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Ehepaar und Grundschüler verschenken 55-Spielzeug-Pakete an ukrainische Kinder

Mit den ausgedienten Spielsachen der Enkel fing es an. Dann wurde die Aktion immer größer und zuletzt wurden immer mehr Pakete für minderjährige Flüchtlinge gepackt.

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Bescherung im Mai: Die Freude bei den Kindern über die Geschenke war riesig. Foto: Thomas Vorwerk

Bescherung im Mai: Die Freude bei den Kindern über die Geschenke war riesig. Foto: Thomas Vorwerk

"Jingle Bells" klingt aus dem Musikzimmer der Grundschule Molbergen. Vollkommen unpassend zur Jahreszeit und doch irgendwie stimmig, denn für zahlreiche Kinder aus der Ukraine ist in diesem Moment Bescherung. Jenny und Peter van den Heuvel haben 55 Pakete mit Spielsachen gepackt, die sie an diesem Mittag an die Mädchen und Jungen und ihre Familien verteilen. Die Aktion ist aber noch lange nicht beendet und deshalb sucht das Paar nach weiteren Unterstützern.

"Wir haben selber 8 Enkel und zu Hause noch einige Sachen, die wir verschenkt haben. Die Kinder haben sich so gefreut, als sie die Dinge bekommen haben, da wollten wir weitermachen", sagt Jenny van den Heuvel. Die Lindernerin gibt Tanzunterricht für Erwachsene an der Grundschule Molbergen und entsprechend schnell war der Kontakt zu Schulleiter Gustav Müller geknüpft. 20 Kinder aus der Ukraine besuchen aktuell die Einrichtung und sie mussten auf der Flucht alles zurücklassen. "Aber sie haben auch ältere Geschwister und die sollten auch etwas bekommen", sagt van den Heuvel.

Ein Beispiel für andere Gemeinden

Also wurden Listen gemacht. Namen hat das Ehepaar aus Datenschutzgründen nicht erfahren, wohl aber Alter und Geschlecht. Die Spielsachen wurden entsprechend ausgewählt und vieles davon auf einem großen Flohmarkt in den Niederlanden besorgt. "Die Sachen müssen ja nicht neu sein, sondern funktionieren", sagt Peter van den Heuvel. Jüngere Mädchen haben nun Barbie-Puppen, für ältere Jungs gibt es ein Dart-Board. Malbücher und Gesellschaftsspiele finden sich ebenfalls in den Kartons und Taschen.

Ihre Aktion haben sie für Kinder bis 17 Jahre ausgelegt und wenn weitere Minderjährige Flüchtlinge in die Gemeinde Molbergen kommen, dann sollen auch sie nicht leer ausgehen. "Wenn darüber hinaus noch mehr Spenden zusammenkommen, dann gehen wir auch zu weiteren Schulen in anderen Orten", denkt das Paar bereits an Expansion. Gleichzeitig hoffen die beiden, dass andere ihrem Beispiel folgen und ähnliche Aktionen ins Leben rufen. "Sonst wären wir auch gar nicht an die Öffentlichkeit gegangen."

Weitere Spenden sind gerne gesehen

Erst hatten die beiden in zwei Familien angefangen, dann wurde es immer größer. Die Gästezimmer in ihrem Haus füllten sich mit den Spenden, die dann pro Familie zusammengestellt wurden, damit alles passt. Wer noch gut erhaltenes Spielzeug zur Verfügung stellen möchte, der kann sich unter kinderspiel2022@gmail.com bei Jenny und Peter van den Heuvel melden. Wer die Aktion finanziell unterstützen möchte, kann sich ebenfalls an das Paar wenden. "Wir haben eigens dafür ein Konto eingerichtet, um das deutlich von uns zu trennen."

Als alle Tüten und Pakete am Donnerstag verteilt waren, da blieb noch ein ganz besonderes Spielzeug übrig. Ein riesiger Teddy, den Jenny van den Heuvel für den Fototermin vor der Grundschule auf ihre Schultern setzte. Den verloste sie zum Abschluss des Schultages und Gewinnerin war ein kleines ukrainisches Mädchen, das selber kaum größer ist als ihr neues weißes Kuscheltier. Eben ein bisschen wie Weihnachten.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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