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Drei Frauen erklären, wie die Hilfe aus Bakum in Indien Früchte trägt

Trotz der schlimmen Corona-Folgen in Indien gibt es auch gute Nachrichten zu vermelden, finden die Mitglieder des Arbeitskreises Indienhilfe Bakum. Für Sonntag laden sie zudem zum Adventsbasar.

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Sammeln nach wie vor Spenden: Marietheres Stoppel (von links), Stephanie Sieverding und Bettina Stukenborg vom Arbeitskreis Indienhilfe Bakum sehen sich die Fotos an, die zeigen, welche von den von ihnen unterstützten Projekte erfolgreich umgesetzt wurden. Foto: C. Meyer 

Sammeln nach wie vor Spenden: Marietheres Stoppel (von links), Stephanie Sieverding und Bettina Stukenborg vom Arbeitskreis Indienhilfe Bakum sehen sich die Fotos an, die zeigen, welche von den von ihnen unterstützten Projekte erfolgreich umgesetzt wurden. Foto: C. Meyer 

Corona rückt in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend in den Hintergrund. Nicht nur hierzulande, sondern auch in Indien, wie Marietheres Stoppel, Bettina Stukenborg und Stephanie Sieverding vom Arbeitskreis Indienhilfe Bakum zu berichten wissen. In den vergangenen 2 Jahren habe es im Grunde wegen der Pandemie nur schlechte Nachrichten von dort gegeben, sagt Stoppel. Schließlich wütete das Virus in dem bevölkerungsreichen Land in Asien besonders heftig. Doch in diesem Jahr gebe es auch gute Nachrichten zu vermelden, zeigen die drei Frauen sich zuversichtlich.

Aufgrund der Corona-Pandemie und ihrer Folgen habe die Bakumer Indienhilfe im vergangenen Jahr speziell für diesen Zweck Spenden gesammelt. "Wir unterstützen normalerweise langfristigere Projekte", sagt Marietheres Stoppel. Die Corona-Lage entspanne sich aber, zuletzt sei Anfang des Jahres eine finanzielle Corona-Nothilfe nach Indien vermittelt worden. Doch die Konsequenzen der Pandemie zeigen sich nach wie vor deutlich, sagt Bettina Stukenborg.

Nicht nur, dass infolge der Infektion zahlreiche Menschen gestorben sind – fast jeder habe Familienangehörige verloren –, viele Familien sind abgerutscht, sagt Stoppel, arme Menschen sind noch ärmer geworden. Das führt dazu, dass einige Kinder nicht mehr die Schule besuchen, sagt Stukenborg. Womöglich, weil sie daheim gebraucht werden, um zu arbeiten. Corona habe sehr geschadet, sagt sie.

Mehr Platz für Weiterbildung von Frauen

Parallel gebe es aber auch "Lichtblicke", wie Marietheres Stoppel sie nennt. So sei der Anbau für das von der Bakumer Indienhilfe unterstützte Frauenentwicklungszentrum (WDC) in Assam "endlich fertig". 7 Jahre habe es gedauert. Aus Bakum flossen rund 38.000 Euro in dieses Bauprojekt. In dem Zentrum können junge Frauen ihren Schulabschluss nachholen sowie sich in Handarbeiten, wie Weben oder Nähen, ausbilden lassen, damit sie mit diesen Fertigkeiten danach ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen können.


Schwester Betsy, Leiterin des Frauenentwicklungszentrums in Assam, ist im vergangenen Jahr für ihr Engagement ausgezeichnet worden. Foto: privat
Frauen lernen das Weben, um finanziell unabhängig zu sein. Foto: privat
Die Father Josef Honkomp Hall, ein Ausstellungsraum im Frauenentwicklungszentrum, ist nach dem damaligen Bakumer Pfarrer benannt. Foto: privat
In dem Ausstellungsraum werden besonders hochwertige Textilien verkauft. Foto: privat
Foto: privat
Foto: privat
Die Schule in Twithampui: Diese ist mit finanzieller Hilfe aus Bakum vor Jahren errichtet und kürzlich sogar aufgestockt worden. Foto: privat

Der Anbau bietet nicht nur mehr Raum für den Unterricht, erzählt Marietheres Stoppel, sondern biete auch zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten für Frauen aus entlegenen Dörfern. Ebenso gibt es Wohnraum für die Lehrkräfte. Im neuen Ausstellungsraum – übrigens benannt nach dem früheren Bakumer Pfarrer Josef Honkomp – können die Frauen ihre hochwertigen Produkte präsentieren und verkaufen. Einkäufer über die Region hinaus besuchen das Zentrum, sagt Stoppel. Preiswertere Textilien, die von den Frauen gefertigt wurden, werden in einem Laden ganz in der Nähe verkauft.

Schule wurde aufgestockt

Die Leiterin des Zentrums, Schwester Betsy – sie war 2019 auch in Bakum zu Besuch – ist zudem in Delhi von der Menschenrechtsorganisation All India Council Of Human Rights Liberties and Social Justice als Botschafterin für Menschenrechte und Frieden 2021 ausgezeichnet worden, sagt Stoppel. Diese Auszeichnung für eine Partnerin der Bakumer Indienhilfe mache schon stolz, gibt Marietheres Stoppel zu.

Weiterhin ist eine Schule im Nord-Osten Indiens, in Twithampui, die mithilfe der Bakumer Indienhilfe vor Jahren errichtet wurde, nun aufgestockt worden, berichtet Stephanie Sieverding. In diesem zusätzlichen Stockwerk können Mädchen wohnen, für die der Schulweg sonst zu weit ist. Aktuell kommen dort 59 Mädchen unter. Jungen wohnen in einem Gebäude in der Nähe. Eine großzügige Erbschaftsspende ermöglichte es zudem, die Gebäude einer Lepra-Kolonie im Bundesstaat Jharkhand umfassend zu renovieren, berichtet Bettina Stukenborg. Rund 10.000 Euro flossen in dieses Projekt.

Adventsbasar am kommenden Sonntag

Insgesamt generiert der Arbeitskreis Indienhilfe Bakum jährlich zwischen 65.000 und 75.000 Euro, um verschiedene Projekte der Mädchenbildung, Frauen- wie Behindertenförderung sowie Slumkinder und Leprakolonien zu unterstützen. Weiterhin können Patenschaften für Kinder übernommen werden. Aktuell gebe es 345 Patenschaften, lässt Stoppel wissen.

Um weitere Spenden zu sammeln, bietet der Arbeitskreis gemeinsam mit den Mitgliedern der Bakumer Näh- und Strickwerkstatt am kommenden Sonntag (27. November) einen Adventsbasar an. Von 11.30 bis 16 Uhr gibt es im Bakumer Pfarrheim Weihnachtsgebäck wie auch Neujahrskuchen – selbst gebacken von den Mitgliedern der Indienhilfe – sowie allerlei Genähtes und Gestricktes von der Näh- und Strickwerkstatt zu erwerben. "Die Mitglieder der Näh- und Strickwerkstatt sind schon seit Monaten fleißig", wirbt Stoppel für das umfangreiche Angebot. Der Erlös fließt in die Hilfsprojekte in Indien.

  • Info: Mehr Informationen zum Arbeitskreis Indienhilfe Bakum finden sich hier.

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