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Ein Golfkrieg beendet 1991 närrische Aktivitäten abrupt

Nicht nur der diesjährige Carneval fällt ins Wasser. Die Dammer Fastnachtssession vor 29 Jahren war für Prinz Siegfried I. und Kinderprinz Thorsten I. höchst unerfreulich.

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Tollitäten ohne Umzug: Thorsten I. (links) und Siegfried I. waren Hauptleidtragende der Absage des Straßencarnevals wegen des Ersten Golfkrieges. Foto: Stadtmuseum

Tollitäten ohne Umzug: Thorsten I. (links) und Siegfried I. waren Hauptleidtragende der Absage des Straßencarnevals wegen des Ersten Golfkrieges. Foto: Stadtmuseum

Ein im wahrsten Sinne des Wortes ausgefallener Dammer Carneval ist in der seit 1614 währenden Fastnachtsgeschichte in der Narrenhochburg nicht neu. Betroffen ist davon nicht nur die aktuell 407. Session. Nachdem jegliche Veranstaltungen zum Beispiel während des Ersten und des Zweiten Weltkrieges, aber auch zwischen 1923 und 1933 ausfielen, sagten die Dammer Narren 1962 wegen der Flutkatastrophe an der Nordseeküste und vor allem in Hamburg die folgenden Sessionsveranstaltungen ab.

29 Jahre später drohte eine Katastrophe ganz anderer Art. Die erste Galasitzung und die Kinderprinzenkür waren gelaufen, als anlässlich des kriegerischen Überfalls des Iraks auf Kuwait im Zuge des ersten Golfkrieges eine Gefahr von weltweiter Dimension bevorzustehen schien. Alle Ölquellen in Kuwait, so drohte der Irak, sollten in Brand gesetzt werden. Das hätte durch die unvorstellbare Rauchentwicklung eine globale Verdunkelung der Atmosphäre mit extremsten Klimaveränderungen bedeutet. Unter dieser Bedrohung sagten die meisten Carnevals-Hochburgen alle weiteren Veranstaltungen ab.

Ein provisorischer Narrenbrunnen wurde schnell aufgestellt

Da diese Befürchtungen nicht eintrafen und der Krieg relativ kurz blieb, war schon nach wenigen Wochen klar, dass zumindest die Umzüge hätten stattfinden können. Doch das wäre für alle Beteiligten an Vorbereitungszeit zu kurz gewesen.

Kinderprinz Thorsten I. (Burdiek) und Prinz Siegfried I. (Hansmeier) trafen sich trotzdem am Dammer Rosenmontag samt Hofstaat in ihren Kostümen und närrisch gekleidetem Gefolge, ebenso wie der Elferrat mit Anhang im Blechhotel an der Ecke Große Straße/Rüschendorfer Straße, der damaligen Kanzlei des Präsidenten Fritz Enneking. Tags zuvor hatte die prinzliche Wagenbauergruppe auf dem Hubertusplatz vor der Gastwirtschaft Butke-Bollmann einen provisorischen Narrenbrunnen aufgestellt und gebührend eingeweiht. In Damme jedoch wurde zumindest am entsprechenden Wochenende in den üblichen Gasthäusern kräftig und ausgelassen gefeiert. Das wird allerdings in dieser verhinderten Session nicht möglich und erlaubt sein.

  • Info: Umfassende Informationen zur Geschichte des Dammer Carnevals – vor allem zu den insgesamt 26 anderen Jahren des 20. Jahrhunderts, in denen keine närrischen Feiern stattfanden – gibt es unter www.carneval-in-damme.de im Internet.

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