald sicher. Wer Lust hat, könne und solle sich im Netzwerk engagieren, ergänzt Lamping. "Parteien oder Parteizugehörigkeit spielen hier keine Rolle."

Praktiker unterstützen Idee und Ziele des Netzwerks

Bei den beteiligten Praktikern jedenfalls kommen das Netzwerk und die Idee dahinter gut an. "Ich bin froh, dass sowas auf den Weg gebracht wurde", sagt Peters-Trippner. Sie erhofft sich von dem Netzwerk vor allem ein "niedrigschwelliges Arbeitsumfeld", in dem sie die Kolleginnen und Kollegen aus dem Gesundheitssektor persönlich kennenlernen, auf "kurzem Dienstweg Rat einholen" und auf einer Vertrauensbasis Schwangere an Ärzte vermitteln könne. "Vielleicht brauchen wir ja jemanden, der von außen drauf schaut" beschreibt sie bei dem Pressegespräch zur Vorstellung des Netzwerks ihre Erwartungen. "Ich habe jedenfalls das Gefühl, dass es auf gutem Weg ist."

Auch die Leitung des Friesoyther St.-Marien-Hospitals setzt Hoffnungen in das Netzwerk – nicht zuletzt mit Blick auf die oft schwierige Suche nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. "Es hilft bei der Mitarbeitergewinnung und -bindung, wenn die Stadtgesellschaft hinter dem Krankenhaus steht", sagt Krankenhaus-Geschäftsführer Bernd Wessels. "Das ist einer der Vorteile des ländlichen Raumes."

Bürgerhospitalstiftung übernimmt den "finanziellen Anschub"

Unterstützung erhalten die Netzwerker auch von der im vergangenen Jahr gegründeten Bürgerhospitalstiftung. "Ein gutes Gesundheitswesen ist ein wichtiger Faktor der Infrastruktur und des kommunalen Lebens", sagt der Stiftungsratsvorsitzende Georg Litmathe. "Wir sind keine Konkurrenz, sondern ergänzen uns. Und unser Job ist der finanzielle Anschub." So müsse das Netzwerk etwa keine Organisation für Spendensammlungen aufbauen. "Hier hilft die Stiftung, denn das Netzwerk hat ja kein Geld", ergänzt Stiftungsvorstand Bernd Rieken. Unterstützer können demnach zweckgebunden für das Netzwerk an die Bürgerhospitalstiftung spenden.

Neben den Maitagen steht im Kalender des Netzwerks auch schon ein 2. Termin. Am 19. Mai sind die Vertreter und Mitglieder des Friesoyther Gesundheitswesens ab 19 Uhr zu einem zwanglosen Treffen ins Kulturzentrum "Alte Wassermühle" eingeladen. "Wir wollen die Kräfte bündeln und PS auf die Straße bringen", sagt Hegewald. Regina Peters-Trippner formuliert das Thema des Abends etwas nüchterner: "Das Kennenlernen", sagt sie, "ist so ein großes Plus."

  • Info: Auf der Webseite des Gesundheitsnetzwerks Friesoythe (www.ng-f.de) sind die Ziele des Netzwerks sowie seine Unterstützer und Förderer ausführlich dargestellt.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Ein Netzwerk für die Friesoyther Gesundheitsversorgung - OM online