Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Ein Hauch Kreuzfahrtfeeling liegt im Hafen

Rüdiger Droste hat einen Tender der Aida-Flotte „an Land gezogen“ - und darauf ist er stolz. Allerdings  hat er sich noch nicht abschließend entschieden, wie er das Wassertaxi einsetzen möchte.

Artikel teilen:
Sein ganzer Stolz: der Tender des Luxliners „AIDAcara“, den Rüdiger Droste erwerben konnte.Foto: C. Passmann

Sein ganzer Stolz: der Tender des Luxliners „AIDAcara“, den Rüdiger Droste erwerben konnte.Foto: C. Passmann

Kreuzfahrtfeeling könnte bei manchem Besucher aufkommen, der dieser Tage entlang der Uferpromenade am Barßeler Hafen flaniert und einen Blick auf die vor Anker liegenden Boote wirft. Es scheint, als sei der Luxusliner der Aida-Flotte, die MS „Aida Cara“, wegen Niedrigwasser vor den Toren von Barßel vor Anker gegangen und habe die Gäste an Bord mit einem Tender in den Barßeler Hafen gefahren.

Doch es scheint nur so. Die „Aida Cara“ ist derzeit auf anderen Seewegen unterwegs. Sie war das erste Kreuzfahrtschiff, das für die Marke Aida gebaut wurde. Einen original Tender des im Jahre 1996 in Dienst gestellten Kreuzfahrtschiffes hat sich nun Rüdiger Droste „an Land gezogen“.  Tender dienen quasi als Wassertaxis für die Kreuzfahrtschiffe, wenn die Zielhäfen auf ihrer Route für die Ozeanriesen zu klein sind. Mit Tendern werden die Passagiere dann an Land gebracht.  

Nach Jahren kam die Zusage der Reederei

Mit dem Kauf hat sich Droste einen lang gehegten Traum erfüllt. Und das war gar nicht so einfach, denn die Tender sind nur im Ausland zu haben. „Für so einen Kauf habe ich mich bei der Reederei schon vor Jahren beworben. Nun kam die erfreuliche Nachricht, dass ich einen ausrangierten Tender, der auf der Fassmer-Werft in Berne gebaut wurden, erwerben könnte. Da habe ich sofort zugeschlagen“, sagt der gebürtige Barßeler, der heute im benachbarten Tange lebt.

Das Boot, das rund 100 Passagieren Platz bietet und von zwei Iveco-Dieselmotoren mit insgesamt 180 PS angetrieben wird, hat 24 Jahre auf dem Buckel.   Die Überführung von Hamburg nach Barßel hat er selbst zusammen mit seinem Vater Peter übernommen. Es ging von Hamburg über die Elbe nach Geesthacht. Dann weiter über den Mittellandkanal, Dortmund-Ems-Kanal Richtung Ems und dann in das Seemannsdorf Barßel, dem neuen Heimat­hafen. „Fünf Tage hat die Überfahrt gedauert. Gewohnt und geschlafen haben wir an Bord. Es war eine tolle, einzigartige Überfahrt“, berichtet Droste.

Platz für 100 Passagiere: Nach der Winterpause möchte sich Rüdiger Droste  an den Umbau machen. Foto: C. PassmannPlatz für 100 Passagiere: Nach der Winterpause möchte sich Rüdiger Droste  an den Umbau machen. Foto: C. Passmann

Über den Winter bleibt das Boot im Barßeler Ostanleger vor Anker. Im Frühjahr geht es dann auf das Trockendock und das Boot wird innen wie außen optisch überholt und für eine neue Nutzung umgebaut. Doch noch ist sich der 40-jährige Droste über die weitere Zukunft des elf Meter langen und 4,60 breiten Bootes nicht schlüssig. „Ein paar Gedanken schwirren schon durch den Kopf. Da es seetauglich ist, könnte man es für Angelfahrten auf der Nordsee einsetzen. Denkbar ist auch ein schwimmender Kiosk oder ein schwimmendes Klassenzimmer. Durchaus wäre auch ein Partyboot möglich“, überlegt Droste.

Er möchte die Bevölkerung daran beteiligen, wie eine zukünftige Nutzung aussehen könnte und würde sich freuen, viele Vorschläge zu erhalten (Telefon 04499/919271). Das betrifft auch einen neuen Namen für den Tender, wenngleich der Schriftzug „Aida Cara“ am Bug bestehen bleiben darf. Das habe schon fast Kultstatus, meint er.

Klar ist für Rüdiger Droste aber schon heute: Sollte das Hafenfest 2021 stattfinden, dann wird die Aida-Cara als Wassertaxi eingesetzt und die Besucher vom Hafengelände zur Landzunge und zurück zu schippern.

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Ein Hauch Kreuzfahrtfeeling liegt im Hafen - OM online