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Dorferneuerung Rechterfeld: Straßenausbau wird teurer als gedacht

Die gestiegenen Baupreise machen sich bemerkbar: Statt der angedachten 409.000 Euro soll der Ausbau der Straße Bloge nun 750.000 Euro kosten. Die Gemeinde Visbek hofft auf mehr Geld vom Land.

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Kein Platz für Fußgänger und Radfahrer: Die Straße Bloge in Rechterfeld soll ausgebaut werden. Foto: C. Meyer

Kein Platz für Fußgänger und Radfahrer: Die Straße Bloge in Rechterfeld soll ausgebaut werden. Foto: C. Meyer

Es wird teurer als erwartet: Statt der bislang angenommenen 409.017,06 Euro soll die Maßnahme 7 im Rahmen der Dorferneuerung in Rechterfeld – die Straßenraumgestaltung im Bereich „Bloge“ – nach Schätzung des beauftragten Planungsbüros nun insgesamt 750.000 Euro kosten. Dies sei die Einschätzung nach Erstellung der Leistungsverzeichnisse, sagte Visbeks Bürgermeister Gerd Meyer bei der jüngsten Ratssitzung.

Wie in der vorangegangenen Sitzung des Finanz- und Sozialausschusses bereits vorgestellt, soll der Abschnitt zwischen der Dorfstraße und dem Broamkamp erneuert werden. Auf einer Breite von 5,5 Metern soll eine neue, belastbare Asphaltdecke verbaut werden. Daneben wird auf einer Breite von 2 Metern ein integrierter Fuß- und Radweg in Anlehnung an den bereits vorhandenen Radweg angelegt. Das soll insgesamt die Verkehrssicherheit erhöhen. Bislang gibt es dort keinen Fuß- und Radweg. Darüber hinaus soll wegen des hohen Verkehrsaufkommens im Bereich des Betriebs Kröger der Fuß- und Radweg bis zum Anlieger Rechterfeld-Bloge 11 (kleine Kruthaup) verlängert werden – dies ist allerdings nicht mehr Bestandteil der Maßnahme im Rahmen der Dorferneuerung. Die geschätzten Kosten dafür belaufen sich auf circa 68.000 Euro.

Auf Anliegerbeiträge wird verzichtet

Die nun festgestellte Kostensteigerung ergebe sich unter anderem aus den Kostensteigerungen im Bereich des Straßen- und Tiefbaus, sagte Meyer. Allein das sorge für Gesamtkosten in Höhe von rund 585.000 Euro. Ein weiteres Problem stelle die Entsorgung der Teerdecke dar – das ergebe zusätzlich Kosten in Höhe von 63.000 Euro. Unter Berücksichtigung weiterer Kostenstellen, wie beispielsweise der Entsorgung von Asbestplatten oder den Kosten für das Planungsbüro, ergeben sich die Gesamtkosten von rund 750.000 Euro.

Der Bürgermeister führte zudem aus, dass auf die Anliegerbeiträge verzichtet werde, da es sich um eine Erschließung im gewerblichen Bereich handele. Der Förderantrag (Kostenübernahme in Höhe von 53 Prozent) sei bereits beim Amt für regionale Landesentwicklung gestellt worden, eine Bewilligung signalisiert, so Meyer. Er hoffe nun, dass das Land die gesteigerten Kosten mitträgt. Der Bürgermeister schlug den Mitgliedern des Gemeinderats deshalb vor, den Beschluss, die Maßnahme durchzuführen, unter dem Vorbehalt der Erhöhung der Zuschussgewährung trotzdem zu fassen.

Martin Rohe (SPD) begrüßte, dass keine Anliegerbeiträge erhoben werden. Er schlug außerdem vor, dass der Fuß- und Radweg aus Gründen der Verkehrssicherheit bis zum Anlieger Bloge 12 (Büschelmann) verlängert werden sollte. Bürgermeister Meyer entgegnete, dass es bereits Anregungen gebe, die Straße sogar bis nach Hesterhöge zu erneuern und mit einem Radweg zu versehen. Er mahnte aber an, dass die Zeit für die Umsetzung der Maßnahme im Rahmen der Dorferneuerung dränge – und für den verlängerten Radweg gebe es schließlich keine Mittel aus diesem Programm. Es dürfe nicht länger gewartet werden, sonst seien die Fördermittel im Zweifel weg. Um der Verkehrssicherheit Rechnung zu tragen, werden mit der Firma Kröger Gespräche geführt, um die Ausfahrt der Lkw zu verlegen, sagte Meyer.

Im Zweifel wird es wieder Thema im Rat

Es sei schade, dass es so teuer geworden ist, sagte Arnold Frilling (CDU), aber auch er war der Meinung, dass man mit der Planung vorankommen sollte. Erich Wesjohann (CDU) war ebenfalls der Ansicht, dass die sofortige Umsetzung angestrebt werden müsse – allerdings müsse auf die Antwort des Amts für regionale Landesentwicklung gewartet werden. Er erkundigte sich danach, was passiert, wenn der Zuschuss nicht erhöht werde. „Dann sind wir wieder hier im Rat“, sagte Meyer. Der neue Rat müsse dann über das weitere Vorgehen entscheiden.

Es sei wichtig, dass der Zuschuss fließt – aufgrund der „extremen Kostensteigerung“, sagte André Hüttemeyer (CDU). Er plädierte dafür, dem Vorschlag des Bürgermeisters zu folgen. Klaus Muhle warf schließlich ein, dass es auch aus Varnhorn einen Antrag für einen Fuß- und Radweg gegeben hatte, der aus Kostengründen abgelehnt wurde. Er sprach sich deshalb für eine Gleichbehandlung aus und regte wie seine Vorredner an, auf die Reaktion des Amts für regionale Landesentwicklung zu warten.

Der Gemeinderat einigte sich mehrheitlich – mit einer Enthaltung – auf folgenden Beschluss: Die bereits beschlossene Maßnahme Nr. 7, Straßenraumgestaltung Bereich „Bloge“, wird vorbehaltlich der Erhöhung der Zuschussgewährung durch das Amt für regionale Landesentwicklung durchgeführt. In diesem Zusammenhang wird der Fuß- und Radweg bis zum Anlieger Rechterfeld-Bloge 11 (kleine Kruthaup) verlängert. Die entstehenden Anliegerbeiträge werden den Anliegern nicht in Rechnung gestellt. Es erfolgt eine interne Verrechnung.

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