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Dr. Rainer Langner aus Matrum erhält Bundesverdienstkreuz

Langner lebt seit vielen Jahren in Gießen. Die Kontakte in den Landkreis Cloppenburg ließ er aber nie abreißen. Gewürdigt wurde nun auch sein ehrenamtliches Engagement.

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Hohe Ehrung: Ministerpräsident Volker Bouffier (rechts) überreichte Dr. Rainer Langner den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.   Foto: Hessische Staatskanzlei/Jonas Grom

Hohe Ehrung: Ministerpräsident Volker Bouffier (rechts) überreichte Dr. Rainer Langner den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.   Foto: Hessische Staatskanzlei/Jonas Grom

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hat dem in der Gemeinde Lastrup aufgewachsenen Dr. Rainer Langner den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgehändigt. Wer sich wie der 65-Jährige über Jahrzehnte für seine Mitmenschen und deren Anliegen engagiere, dem gebühre Dank und Anerkennung, betonte Bouffier bei einem Festakt in Wiesbaden.   

Dr. Langner ist seit 1996 Vorstandsvorsitzender der "Vereinigte Hagelversicherung". Im Ausland habe der in Gießen lebende Diplom-Agraringenieur das genossenschaftliche Solidaritätsprinzip mit Leben erfüllt, lobte Bouffier. Seit mehr als 15 Jahren engagiert sich Langner außerdem im Expertennetzwerk Landwirtschaft des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Hinzu kommen weitere Aktivitäten, mit denen der Geehrte wesentlich zum weltweit hohen Stellenwert der Branche beigetragen habe, befand der hessische Landesvater. Neben dem beruflichen Engagement ist der zweifache Familienvater Präsident der Gießener Hochschulgesellschaft und Verwaltungsratsmitglied seiner katholischen Pfarrgemeinde St. Albertus.

Versicherung beruflich die Treue gehalten

Langners Karriere verlief ausgesprochen gradlinig. Nach dem Abitur in Cloppenburg absolvierte er ein Agrarstudium in Kiel, promovierte und wechselte danach zur Hagelversicherung. Mit seiner aus Garrel stammenden Ehefrau zog er ins hessische Gießen und arbeitete sich bis zum Vorstandsvorsitz hoch. Der Beruf mache ihm nach wie vor Freude, sagt Langner am Telefon. Grund zum Wechseln habe es nie gegeben. 2 Jahre wolle er noch weitermachen. Dann wäre er 67.

Seine Erfahrung dürfte dem genossenschaftlichen Unternehmen noch nützlich sein. Denn der Klimawandel stellt auch die Agrarversicherer vor neue Herausforderungen. Stürme, Starkregen und vor allem lang anhaltende Dürren erhöhen inzwischen die Risiken für Ernteschäden. "Wir haben den Klimawandel lange Zeit verdrängt, müssen aber anerkennen, dass wir es zunehmend mit Wetterextremen zu tun bekommen", bestätigt Langner.

Die Nachfrage nach Versicherungen gegen Dürren steige ständig. Um die Kosten dafür zahlen zu können, müsse der Staat den Bauern finanziell unter die Arme greifen, etwa mit Geld aus der zweiten Säule der Agrarförderung. "In vielen EU-Ländern macht er das auch schon, nur nicht in Deutschland", bedauert Langner. Die Forderung des Landvolks nach steuerfreien Risikorücklagen beurteilt er dagegen skeptisch. "Es handelt sich im Prinzip nur um eine Stundung, die schwer zu verwalten sein dürfte. Außerdem können ja nur diejenigen Betriebe Rücklagen bilden, die auch Geld verdienen." 

Krieg hat tiefgreifende Folgen

Den Krieg in der Ukraine verfolgt der Vorstandsvorsitzende mit wachsender Besorgnis. Die Geflüchteten zu versorgen und aufzunehmen, sei jetzt das Gebot der Stunde, sagt er. Mitarbeiter seiner Versicherung haben inzwischen Hilfsgüter an die polnisch-ukrainische Grenze gebracht. Langner: "Wichtig ist, die Hilfe zu koordinieren, damit es nicht zu einem Chaos kommt. Dafür sind die großen Hilfsorganisationen am besten geeignet." 

Der Krieg werde tiefgreifende Folgen haben, ist der auch politisch bestens vernetzte Manager überzeugt. Er geht davon aus, dass die Ernte in der Ukraine in diesem Jahr weitgehend ausfallen wird. Die Auswirkungen dürften noch jahrelang spürbar sein. Weil die Produktionskosten in Deutschland zugleich weiter ansteigen, glaubt Langner nicht daran, dass die Bundesregierung ihre Agrarwende wie geplant durchführen kann. "Es wird Korrekturen geben", ist er überzeugt. Die könnten unter anderem die Extensivierungspolitik betreffen. Landwirte sollen ab dem kommenden Jahr 4 Prozent ihrer Flächen stilllegen. "Die Frage ist, ob wir uns das noch leisten können."

Die Verbindungen in den Landkreis Cloppenburg hat Langner, der in Matrum auf einem Bauernhof groß wurde, nie abreißen lassen. Zu vielen alten Freunden pflegt der ehemalige 2. Vorsitzende der Lastruper Landjugend bis heute enge Kontakte. In Gießen fühlt er sich jedoch längst heimisch.  Eine Rückkehr steht deshalb nicht an. "Dafür komme ich gern und häufig zu Besuch", sagt Langner. Mit dem Eintritt in den Ruhestand dürfte er dafür dann auch die nötige Zeit haben.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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