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Ein Jahr Schulsozialarbeit: Die Tür von Marlen Gerdes steht jedem offen

Die 24-Jährige ist für die Schülerinnen und Schüler der Dinklager Grundschule Höner Mark bei Problemen die erste Ansprechpartnerin. Ihre Beobachtung: Die Pandemie bringt einige Folgen mit sich.

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Hat immer ein offenes Ohr: Marlen Gerdes arbeitet an der Grundschule Höner Mark als Schulsozialarbeiterin. Foto: Hahn

Hat immer ein offenes Ohr: Marlen Gerdes arbeitet an der Grundschule Höner Mark als Schulsozialarbeiterin. Foto: Hahn

Während des Gesprächs klopft es immer wieder an der Tür, an der groß "Frau Gerdes" steht. Gerade in der Pause ist das Büro von Marlen Gerdes eine beliebte Anlaufstelle für Schülerinnen und Schüler. Denn die Schulsozialarbeiterin hat immer ein offenes Ohr. Nach einem Jahr an der Dinklager Grundschule Höner Mark fühlt sich die studierte Sozialarbeiterin gut angekommen.

"An vielen Grundschulen ist Schulsozialarbeit noch gar nicht gegeben", erklärt Gerdes. Deswegen habe sie am Anfang vor allem den Kontakt zu den Kindern und Eltern aufgebaut. Ihr selbst entworfener Flyer erklärt, was sie macht: Bei schulischen, familiären und persönlichen Problemen berät und unterstützt die 24-Jährige. Nicht nur die rund 250 Schülerinnen und Schüler können das Angebot nutzen, auch die Eltern und Lehrkräfte können bei der Lastruperin Hilfe suchen.

In einem Jahr konnten schon viele Projekte durchgeführt werden

Die Elternarbeit nehme in ihrer Arbeit einen hohen Stellenwert ein. "Man muss gemeinsam an den gleichen Zielen arbeiten. Wenn es in der Schule und im Elternhaus umgesetzt wird, ist auch ein deutlicher Fortschritt zu sehen." Auch die Zusammenarbeit mit der Lehrerschaft und der Schulleitung an der Höner Mark laufe hervorragend. So habe sie schon einige Projekte erfolgreich durchführen können.

Eines davon ist das Präventionsprojekt "Lubu aus dem All" für die 1. und 2. Klassen, die an der Grundschule Höner Mark zu einer Eingangsstufe zusammengefasst sind. Ein gebastelter Außerirdischer soll die sozial-emotionalen Kompetenzen der Kinder fördern, indem sie sich spielerisch mit Verhaltensweisen auseinandersetzen.

Moderne Medienerziehung ist auch in der Grundschule ein wichtiges Thema

"Das soziale Miteinander fehlt durch die Corona-Zeit", weiß Gerdes. Der normale Alltag mit gemeinsamen Pausen werde nun besonders wertgeschätzt. Auch die 24-Jährige hatte wegen der Pandemie keinen leichten Einstand, am Anfang habe sie im Wechselmodell nur geteilte Klassen erlebt. Als die Normalität wieder zurückkehrte, habe sie die Spielzeug-Ausleihe wieder eingeführt und die Schülervertretung wiederbelebt.

Ebenso habe die motorische Entwicklung der Kinder durch den Bewegungsmangel gelitten, stellte die Sozialarbeiterin fest. Ihr freiwilliges Angebot "Abenteuerland Bewegung" half beim Aufholen der Fähigkeiten. In der Zeit im Lockdown sei zudem die Mediennutzung angestiegen. Spielkonsolen und Smartphones gehören gerade für die älteren Kinder zum Alltag. Die Frage "Wie kann moderne Medienerziehung aussehen?", sei bei Elternabenden in Zusammenarbeit mit der Erziehungs- und Suchtberatungsstelle des Caritas-Sozialwerks thematisiert worden.

„Ich möchte, dass es den Schülerinnen und Schülern besser geht.“Marlen Gerdes, Schulsozialarbeiterin

Die Netzwerkarbeit mit Institutionen wie Beratungsstellen der Caritas oder auch dem Jugendamt sei ein wichtiger Bestandteil der Schulsozialarbeit, erklärt die Lastruperin. Dafür könne sie aus ihren Erfahrungen aus vorherigen Stationen profitieren. Nach dem Studium der Sozialen Arbeit in Münster hatte sie die pädagogische Leitung in der Werkstatt des Caritas-Sozialwerks in Lohne inne. Mittlerweile habe sie auch mit dem TV Dinklage und der Musikschule eine Projektpartnerschaft aufgebaut.

Nach einem Jahr Schulsozialarbeit lautet Gerdes Fazit: "Ich habe einen festen Grundstein geschaffen." Die Kinder nähmen ihre Arbeit gut an und sprächen sie bei Problemen an. "Es ist wichtig, Schulsozialarbeit schon in der Grundschule anzubieten. Die Probleme starten nicht erst mit der 5. oder 6. Klasse." Die Arbeit mache ihr Spaß, weswegen sie sich auch viel darüber hinaus engagiere. "Ich möchte, dass es den Schülerinnen und Schülern besser geht."

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