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Ein Ehrenamt für den Katastrophenfall

Christoph Penning aus Garrel ist Mitglied des Kreisverbindungskommandos im Landkreis Cloppenburg. Er hilft bei der Corona-Kontaktnachverfolgung – ehrenamtlich.

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Engagiert: Christoph Penning – hier in Ausgehuniform – wird seinen Dienst in den kommenden Wochen für das Kreisverbindungskommando in Flecktarn verrichten. Foto: Schrimper

Engagiert: Christoph Penning – hier in Ausgehuniform – wird seinen Dienst in den kommenden Wochen für das Kreisverbindungskommando in Flecktarn verrichten. Foto: Schrimper

Pläne für die Osterferien zu schmieden – danach dürfte wohl den wenigsten angesichts der aktuellen Coronalage der Sinn stehen. Anders sieht es bei Christoph Penning aus – eben wegen der aktuellen Coronalage. Der Garreler weiß bereits, was er in der ersten Woche der unterrichtsfreien Zeit tun wird: Er wird von Montag bis Freitag in Flecktarn-Uniform in einem Kellerraum des Kreishauses sitzen und das Gesundheitsamt bei der Kontaktnachverfolgung von Coronafällen unterstützen. Als Oberleutnant zur See der Reserve ist er Mitglied des sogenannten Kreisverbindungskommandos (KVK). Dieses koordiniert den Einsatz von derzeit 13 Soldaten, die unter anderem Kontaktpersonen telefonisch informieren.

8 Männer – darunter insgesamt 3 Garreler – gehören dem Cloppenburger Reservistenkommando unter Leitung von Oberstleutnant Hubertus Pleye an, das im Katastrophenfall zum Einsatz kommt und als Schnittstelle zwischen Landkreis und Bundeswehr fungiert. Darunter befinden sich neben Penning als Lageoffizier noch zwei weitere Garreler. „Ein guter Schnitt“, sagte er mit einem Augenzwinkern. Für den 34-Jährigen, der im Hauptberuf Deutsch- und Geschichtslehrer an der Liebfrauenschule in Cloppenburg ist, wird es kommende Woche der vierte ehrenamtliche Einsatz für das 2008 ins Leben gerufene KVK sein. In den kommenden Monaten werde es für ihn wegen der Abiturvorbereitungen zeitlich etwas enger.

„Ich hätte nicht gedacht, dass wir über kurz oder lang zum Einsatz kommen“, sagt Penning. Der letzte Katastrophenfall im Landkreis Cloppenburg liege mit dem Schneewinter 1978/79 immerhin schon lange zurück. Mit der Coronapandemie liege nun der nächste Kastastrophenfall vor. Zum Einsatz zu kommen, sei für das KVK aber keine Selbstverständlichkeit, betont Penning. „Die Hürde dafür ist extrem hoch.“ Erst wenn alle zivilen Möglichkeiten der Hilfeleistung ausgeschöpft seien, könne der Landkreis eine Amtshilfe durch die Bundeswehr beantragen.

"Die meisten haben Verständnis"

Die Kontaktnachverfolgung am Telefon sei gerade an Tagen, an denen schlagartig 100 neue Coronafälle hinzukämen, eine große Herausforderung, weiß Penning zu berichten. „Dann ist richtig viel zu tun.“ Den eingesetzten Hilfskräften der Bundeswehr obliegt es dann, Menschen zu informieren, dass sie Kontakt zu einem an Covid-19 Erkrankten hatten und sie sich in Quarantäne begeben müssen. „Die meisten haben Verständnis und sind freundlich“, so Penning. Zur Amtshilfe, die das Kommando leistet, gehört etwa auch die Unterstützung bei Impf-
aktionen.

Im Kreisverbindungskommando hält Penning als Oberleutnant zur See als Einziger die Fahne für die Marine hoch, wie er schmunzelnd berichtet. Seine Mitstreiter stammten alle aus dem Heeres- oder Luftwaffendienst. Da bleibe der eine oder andere Scherz auf seine Kosten nicht aus, wenn er sich etwa anhören müsse, dass die Soeste für eine Fregatte zu klein sei. All das nimmt der 34-Jährige aber gelassen hin. Er sei froh, einen sinnvollen Beitrag leisten zu können.

Ehrenamt ist für ihn ein Muss

Die Begeisterung für die Marine sei schon von klein auf vorhanden gewesen. „Mein Papa war auch bei der Marine“, erzählt Penning. Überhaupt gebe es bei ihm als DLRG-Rettungsschwimmer „eine große Wasseraffinität“. Nach dem Abitur verpflichtete sich Penning für zwei Jahre bei der Marine. In dieser Zeit fuhr er drei Monate lang mit dem Segelschulschiff „Gorch Fock“ zur See und wurde später zum Oberleutnant zur See befördert. Durch die Tätigkeit als Zeitsoldat habe er sich sein Studium finanziert.

Das Ehrenamt – sei es aktuell für das KVK oder als Pressesprecher der DLRG Niedersachsen – bedeute ihm viel, betont der Garreler. Auf dem Sofa zu sitzen und einen Film zu schauen, das sei nicht sein Ding. „Ich brauche immer Action. Ich muss immer was machen.“ Auch in den Osterferien.

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