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Ein Kollegium betritt Neuland: Dammer Schule wird "Kinderrechteschule"

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen steht Pate. Mitarbeiter werden die Dammer Lehrkräfte bei der Umsetzung des Programms auch vor Ort unterstützen.

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Partner: Das Kinderhilfswerk Unicef unterstützt die Dammer Grundschule bei der Verankerung der Kinderrechtskonvention im Schullalltag.Foto: dpa/Kjer

Partner: Das Kinderhilfswerk Unicef unterstützt die Dammer Grundschule bei der Verankerung der Kinderrechtskonvention im Schullalltag.Foto: dpa/Kjer

Die Grundschule Damme am Grünen Weg hat sich aufgemacht, zur "Kinderrechteschule" zu werden. Sie wird zu den Schulen in Niedersachsen gehören, in denen das Land über das "Niedersächsische Kinderrechte Schulnetzwerk" die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen verankern möchte.
Der Partner des Landes und der beteiligten Schulen ist dabei das Kinderhilfswerk Unicef der Vereinten Nationen.

Als 2. Schule aus Damme, die sich an dem Programm beteiligt, wurde die Hauptschule genannt. Sie sollte zu den 5 Schulen zählen, die erst ab dem Herbst dem "Kinderrechte Schulnetzwerk" angehören werden. 33 Einrichtungen sind beim Start dabei. Auf Nachfrage teilte Hauptschulrektor Jan Runge allerdings mit, noch sei die Entscheidung nicht gefallen, ob sich die Hauptschule tatsächlich beteiligen wird.

"Die offizielle Anmeldung kann erst im April erfolgen. Das Projekt startet im Mai."Doris Auf'm Orde, Rektorin

In der Grundschule Damme hatten nach der Ausschreibung des neuen Schulnetzwerkes im Schulverwaltungsblatt im November die Gesamtkonferenz und der Schulvorstand beschlossen, die Grundschule solle sich um die Teilnahme bewerben. "Die offizielle Anmeldung kann erst im April erfolgen. Das Projekt startet im Mai", sagte Schulleiterin Doris Auf'm Orde.

Auf die Schule kommt Arbeit zu

Als nächster Schritt ist an der Schule die Gründung einer Steuergruppe geplant, der neben der Schulleitung 2 bis 3 Lehrkräfte angehören werden. Zu Beginn des kommenden Schuljahres wird – mit Unterstützung von Vertretern von Unicef Deutschland – eine schulinterne Lehrerfortbildung stattfinden, bei der es darum geht, Ziele der Arbeit zu formulieren.

Im dann folgenden Schritt werden die Lehrkräfte altersgerechte Projekte entwickeln, wie die Kinderrechte im Rahmen des Schulalltags und -unterrichts mehr in den Blick genommen werden können und sich die Eigenverantwortung der Kinder stärken lässt.

Manches habe die Schule da bereits verwirklicht, lange bevor sie Mitglied des Netzwerkes geworden ist, erklärte Doris Auf'm Orde. So existiere ein Schülerparlament. Es setze sich zusammen aus den Klassensprecherinnen oder -sprechern der Jahrgänge 3 und 4. Dieses Gremium bespricht etwa Projekte. Auch seien die Schüler an der Planung der Neugestaltung des Schulhofes beteiligt gewesen.

"Die Meinung der Kinder haben wir schon immer eingeholt."Doris Auf'm Orde, Rektorin

"Die Meinung der Kinder haben wir schon immer eingeholt", sagte die Schulleiterin. Schließlich wolle die Schule ihren Beitrag dazu leisten, die Mädchen und Jungen zu demokratischen Bürgern zu erziehen. Es sei gut, wenn die Kinder Rechte haben, aber auch wüssten, dass damit Pflichten verbunden seien, unterstrich Doris Auf'm Orde.

Zu den weiteren Aufgaben gehört es, die UN-Kinderrechtskonvention in die Lehrpläne aller Jahrgangsstufen einzuarbeiten und verbindliche Verfahren festzulegen, wie mit Verstößen gegen die Prinzipien der Konvention umzugehen ist. Zudem wird sich die Schulgemeinschaft zur Einhaltung der Kinderrechte verpflichten.

Alle Kinder sollen, das ist ein erklärtes Ziel, ihre Rechte kennen und können beschreiben, welchen Einfluss die Rechte auf sie und andere Kinder haben. Die gegenseitigen Beziehungen innerhalb der Schulgemeinschaft sollen auf Würde, Respekt und Inklusion basieren.

Weiter sollen die Kinder lernen, die Rechte anderer zu unterstützen. Langfristig soll das Projekt auch dazu führen, dass die Kinder ein langjähriges soziales Engagement entwickeln, sich wertgeschätzt, gehört und sicher in der Schule fühlen.

Hauptschule setzt auf Menschenrechte im Schulalltag

Die Hauptschule arbeite bereits seit langem an vielem, was das neue "Kinderrechte Schulnetzwerk" umsetzen wolle, sagte Sozialarbeiterin Dagmar Frank. Das Kollegium habe sich darauf verständigt, den Begriff Menschenrechte explizit in das von allen vereinbarte Lehrkräften Erziehungskonzept der Schule aufzunehmen.

In dem Zusammenhang findet für alle 5.-Klässler ein Sozialtraining statt, bei dem es nach Worten Jan Runges um Themen wie Vertrauen, Zivilcourage, Lob sowie den Umgang mit Kritik oder auch die Menschenrechte als Wertegrundlage des Schullebens geht. Zudem lernen die Mädchen und Jungen, wie sie sich in Konfliktfällen richtig verhalten. Das Sozialtraining sollte möglichst auch in den anderen Jahrgängen einmal im Schuljahr erfolgen.

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