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E-Mobilität: Der Ausbau der Ladeinfrastruktur in Lohne zieht sich

Der technische und personelle Aufwand zur Errichtung von Ladestationen ist hoch. Außerdem ist die Stadt auf die Kooperation von Netzbetreibern angewiesen. Mittelfristig nimmt das Thema aber Fahrt auf.

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Symbol einer stockenden Verkehrswende? Seit der Eröffnung des neuen Parkhauses am St.-Franziskus-Hospital sind die dortigen E-Ladesäulen außer Betrieb. Nach Angaben der Stadt Lohne sollen die Probleme spätestens bis Anfang Juli behoben sein.    Foto: Timphaus

Symbol einer stockenden Verkehrswende? Seit der Eröffnung des neuen Parkhauses am St.-Franziskus-Hospital sind die dortigen E-Ladesäulen außer Betrieb. Nach Angaben der Stadt Lohne sollen die Probleme spätestens bis Anfang Juli behoben sein.    Foto: Timphaus

Seit demnächst 8 Monaten ist das neue Parkhaus am St.-Franziskus-Hospital in Betrieb. 4,132 Millionen Euro hat die Stadt Lohne in die Errichtung der Hochgarage investiert, um die Parkproblematik in dem Bereich dauerhaft zu beheben. Auch an die Elektromobilität hat die Kommune gedacht: 5 der 302 Stellplätze sind mit Ladevorrichtungen für E-Autos ausgestattet. Doch bisher konnte noch kein Stromer dort tanken. Der Grund: Die fünf Ladestationen sind seit der Parkhaus-Eröffnung außer Betrieb.

Die Lohner Stadtverwaltung teilt auf Anfrage mit, dass es Abstimmungsschwierigkeiten zwischen der Firma Goldbeck Nord aus Münster, die das Parkhaus als Generalunternehmer errichtet hat, und einer ausführenden Fachfirma gegeben habe. "Zu unserem Bedauern arbeiten nicht alle Betreiber mit den vorhandenen und betriebsbereiten Systemen zusammen. Nach mehreren Gesprächen mit unserem Vertragspartner sollen die Automaten nun spätestens zum 1. Juli dieses Jahres in Betrieb gehen."

Die Probleme mit den E-Ladestationen im Franziskus-Parkhaus führen zur Frage, wie es generell um den Ausbau der Ladeinfrastruktur in Lohne bestellt ist. Laut Auskunft der Stadt gibt es aktuell drei öffentliche Ladestationen mit je zwei Ladepunkten für Typ-2-Stecker: am Motorpark (Von-Siemens-Straße 1), am Raiffeisenplatz (Küstermeyerstraße 13) und am Rathaus (Vogtstraße 26). Es handelt sich um Normalladesäulen der EWE. Zudem gibt es acht öffentliche Ladestationen Tesla Supercharger mit jeweils einem Ladepunkt am Motorpark (Von-Siemens-Straße 1) sowie mehrere halb-öffentliche Säulen, die auf Firmengrundstücken stehen.

Bis Ende 2022 sollen vier weitere Ladestationen eingerichtet werden

Bis Ende 2022 gehen zehn neue öffentliche Wallboxen mit je einem Ladepunkt bei Hotels, Vereinen und Unternehmen in Betrieb. Sie stammen aus der Wallbox-Aktion der Kommunen des Landkreises Vechta und wurden durch das Leader-Programm gefördert.

Außerdem, so teilt die Stadt mit, werden bis zu 4 weitere Ladestationen mit Typ-2-Stecker mit je zwei Ladepunkten errichtet: Im Mai dieses Jahres soll eine Station auf dem neu gestalteten Parkplatz am Sportzentrum Adenauerring installiert werden, eine weitere Ladesäule geht zeitnah bei der Adolf-Kolping-Schule in Betrieb. Derzeit laufen zudem Planungen für Ladestationen, die am Gymnasium Lohne sowie am Lohneum entstehen sollen.

"Die Umsetzung von Ladestationen hängt – im Sinne der Wirtschaftlichkeit – auch von der Auslastung und abgenommenen Strommenge der bisherigen Standorte ab."Anne Nußwaldt, Pressesprecherin der Stadt Lohne

Für 2023 ist nach Angaben der Kommune die Installation von drei weiteren Ladestationen mit Typ-2-Stecker geplant, unter anderem im neuen Parkdeck an der Vogtstraße. Auch der neue Famila-Markt, der auf Teilen der früheren Hofstelle Küstermeyer entsteht, ist laut Stadt gesetzlich zur Vorhaltung einer Ladesäule verpflichtet.

Weitere Standorte seien in Planung, heißt es. "Ihre Umsetzung hängt – im Sinne der Wirtschaftlichkeit – auch von der Auslastung und abgenommenen Strommenge der bisherigen Standorte ab."

Dass der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur zeitweise stockt, hängt nach Angaben der Stadt Lohne mit verschiedenen Faktoren zusammen. So erfolge der Ausbau in Kooperation mit Betreibern von Ladenetzen. Die Errichtung von Ladestationen bedeute einen hohen technischen und personellen Aufwand. "Von der Standortfestlegung bis zur Errichtung dauert es bis zu 1 Jahr", heißt es aus dem Rathaus. Das habe damit zu tun, dass der Ausbau allerorten forciert wird, die technische Prüfung aufwändig ist und Förderanträge gestellt und bewilligt werden müssen.

Bis Ende 2023 will die Stadt die Zahl der Ladestationen fast verdreifachen

Weiter teilt die Stadt mit, dass allein die EWE in ihrem Verbreitungsgebiet, zu dem auch das Oldenburger Münsterland zählt, weit über 100 Ladesäulen errichte. "Die Kommunen sind dabei auf andere Akteure angewiesen und haben die Realisierung nicht allein in der Hand."

Stadtsprecherin Anne Nußwaldt fast zusammen: "Wir werden die Kapazitäten der öffentlichen Ladeinfrastruktur in diesem und dem nächsten Jahr fast verdreifachen. Bisher haben wir an drei Standorten elf Ladepunkte. Ende 2023 werden wir acht Standorte mit mindestens 29 Ladepunkten zuzüglich der zehn Wallboxen haben."

Sie fügt an, dass Bürger oder Berufspendler ihr E-Auto in der Regel nur dann an öffentlichen Ladestationen tanken, wenn sie mehr als 200 Kilometer Wegstrecke zurücklegen müssen und ohne Auftanken nicht ans Ziel kommen. Ein Grund: Das Laden im öffentlichen Raum kostet fast doppelt so viel wie daheim.

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