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Ein Montagvormittag kommt selten allein

Kolumne: Die Generation Z zeigt’s Ihnen – "Die Wurzel allen Übels ist immer Vormittag", singt das Lumpenpack. Anders lässt sich die Doppelbuchung eines Zeltplatzes nicht erklären.

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Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Wilhelm Busch war ein kluger Mann und sollte Recht behalten. Vielleicht hätte er mir auch sagen können, warum schlechte Nachrichten einen immer am Montagvormittag erreichen? Ich halte es da wie die Band "Das Lumpenpack": "Die Wurzel allen Übels ist immer Vormittag."

Aber von vorne: Eigentlich wollte ich an dieser Stelle in voller Vorfreude über Zeltlager schreiben. Nach 2 Jahren Corona-Pause geht es für viele Veranstalter im Oldenburger Münsterland endlich wieder los. Auch ich gehöre zu den Verrückten, die für den Spaß einer Riesenschar Kinder eine Woche auf guten Schlaf verzichten.

Ich wollte über Stockbrot am Lagerfeuer, Gummistiefel im Morgentau, Eigensinnigkeiten wie das Wimpelspiel und Teamgeist schwadronieren. Den Song "Viel zu selten gehn' wir zelten" im Ohr wollte ich dieses besondere Zeltlager-Gefühl verschriftlichen, in der Hoffnung, dass Gleichgesinnte mich verstehen.

"Zwei Telefonate später bin ich schlauer als vorher und wünsche mir die Unwissenheit zurück."Fenja Hahn

Bei der Recherche nach Verbündeten werde ich schnell fündig: Ein Zeltlager, das im gleichen Zeitraum fährt. Und auf den gleichen Zeltplatz ... Moment, was? Abrupt schlägt die Begeisterung in Entgeisterung um. Die Vernunft flüstert mir zu: "Es ist bestimmt nur ein Missverständnis, alles halb so wild." "DOPPELBUCHUNG!", schreit der Verstand. Zwei Telefonate später bin ich schlauer als vorher und wünsche mir die Unwissenheit zurück.

Der Platzwart hat beide Lager in einen Topf geworfen. Dass die Kirchengemeinden nach dem gleichen Heiligen benannt sind, war bestimmt nicht hilfreich. Die unterschiedlichen Orte und Verantwortlichen hätten ihn aber durchaus auf den Fehler hinweisen können. Heißt rein rechnerisch: Fast 300 Menschen teilen sich eine Woche lang 4 Toiletten und 6 Duschen. Und nun?

"Dass wir aber kurz vor dem Start quasi ohne Zeltplatz dastehen, ist ein Novum – allerdings kein erfreuliches."Fenja Hahn

Plan A: Das Motto ändern, Sodom und Gomorra könnte passen. Plan B ist schon aufwendiger: In weniger als 2 Wochen einen anderen Zeltplatz finden, der in den Sommerferien Platz und Sanitäranlagen für über 100 Menschen hat. Da tritt wieder das mysteriöse Wimpelspiel auf den Plan. Nicht jeder Platzwart ist begeistert, wenn man ein mannshohes Loch gräbt, dort einen geschälten Baum reinstellt und mitten in der Nacht sogenannte "Überfaller" eine Fahne von ganz oben klauen wollen. Klingt komisch? Spaß macht es trotzdem.

In 30 Jahren Zeltlager hat unsere Jugendarbeit schon viel erlebt, Missverständnisse und kurze Überschneidungen inklusive. Dass wir aber kurz vor dem Start quasi ohne Zeltplatz dastehen, ist ein Novum – allerdings kein erfreuliches. Das Ironische daran ist nicht diese Kolumne, sondern dass es dann wohl erst aufgefallen wäre, wenn beide Gruppen auf dem Platz aufeinandergetroffen wären. Also vielleicht verbergen Montagvormittage doch etwas Gutes hinter all dem Übel.


Zur Person:

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