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Dorfsheriffs können kühlen Kopf bewahren

Die neue Garreler Polizeistation im Rathausanbau wurde am Montag eingeweiht. Ein Tag der offenen Tür konnte coronabedingt nicht stattfinden.

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Mit Gottes Segen: Pfarrer Paul Horst (Dritter von links) und Pastor Holger Ossowski (Zweiter von links) sprachen für die beiden Kirchengemeinden in Garrel. Foto: Schrimper

Mit Gottes Segen: Pfarrer Paul Horst (Dritter von links) und Pastor Holger Ossowski (Zweiter von links) sprachen für die beiden Kirchengemeinden in Garrel. Foto: Schrimper

Keine Kostenexplosion, ein eingehaltener Zeitplan, Zufriedenheit auf allen Seiten: Dass bei Bauprojekten alles wie am Schnürchen laufen kann, beweist offenbar der Rathaus-Anbau in Garrel. Verwaltungsmitarbeiter und die Beamten der Polizeistation Garrel arbeiten nun unter einem Dach in dem rund 2,8 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau – und hatten am Montag Grund zu feiern: Die Räume der Polizeistation wurden offiziell eingeweiht – coro-
nabedingt nur im kleinen Kreis statt im Rahmen eines Tags der offenen Tür, wie Bürgermeister Thomas Höffmann bedauerte.

Was entstanden sei, sei nichtsdestoweniger „eine tolle Geschichte“. „Polizei und Gemeindeverwaltung gehören dicht beieinander“, betonte der Verwaltungschef. Vieles lasse sich nun „auf dem kleinen Dienstweg“ regeln. Zuvor war die Polizeistation im Anbau eines Privatgebäudes an der Händelstraße untergebracht.

„Diesmal ist es ganz anders gelaufen“

Jörn Kreikebaum, Leiter der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta, sagte, dass in Garrel eine Dienststelle entstanden sei, die ihresgleichen suche. „Wirklich hervorragend“, lobte er das Projekt. Bei einem Exkurs in die Historie sagte Kreikebaum, dass es 1914 ganz anders zugegangen sei, als die „Gendarmerie“ in Garrel neue Räume bekommen sollte. Ein bürokratisches Wirrwarr habe sich damals entsponnen, sodass eine Realisierung des Vorhabens in weite Ferne rückte. „Diesmal ist es ganz anders gelaufen“, freute er sich.

Seit der ersten Kontaktaufnahme 2017/2018 zwischen Polizei und Verwaltung sei das Vorhaben, die Dienststelle beim Rathaus anzusiedeln, von allen Seiten sehr aufgeschlossen verfolgt worden. „Es ist unser Anliegen, für den Bürger sichtbar zu sein“, sagte Kreikebaum. Das sei man auch schon an der Händelstraße gewesen, der neue Standort sei aber noch zentraler und stehe für noch mehr „Bürgerfreundlichkeit“. Statt bisher 44 Quadratmeter können die Polizeibeamten Herbert Holthaus und Jürgen Pieper nun
69 Quadratmeter nutzen. Die Polizei hat die Räume von der Gemeinde gemietet.

"Hier ist die Welt noch in Ordnung"

Strategische Überlegungen hätten bei der Standortwahl weniger eine Rolle gespielt, so Kreikebaum. Generell gelte: „Hier ist die Welt noch in Ordnung. Die Häufigkeitszahl von Straftaten ist sehr niedrig.“ Das bedeute aber nicht, dass es nicht genug zu tun gebe für die in Garrel stationierten Polizeibeamten.

Auf jeden Fall können sie bei ihrer Arbeit künftig einen kühlen Kopf bewahren, denn die neuen Räume – zwei Büros, ein Wartebereich, ein Serverraum und ein WC – sind klimatisiert. „Das ist kein Luxus, sondern gehört zu einem vernünftigen und modernen Arbeitsplatz dazu“, sagte Bürgermeister Thomas Höffmann. In seiner Zeit als Polizeibeamter sei eine Klimatisierung noch keine Selbstverständlichkeit gewesen. Damals habe man oft „vor sich hin geschmort“, sagte er schmunzelnd.

Pfarrer Paul Horst für die katholische und Pastor Holger Ossowski für die evangelische Kirchengemeinde gaben der Dienststelle und ihren Mitarbeitern Gottes Segen.

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